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„Niemand traute uns eine lange Zukunft zu“

28. September 2018/in Kevelaer, Premium/von Hildegard van Lier

Wenn ein Ehemann seine Frau auch nach 60 Ehejahren immer noch überraschen kann, dann kann man wohl von der großen Liebe sprechen. Für den Diamantenen Hochzeitstag hatte sich Alfred Hermens für seine Frau Inge eine ein ganz persönliche Liebes- und Dankeserklärung einfallen lassen.

„Dass wir dieses Fest feiern dürfen, ist für uns etwas ganz Besonders“, sagen Inge und Alfred Hermens aus Kevelaer und fassen sich dabei fest an den Händen. Am 22. September 1958 gaben sich Inge und Alfred Hermens in der Bruder-Konrad-Kapelle in Kevelaer das Jawort und versprachen sich, gegenseitig aufeinander aufzupassen. „Und das haben wir getan“, versichert das Diamantpaar.

Nun feierte das Jubelpaar im Kreise der Familie, Freunde und Bekannte seinen 60sten Ehrentag. Begonnen hatten sie diesen mit einem Dankgottesdienst in der St. Antonius-Kirche Kevelaer.

Begegnet waren sich die aus Winnekendonk stammende Inge Voss und der Kapellener Alfred Hermens schon vor dem Kennenlernen. „Das Kennenlernen geschah erst auf der Hochzeit meiner Schwester“, erinnert sich die Jubelbraut. Mit Erlaubnis ihrer Mutter und einem Hinweis folgend, dass der Alfred ein ganz lieber sei, durfte der junge Mann seine zukünftige Ehefrau mit dem Roller nach Hause bringen.

Kinobesuche und Ausflüge ins Grüne folgten und schon bald wurde aus anfänglicher Sympathie Liebe. Mit dem Läuten der Hochzeitsglocken hörte das junge Paar leider auch kritische Stimmen. „Niemand traute uns eine lange Zukunft zu“, sagen Inge und Alfred Hermens mit bewegter Stimme. Doch das junge Paar bewies allen Kritikern das genaue Gegenteil. Ihre Liebe siegte.

Vier Kindern, Jürgen, Petra, Ralf und Lothar, schenkten sie das Leben. Heute bereichern acht Enkel und eine Urenkelin das Familienleben. Harte Arbeit, die Versorgung der Familie, das alles prägte das Leben des jungen Glücks. „Das war schon eine harte Zeit“, weiß der gelernte Bergmann zu berichten. 20 Jahre lang arbeitete er in der Weberei in Kapellen, anschließend, bis zu seiner Pensionierung, bei Bayer in Krefeld-Uerdingen.

1965 zieht es die Familie nach Kevelaer. Hier setzt das AWO-Gründungsmitglied auch sein handwerkliches Geschick ein. „Decken, Boden und Wände waren nicht vor meinem Mann sicher“, erinnert sich die 78-jährige Jubelbraut mit einem Schmunzeln. Erst als die Kinder aus dem Haus sind, gönnt sich das sympathische Jubelpaar ausgedehnte Urlaube. „Dabei entdeckten wir die Liebe zu Kreuzfahrten“, berichtet Inge Hermens. „Wir haben insgesamt sieben Kreuzfahrten gemacht, zur Goldhochzeit schipperten wir über den Atlantik“, erzählt der 79-jährige Diamantbräutigam mit Begeisterung.

Noch heute, wenn es denn die Gesundheit zulässt, zieht es Inge und Alfred Hermens zu einem Spontanurlaub ins Sauerland oder nach Greetsiel.
Das Ehepaar, das sich zudem auf das wöchentliche Erscheinen des Kevelaerer Blattes freut, genießt es, diese Urlaube noch gemeinsam erleben zu dürfen. „Das möge auch hoffentlich noch lange so bleiben“, sagen Inge und Alfred Hermens, die, so wie sie es schon seit 60 Jahren machen, füreinander da sind und gegenseitig aufeinander aufpassen.

Schlagworte: Leben
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https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/P1120540-1.jpg 412 709 Hildegard van Lier https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Hildegard van Lier2018-09-28 00:00:002021-03-08 10:47:46„Niemand traute uns eine lange Zukunft zu“
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