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Nicht verschwenden – wiederverwenden

8. August 2019/in Kevelaer, Premium/von Alexander Florie-Albrecht

An der kleinen Eingangstüre an der Kroatenstraße standen bereits zum Auftakt der zweiten „Runde“ der „ReparierBar“ einige Kunden in einer kleinen Schlange, um ihre alten „Schätzchen“ reparieren zu lassen. „Was ist denn hier los, so viele Menschen“, sagte Vorstands-Mitglied Veronika Reile und drückte den ersten Kunden das Anmeldeformular in die Hand. Auch Liesel Borman war überrascht von dem Andrang: „Ich wollte eigentlich Brötchen im Café schmieren, jetzt bin ich hier am Empfang gelandet.“

Auch Gert Schumacher wollte nichts unversucht lassen, um seine alte „Crown“-Anlage wieder auf Vordermann zu bringen. „Der CD-Deckel geht nicht mehr richtig drauf – kleiner Schaden, große Wirkung“, hoffte der 79-Jährige bei den „Elektro“-Fachleuten der „ReparierBar“ auf Hilfe.

In Ruhe Kaffee trinken

Die hatten sich bereits an das erste Objekt gemacht – Ulrich Grütter und Paul Jannsen brüteten mit ihrem Sachverstand über einen gebrauchten Elektro-Haarglätter. „Die Lampe geht an, die Spannung ist da, aber es wird nicht warm“, beschrieb Grütter das Problem. Aber auch für Schumachers Anliegen war genug Zeit. „So in einer halben Stunde ist es fertig, Sie können gerne solange Kaffee trinken gehen“, verbreitete Reparateur Frank Tissen Zuversicht. „Da fehlt ein Kunststoffteil – da präpariere ich ein Scharnier und dann schrauben wir das von außen an“, lautete seine Strategie für den „Einsatz“.

Zwischen Reparier-Zimmer und Café wuselte die Mitinitiatorin des Ganzen, Nina Jordan, herum. „Es läuft jenseits aller Erwartungen“, freute sie sich, dass aus einer guten Idee tatsächlich etwas Substanzielles zu werden scheint.

Alles, was tragbar ist

An diesem Tag seien gleich zu Beginn schon neun Kunden in einer halben Stunde aufgeschlagen, ergänzte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Helmut Gerritsen. Man repariere alles, was tragbar sei. „Bei Rädern und Motor-Fahrzeugen sind wir aber raus – ein E-Scooter wäre aber okay.“ Man habe ein paar Hinweise erhalten, was das Auffinden der „ReparierBar“ betrifft. In Sachen Hinweisschilder wolle man zukünftig noch was tun, versprach er.

Bei der „Holz“-Abteilung von Jakob Derksen herrschte noch etwas Ruhe. „Wir haben dafür aber schonmal den Schrank für die Kleinteile fertiggemacht“, zeigte er im Flur die Regale für die Utensilien. Die Arbeit mache Spaß – vor allem wegen der sozialen Kontakte und der kleinen Erfolge. „Eine Dame war letztens da, wollte einen antiken Hocker fürs Klavier reparieren lassen. Den habe ich auseinander genommen und wieder zusammengeleimt.“

Zufriedene Gäste

Karola Hafner aus Winnekendonk fand das Angebot jedenfalls klasse. „Mein Mann hat das gelesen, da haben wir spontan gesagt: das probieren wir aus“, hoffte sie darauf, dass jemand ihren Receiver wieder hinbekommt. Und Elena Baldighi war extra aus Weeze mit ihrer Unterbaulampe gekommen. „Die werfen hier das nicht einfach nur schnell weg. Wir kommen hundertprozentig wieder.“

Am Ende konnte Gerd Schumacher zufrieden nach Hause gehen. Der Deckel seines CD-Spielers, den seine Frau im Keller zum Musikhören beim Bügeln benutzt, funktionierte wieder. Und sein „Reparateur“ Frank Tissen brachte auf den Punkt, was alle Beteiligten an diesem Tag miteinander verband: „Nicht verschwenden – wiederverwenden.“

Schlagworte: Leben, Nachhaltigkeit, Reparierbar
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https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/WWW_Das-könnte-doch-das-Problem-sein.....jpg 567 850 Alexander Florie-Albrecht https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Alexander Florie-Albrecht2019-08-08 00:00:002021-03-08 11:03:41Nicht verschwenden – wiederverwenden
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