Erster Spatenstich: Goldbeck baut Passagierhalle mit getrennten Ankunftsbereichen
Neues Ankunftsterminal für den Airport Weeze
So soll das neue Ankunfsterminal aussehen.
Foto: Goldbeck GmbH
Der Airport Weeze wächst – und investiert deshalb in seine Infrastruktur. Am Freitag, 14. August 2026, wurde mit dem ersten Spatenstich der Bau eines neuen Ankunftsterminals offiziell gestartet. Als Generalübernehmer übernimmt die Goldbeck West GmbH aus Bielefeld die Planung und Realisierung des Projekts.

Auf dem Foto zu sehen (v.l.n.r.): Christian Bechtler (Architekt Airport Weeze), Stefan Wolters (MdL), Holger Unkhoff ( Geschäftsführer Goldbeck West GmbH), Georg Koenen (Bürgermeister Weeze), Stefan Rouenhoff (parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Herman Buurman (Hauptgesellschafter Airport Weeze, Vorsitzender des Aufsichtsrates), Dr. Sebastian Papst (Geschäftsführer Airport Weeze), Yelmer Buurman (Hauptgesellschafter, Mitglied des Aufsichtsrates), Ronald van der Zande (Mitglied des Aufsichtsrates), Christoph Gerwers (Landrat des Kreises Kleve), Dr. Günther Bergmann (MdL). Foto: Goldbeck GmbH
Der Neubau soll die Abfertigungskapazitäten des Flughafens erweitern und die Abläufe für ankommende Fluggäste verbessern. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Das neue Ankunftsterminal entsteht auf einer Grundstücksfläche von rund 4.900 Quadratmetern. Geplant ist eine ebenerdige Passagierhalle mit etwa 3.900 Quadratmetern Fläche.
Vorgesehen sind getrennte Ankunftsbereiche für Reisende aus dem Schengen-Raum und aus Ländern außerhalb des Schengen-Gebiets. Außerdem sollen Behörden wie Zoll und Bundespolizei eigene, integrierte Flächen erhalten. Eine großzügige Wartehalle ist für Menschen vorgesehen, die ihre Angehörigen oder Freunde am Airport Weeze abholen.
Über der Passagierhalle entsteht ein Bürobereich mit rund 1.200 Quadratmetern Nutzfläche. Dort soll künftig die zentrale Verwaltung des Flughafens untergebracht werden.
Flughafen rechnet mit weiterem Wachstum
Hinter dem Bauprojekt stehen steigende Passagierzahlen und ein wachsendes Streckenangebot. Airport Weeze rechnet nach eigenen Angaben im Jahr 2026 mit rund 2,25 Millionen Fluggästen. Andere aktuelle Berichte nennen sogar eine Erwartung von mehr als 2,4 Millionen Passagieren. Der Flughafen verbindet den Niederrhein, Teile der Niederlande und angrenzende Regionen mit mehr als 40 Zielen in Europa und darüber hinaus.
Für Reisende aus Kevelaer und den umliegenden Orten ist der Airport Weeze ein wichtiger Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur. Die kurze Entfernung macht den Flughafen insbesondere für Urlaubsreisen attraktiv. Mit dem neuen Terminal sollen die wachsenden Besucherströme auch im Ankunftsbereich besser bewältigt werden.
Moderne Fassade und nachhaltige Elemente
Architektonisch erhält das Terminal eine moderne Gestaltung. Eine großzügige Pfosten-Riegel-Fassade soll den Eingangsbereich prägen und dem Gebäude ein offenes, repräsentatives Erscheinungsbild geben.
Geplant sind außerdem ein Gründach und eine Photovoltaikanlage auf Teilen der Dachfläche. Damit soll der Neubau den Anspruch des Airports unterstützen, einen möglichst CO₂-neutralen Flughafenbetrieb zu entwickeln. Wie groß die Photovoltaikanlage ausfällt und welchen Anteil sie künftig am Energiebedarf des Terminals decken kann, wurde in der Mitteilung nicht näher erläutert.
„Mit dem neuen Ankunftsterminal investieren wir gezielt in die Zukunft unseres Airports“, sagt Dr. Sebastian Papst, Geschäftsführer der Flughafen Niederrhein GmbH. Die Erweiterung verbessere die Abläufe für Fluggäste und schaffe zugleich moderne Arbeitsbedingungen für die beteiligten Institutionen.
Goldbeck übernimmt Planung und Bau
Mit der Umsetzung wurde die Goldbeck West GmbH, Niederlassung Düsseldorf, beauftragt. Das Unternehmen gehört zur in Bielefeld ansässigen Goldbeck-Gruppe, die europaweit Immobilien plant, baut und betreut.
Goldbeck realisiert unter anderem Logistik- und Industriehallen, Bürogebäude, Schulen, Sporthallen sowie Rettungs- und Sicherheitsgebäude. Im Geschäftsjahr 2024/25 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 600 Projekte mit einer Gesamtleistung von 6,3 Milliarden Euro um. Goldbeck beschäftigt rund 14.000 Menschen an mehr als 100 Standorten in Europa.
Für Goldbeck ist der neue Terminalbau ein weiteres Projekt am Airport Weeze. Das Unternehmen war dort bereits an der Planung und Realisierung von Gebäuden für die Rheinmetall-Produktion von F-35-Komponenten beteiligt. Für diese Ansiedlung war unter anderem ein Areal von rund 60.000 Quadratmetern vorgesehen.
„Das Gebäude bringt Passagierabfertigung, Zoll, Bundespolizei und Flughafenverwaltung unter einem Dach zusammen“, erklärt Holger Unkhoff, Geschäftsführer der Goldbeck West GmbH. Dadurch würden die Voraussetzungen für reibungslose Abläufe im täglichen Betrieb geschaffen.
Bedeutung für den Niederrhein
Der Ausbau des Ankunftsbereichs ist ein sichtbares Zeichen für die Entwicklung des Airports Weeze. Der Flughafen verfügt über ein rund 620 Hektar großes Gelände, etwa 9.000 Parkplätze und zahlreiche unterschiedlich genutzte Gebäude. Zudem betreibt der Airport eine eigene Photovoltaikanlage.[2]
Für die Region ist der Flughafen nicht nur ein Reiseangebot, sondern auch ein Standortfaktor. Von den Passagieren profitieren unter anderem Parkraumbetreiber, Taxi- und Mietwagenunternehmen, Gastronomie, Einzelhandel und touristische Anbieter am Niederrhein. Gleichzeitig bringt der Ausbau zusätzliche Bau- und Dienstleistungsaufträge in die Region.
Mit der geplanten Fertigstellung Mitte 2027 soll der Airport Weeze künftig über einen moderneren und leistungsfähigeren Ankunftsbereich verfügen. Für Fluggäste dürfte der Neubau vor allem dann spürbar werden, wenn mehrere Maschinen in kurzer Folge landen und die Abläufe bei Gepäck, Zoll und Abholung besonders stark gefordert sind.
Schnelle Fakten
Das neue Ankunftsterminal
- Standort: Airport Weeze, Weeze
- Baustart: 14. August 2026
- Geplante Fertigstellung: Mitte 2027
- Grundstücksfläche: rund 4.900 Quadratmeter
- Passagierhalle: rund 3.900 Quadratmeter
- Bürobereich: rund 1.200 Quadratmeter Nutzfläche
- Ankunftsbereiche: getrennt nach Schengen und Non-Schengen
- Weitere Bestandteile: Flächen für Behörden, Wartehalle für Abholer, Gründach und Photovoltaikanlage
- Generalübernehmer: Goldbeck West GmbH, Niederlassung Düsseldorf
- Flughafenbetreiber: Flughafen Niederrhein GmbH


Jasmin Holtmans
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