Neuerungen in Sachen Gebäudeenergie

Förderung von Solarstrom geht weiter / Gebäudeenergiegesetz ist verabschiedet

Dr. Nina Jordan Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer

Kürzlich hat der Bundestag die Weichen für Neuerungen in Sachen Gebäudeenergie und Solarstrom gestellt: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Streichung des Photovoltaik-Förderdeckels von 52 Gigawatt installierter Leistung wurden beschlossen. Am Freitag, 2. Juli, konnte endgültig Vollzug gemeldet werden, denn auch der Bundesrat hat beiden Initiativen zugestimmt.

„Die Verabschiedung des GEG war überfällig. Denn derzeit gibt es verschiedenste Energie-Verordnungen und -gesetze, von EnEV, EnEG bis zum EEWärmeG, die ordnungsrechtlich alle nebeneinander gelten“, sagt Dr. Tim Schmidla von der „EnergieAgentur.NRW“. Die Zusammenführung ins GEG soll das energieeffiziente Bauen und Sanieren vereinfachen.

Planungssicherheit 

Ab kommendem Jahr fordert die EU von allen Mitgliedsstaaten einen definierten Niedrigst -Energiestand für Gebäude, der nun auch für Deutschland erklärt wurde. Dieser entspricht den bereits jetzt geltenden Gebäudeenergie-Standards, weshalb Kritiker des Gesetzes auch eine vertane Chance für den Klimaschutz sehen. Vorteile sollen nun die Beschlüsse vom 2. Juli unter anderem für Hausbesitzer bringen, die gerade eine Photovoltaik-Anlage planen. Dazu erklärt Dr. Nina Jordan von „ALTBAUNEU“ in Kevelaer: „Mit der Abschaffung des 52 Gigawatt-Ausbaudeckels werden neue Solarstromanlagen auch in Zukunft über die Ökostrom-Umlage gefördert. Das gibt Planungssicherheit und wird dem Ausbau der Stromerzeugung aus Sonnenenergie einen wichtigen weiteren Schub geben.“

Kevelaer ist Mitglied im landesweiten Netz „ALTBAUNEU“, das zu Themen rund um Energieeffizienz im Gebäude informiert.  In Kevelaer stieg die Anzahl der Photovoltaikanlagen bereits vor der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes. Im ersten Halbjahr 2020 wurden 43 neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen, dies entspricht einem Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Nina Jordan ist optimistisch und hofft auf einen weiteren Anstieg, motiviert durch das Ende des Photovoltaik-Förderdeckels.

Ob sich eine Photovoltaik-Anlage für Ihr Dach lohnt, erfahren Sie im Solarkataster unter www.energieatlas.nrw.de/site/karte_solarkataster.