Initiative gegen den „Flächenfraß“ durch Straßen, Bau- und Gewerbegebiete

NABU kritisiert Kommune

Claudia Blauert (r.) und Theo Mohn kämpfen für den NABU Kevelaer gegen den Flächenfraß in der Wallfahrtsstadt. Foto: privat

Im mehrjährigen Mittel gehen in NRW nach Angaben des NABU Tag für Tag noch immer etwa 12 Hektar Freiraum durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau, Tagebau, Kies-Abbau und andere Abgrabungen unwiederbringlich verloren. „Um sich die Dimension bewusst zu machen: Dies sind ca. 18 Fußballfelder Fläche pro Tag“, schreibt der NABU. Hierfür trage nicht nur die Landesregierung einen großen Teil der Verantwortung, auch die Kommunen hätten die Belange von Natur, Tier- und Pflanzenarten, wenn es um konkrete Planungen vor Ort gehe, „häufig nicht zufriedenstellend im Blick“. Der NABU Kreis Kleve fordert die Kommune Kevelaer daher auf, Belange des Natur- und Artenschutzes deutlich stärker als bisher zu berücksichtigen

Mit der Volksinitiative „Artenvielfalt NRW“ will der NABU unter anderem diesem Trend etwas entgegensetzen und lokal wie landesweit den „Flächenfraß“ stoppen. Die Zahl der Beispiele von Vorhaben, die ohne Rücksicht auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder den Verlust von Freiraum und unversiegeltem Boden umgesetzt werden, habe landesweit erschreckende Dimensionen angenommen.

Volksinitiative

Die „Volksinitiative Artenvielfalt“ wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen und hat nach eigenen Angaben mittlerweile 90 Unterstützer*innen. Webseite: www.artenvielfalt-nrw.de.

Auch in der Gemeinde Kevelaer gebe es aktuell, sowie aus den vergangenen Jahren „genügend Beispiele, für aus Sicht des Naturschutzes in höchstem Maße konfliktreiche oder überflüssige Planungen“. So seien aktuell u.a. die Erweiterung des Gewerbegebiet Ost, die geplante Neubebauung in Niersufernähe sowie die Straßenplanung zur OW 1 zu nennen.

„Fehlender Handlungswille“ in Kevelaer

„Diese Planungsprojekte fallen besonders durch Flächenverbrauch, stärkste Konflikte bezüglich artenschutzrechtlicher Vorgaben und durch Zerstörung von Lebensräumen oder von Landschaftsstrukturen für die existenziell wichtige Biotop – Vernetzung auf“ findet der NABU.

„Trotz der breiten gesellschaftlichen Diskussionen um den dramatischen Verlust der Artenvielfalt fehlt in Kevelaer leider noch der Handlungswille, ganz konkret das weitere Zurückdrängen der Natur, unserer Lebensgrundlage, in der Landschaft und auch im Siedlungsbereich zu stoppen. Wir erwarten aber von unserer Gemeinde Kevelaer die konsequente Beachtung der Natur- und Artenschutzbelange bei jeglichen Planungen“, sagen Theo Mohn und Claudia Blauert vom NABU Kevelaer.