Mit Brille sieht man mehr

KB-Lektor Wilfried Schotten gibt einen Einblick in seine Arbeit und startet damit unsere Serie „Das KB stellt sich vor“

Liebe Leserinnen, liebe Leser! In den kommenden Wochen möchten wir, das Team des Kevelaerer Blattes, uns Ihnen einmal vorstellen. In unserer Serie anlässlich des 140-jährigen Geburtstages des KB sollen Sie einen Eindruck erhalten, wer dafür sorgt, dass Sie ständig auf den neusten Stand gebracht werden. Den Anfang macht unser Lektor Wilfried Schotten:

„Hallo zusammen und guten Tag! Als Besserwisser vom Dienst, sprich, Lektor oder auch Korrektor, schaue ich mir die Texte der wöchentlichen KB-Ausgabe etwas genauer an. Das heißt, ich suche nach Fehlern, wie früher meine ebenso pingeligen Lehrer(kollegen). Dabei möchte ich zu meiner Rechtfertigung anführen, dass die Glaubwürdigkeit einer Zeitung auch mithilfe korrekter Rechtschreibung durchaus untermauert werden kann / sollte!

Besagte Fehler sind recht unterschiedlich, von der Interpunktion über die „normale“ Orthografie bis hin zur Wortwahl. Sehr oft ist es ja auch „Kollege Computer“ selber, der durch willkürliche Silbentrennung meine Korrektur herausfordert. Dies zur Ehrenrettung meiner schreibenden Kollegen und -innen.

Die kleinen Missgeschicke sind jedoch nicht so häufig, wie man hinter diesen Zahlen vermuten könnte: Pro Seite finde ich circa vier bis fünf, darunter wahre Prachtexemplare und da bin ich bei dem Teil meiner Arbeit, der richtig Spaß, sogar Vergnügen bereitet. Es verlange nun niemand von mir, dass ich die Namen der Verfasser nenne, ich beschränke mich auf die unfreiwilligen Blüten, die mir hin und wieder entgegensprießen.

Da wird z.B. eine Kevelaerer Persönlichkeit als „Heinrich Blumenstengel“ zitiert; der Brunnen am Luxemburger Platz heißt plötzlich „Nero-Brunnen“; über das „Grenadierwerk“ hat sich schon mein Kollege Busman amüsiert und bei seiner Jubiläumsfeier bläst jemand die Posaune, die sich auf dem Foto als Saxophon herausstellt.

Eine wichtige Prozentzahl soll hier fairerweise nicht unerwähnt bleiben: Bei stolzen 95 Prozent der gefundenen Fehler bleibe ich auf fünf Prozent sitzen, die mir unerkannt durch die Lappen gehen.

Tja, wer im Glashaus sitzt… sollte bedenken, dass „errare humanum est“.