In lockerer Serie stellt KB-Autorin Delia Evers Kevelaerer Persönlichkeiten vor. Die Wallfahrtsstadt beheimatet viele engagierte Menschen – früher wie heute. Ob zum Geburtstag, Jubiläum oder anderen Anlässen werden wir auf bewegte Leben blicken. Heute auf das von …

Hendrina Janßen an ihrem 85. Geburtstag.Foto: Archiv Delia Evers
Hendrina Janßen
Ihr Leben ist so reich verlaufen wie ihr Wortschatz groß, ihr Mundwerk prächtig und ihr Dickschädel hart waren. Mit diesen Eigenschaften war sie eine überaus selbstständige, liebenswerte und bisweilen eigensinnige Dame: Hendrina Janßen, besser bekannt als Tütten Din.
Sie hat die Anekdote, wie sie zu dem Beinamen Tütten Din kam, 1000-mal erzählt. Und immer wieder hörten die Leute gern zu, wenn Hendrina Janßen mit kräftiger Stimme und in bestem Platt ihre eigene Geschichte erzählte, ein Leben reich an Dönekes, an harter Arbeit, an traurigen Erlebnissen und an familiären Freuden.
Es beginnt 1914; Hendrina, damals noch Grüntjens, ist eins von sieben Geschwisterkindern, vier sterben bald nach der Geburt. Sie selbst steht früh als Verkäuferin in einem Lebensmittelgeschäft, das in ihrem Elternhaus an der Biegstraße untergebracht ist. Es wird von Nöll Beckers, dem Fleischer und Schlachter von der Bahnstraße, als Filiale geführt und mit Wurstwaren beliefert.
Vor allem aber kurvt sie auf dem Fahrr…


