Weeze. Wenn sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst auf den Weg nach Weeze macht, dann geht es nicht nur um große Politik – sondern auch um große Emotionen. Beim diesjährigen Parookaville-Festival am Flughafen Weeze zeigte sich der Landeschef am Freitag (17. Juli) nahbar, interessiert und erstaunlich textsicher im Smalltalk mit Ravern aus aller Welt.
Zwischen Beats und Bürgerdialog
Mitten hinein in die pulsierende „City of Dreams“ führte Wüsts Rundgang – begleitet von einem Tross aus Mitarbeitenden, drei aufmerksamen Sicherheitskräften und einer nicht minder wachsamen Schar an Medienvertretern. Kaum bot sich ein passendes Fotomotiv, scharten sich Kameras und Mikrofone um den Ministerpräsidenten. Mit dabei auch Kevelaers Verleger Rudolf Beerden, der den Besuch journalistisch begleitete.
Doch Wüst suchte nicht nur die Linse, sondern vor allem das Gespräch. Immer wieder blieb er stehen, sprach mit Festivalbesuchern, hörte zu, lachte – Begegnungen auf Augenhöhe, die im politischen Alltag nicht selbstverständlich sind. „Mir ist der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort ein besonderes Anliegen“, hatte Wüst im Vorfeld betont – und ließ diesen Worten Taten folgen.
Friedliche Feierkultur am Niederrhein
Dass ein solcher Rundgang durch eine Menschenmenge von mehreren zehntausend Besuchern reibungslos verläuft, ist beim Parookaville keine Überraschung. Das Festival gilt als außergewöhnlich friedlich, die „Citizens“ als respektvolle Gemeinschaft. Auch Wüst nahm sich Zeit für Gespräche mit eingesetzten Polizeikräften und dankte ihnen für ihren Einsatz. Innenminister Herbert Reul wird am Samstag selbst vor Ort erwartet, um sich mit den Einsatzkräften auszutauschen.
Eintrag ins Goldene Buch – und in die Festivalgeschichte
Ein besonderer Moment spielte sich etwas abseits der großen Bühnen ab: Bürgermeister Georg Koenen hatte eigens das Goldene Buch der Gemeinde Weeze mit auf das Festivalgelände gebracht. Dort verewigte sich Hendrik Wüst – zur Freude des Bürgermeisters, der den wiederholten Besuch als besondere Wertschätzung für die Gemeinde und das Festival hervorhob.
Fast schon symbolisch wurde es dann, als Festivalmacher Bernd Dicks dem Ministerpräsidenten den offiziellen „Parookaville Pass“ überreichte. Damit ist Wüst nun auch ganz offiziell ein „Citizen“ der Stadt der Träume – ein Titel, der an diesem Nachmittag greifbar wurde.
Zufällige Begegnung mit Heimatbezug
Mitten im Festivaltrubel kam es zudem zu einem unerwarteten Wiedersehen: Wüst traf auf die aus Keppeln stammende und ebenfalls feiernde WDR-Reporterin Steffi Neu. Die Begegnung fiel herzlich aus – inklusive Umarmung. Neu, bekannt für ihre bodenständige Art, zeigte sich ebenso begeistert vom Festivalflair wie der Ministerpräsident selbst.
Parookaville als Aushängeschild
Der Besuch in Weeze war Teil einer größeren Niederrhein-Tour des Ministerpräsidenten. Neben wirtschaftlichen Themen – etwa einem Besuch bei der Siempelkamp Giesserei – stand bewusst auch die kulturelle Vielfalt im Fokus. Parookaville, so Wüst, sei eine „Erfolgsgeschichte made in Nordrhein-Westfalen“ und verbinde Kultur, Gemeinschaft und wirtschaftliche Stärke in beeindruckender Weise.
Mit rund 225.000 Besucherinnen und Besuchern zählt das Festival längst zu den größten seiner Art in Europa – und ist damit nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region.
Schnelle Fakten
Parookaville 2026
- Ort: Flughafen Weeze
- Besucherzahl: rund 225.000
- Erstveranstaltung: 2015
- Besonderheit: Inszenierung als fiktive „City of Dreams“ ihres Gründers Bill Parkooka
- Bedeutung: Eines der größten Electronic-Music-Festivals Europas, wichtiger Wirtschaftsfaktor am Niederrhein
Für einen Nachmittag wurde aus dem Ministerpräsidenten ein Teil dieser Stadt – mittendrin statt nur dabei. Und vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Besuchs: Politik funktioniert am besten dort, wo sie den Menschen begegnet – auch zwischen Bass, Beats und leuchtenden Bühnen.










beerden
Amphoria