„Mama, darf ich etwas Süßes?”
Eine Frage, die viele Eltern täglich mehrfach hören. Dazu kommen Diskussionen über Gemüse, aussortierte Mahlzeiten und die Sorge, ob das eigene Kind überhaupt genügend Nährstoffe bekommt.
Genau hier setzt Lena Simons an (33 Jahre, verheiratet, Mama eines 2-Jährigen).
Die angehende Nutrition Coachin begleitet Familien dabei, gesunde Ernährung ohne Druck, Verbote und ständige Diskussionen in den Alltag zu integrieren und das Verlangen nach Süßigkeiten mit einer Ernährung zu reduzieren, die individuell auf die jeweilige Familie zugeschnitten ist und auch langfristig trägt. Ihr Ziel ist es nicht, Kindern vorzuschreiben, was sie essen sollen. Stattdessen möchte sie ihnen helfen zu verstehen, warum bestimmte Lebensmittel ihrem Körper guttun.
„Kinder treffen erstaunlich gute Entscheidungen, wenn sie verstehen, was ihrem Körper guttut“, sagt Lena. „Sie müssen nicht alles über Vitamine wissen. Aber wenn sie verstehen, warum ein Lebensmittel ihnen Energie gibt, sie stark macht oder ihrem Bauch gut tut, treffen sie erstaunlich oft ganz von selbst gute Entscheidungen.”
Diese Erkenntnis entstand aus einer Begegnung, die später zur Grundlage ihres Frühstückshelden-Systems wurde.
„Ich habe mich mit einer Mutter über Ernährung unterhalten und erklärt, warum bestimmte Lebensmittel unserem Körper länger Energie liefern als andere und wie das mit Konzentrationsproblemen zusammenhängen kann. Ihre Tochter spielte daneben und hörte offenbar sehr genau zu.”
Kurze Zeit später stand das Kind vor der Wahl zwischen einem Schokobrötchen und einem selbstgebackenen Brot.
„Das Mädchen entschied sich ganz bewusst gegen das Schokobrötchen: „Ne Mama, das ist doch das, wovon ich mich nicht so gut konzentrieren kann. Ich warte lieber auf dein Brot im Ofen.” Niemand hatte ihr etwas verboten. Niemand hatte Druck gemacht. Sie hatte einfach verstanden, warum ihr Körper von anderen Lebensmitteln mehr hat.”
Dieser Moment ließ Lena nicht mehr los.
„Da wurde mir klar, dass wir Kindern Ernährung oft nur mit ‚das ist gesund’ erklären oder mit Vorschriften und Verboten, statt mit Verständnis. Sie brauchen Bilder, Geschichten und Zusammenhänge, die sie wirklich begreifen können.”
„Süßigkeiten sind vor allem deshalb so beliebt, weil sie überall präsent sind”, erklärt Lena. „Kindergeburtstage, Weihnachten, Ostern, jede Feierlichkeit – Süßigkeiten werden immer als etwas ganz Besonderes dargestellt, und bunte Verpackungen unterstützen das zusätzlich noch.”
Hinzu komme, dass viele Eltern und Großeltern selbst mit einem Belohnungssystem aufgewachsen seien: Wer aufisst, bekommt ein Eis. Wer mitkommt oder etwas Bestimmtes tut, bekommt eine Süßigkeit.
„Das ist kein Vorwurf an Eltern. Eltern geben jeden Tag ihr Bestes. Oft fehlt einfach das Wissen oder die Zeit. Genau deshalb möchte ich ihnen Lösungen geben, die im stressigen Alltag wirklich funktionieren.”, sagt Lena. Auch Nudeln, Pommes oder Eis seien überall präsent, im Kindergarten, im Restaurant, im Freibad. Gesunde Alternativen dagegen finde man dort deutlich seltener.
Viele Erwachsene, so Lena, kämpften bis heute mit einem gestörten Essverhalten oder einem eigenen Belohnungssystem: der Schokoriegel abends auf der Couch nach einem stressigen Tag, „das habe ich mir jetzt verdient”… emotionales Essen inklusive.
„Wir haben heute die Möglichkeit, es anders zu machen und unseren Kindern etwas anderes mitzugeben. Genau deshalb möchte ich gesunde Lebensmittel mehr zur Normalität machen und mehr Berührungspunkte schaffen. Spielerisch und ohne Druck.”
Aus dieser Idee entstanden die Frühstückshelden.
Gesunde Lebensmittel werden dabei zu einer eigenen Heldenfigur mit besonderen Fähigkeiten. Kinder lernen spielerisch, welche Aufgaben Gemüse, Obst, Saaten, Hülsenfrüchte oder andere nährstoffreiche Lebensmittel im Körper übernehmen. Kinder lernen auf eine andere Weise als Erwachsene. Sie lernen über Geschichten, Wiederholung und positive Erlebnisse. Genau darauf baut das Frühstückshelden-System auf.
„Das Ziel ist nicht, dass Kinder alles essen müssen.
Mir geht es auch nicht darum, dass Kinder möglichst früh perfekt essen.
Ich wünsche mir, dass sie neugierig werden und von Anfang an eine gesunde Beziehung zu Lebensmitteln entwickeln und das ohne Angst, ohne Verbote und ohne Belohnungssysteme.
Für mich geht es bei Ernährung deshalb nie nur um Gemüse. Es geht darum, Kindern eine Grundlage mitzugeben, auf der sie ihr ganzes Leben aufbauen können.
Denn wenn Kinder verstehen, was Lebensmittel in ihrem Körper bewirken, entsteht oft etwas ganz anderes als Druck und zwar echtes Interesse.”
Die Rückmeldungen von Familien bestätigen diesen Ansatz. Eltern berichten von weniger Diskussionen am Esstisch, weniger Aussortieren, mehr Probierfreude und deutlich weniger Nachfragen nach Süßigkeiten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist Lena die Geschichte eines Kindes, das sich bewusst für ein Saatenbrot statt eines Weizenbrötchens entschied, weil es wusste, dass der Frühstücksheld „Captain Saatenstark” dem Körper länger Energie schenkt.
„Das war eine kleine, spielerische Geschichte, die ich dem Kind einfach erzählt hatte – und trotzdem ist genau das hängengeblieben.”
Auch andere Beispiele zeigen, wie sehr sich der Blick der Kinder verändert. Bei einer Familie lagen die gekauften Kekse plötzlich drei Wochen lang unangetastet im Kühlschrank weder die Mutter noch ihre drei Kinder wollten sie noch essen. Hier spielte vorallem die Ernährungsumstellung eines große Rolle.
Besonders berührt hat Lena die Geschichte eines vierjährigen Mädchens: Als die Oma ihr wie gewohnt Süßigkeiten anbot, lehnte das Kind von sich aus ab und erklärte ihr in eigenen Worten, warum sie ihr keine Süßigkeiten mehr kaufen soll. Niemand hatte es ihr vorgesagt.
„Für mich sind genau das die schönsten Momente”, sagt sie. „Nicht weil ein Kind etwas Bestimmtes gegessen hat, sondern weil es selbst eine bewusste Entscheidung getroffen hat.”
Immer wieder erlebt sie, dass Kinder nach Gemüse zum Frühstück fragen, wie ihr eigener Sohn, der regelmäßig nach Blumenkohl zum Frühstück fragt, neue Lebensmittel ausprobieren oder beginnen, Fragen zu stellen, was in ihrem Körper passiert.
Kinder kommen ja schließlich nicht mit dem Wunsch auf die Welt, nur Nudeln und Süßigkeiten zu essen. Sie wachsen in einer Welt auf, in der genau diese Lebensmittel ständig verfügbar, bunt beworben und emotional aufgeladen sind. Deshalb möchte ich gesunde Lebensmittel wieder sichtbar, spannend und selbstverständlich machen.
„Nicht nur zu viel Druck am Esstisch kann dazu führen, dass Kinder Essen ablehnen, sondern auch eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen kann eine Rolle spielen”, sagt Lena. Isst ein Kind über Monate hinweg immer wieder nur dieselben paar Lebensmittel, achtet sie in ihren Begleitungen deshalb genau darauf, ob wichtige Nährstoffe fehlen, etwa wenn ganze Lebensmittelgruppen dauerhaft ausbleiben. Bspw. kann ein Eisen- oder Zinkmangel das Essverhalten beeinflussen.”
„Wenn ein Kind quasi nur noch Nudeln isst und dabei blass oder müde wirkt, sollte man genauer hinschauen, statt es als bloße Phase abzutun”, sagt Lena. Diese Perspektive kennt sie auch aus eigener Erfahrung: Als Kind war sie selbst eine der wählerischsten Esserinnen mit einer Ernährung, die lange fast nur aus Nudeln und Süßigkeiten bestand. Hautprobleme, ständiges Kranksein und Konzentrationsprobleme haben sie dabei begleitet.
„Der Alltag ist sowie schon für viele herausfordernd. Gesunde Ernährung sollte dabei kein täglicher Kampf sein. Familien brauchen mehr Leichtigkeit und weniger Essensstress.”
Seit März 2026 stellt Lena ihre Frühstückshelden öffentlich vor. Aktuell schreibt sie ihre Abschlussarbeit zur Nutrition Coachin, die sie im Sommer beendet.
„Mein Wunsch ist, dass meine Superhelden ihren Weg in möglichst viele Familien finden, auch in die, in denen Kinder gar nicht besonders wählerisch sind”, sagt Lena. „Es geht mir darum, Kindern einen bewussten Bezug zu ihrem Körper zu geben und Gemüse sowie andere gesunde, echte Lebensmittel genauso selbstverständlich werden zu lassen wie Nudeln und Brot.”
Ihr Wunsch reicht dabei über die eigene Familie hinaus: Auch in Kindergärten und später in Schulen sieht Lena großes Potenzial für ihre Frühstückshelden für kleine Entdecker.
Ein wichtiger Meilenstein folgt nun im Biomarkt in Geldern. Dort finden Familien Rezeptkarten, ein kostenloses Ausmalbild von Superheld Brokkie sowie eine kleine Helden-Suche durch den Markt.
Für Lena ist die Zusammenarbeit etwas Besonderes.
„Ich bin unglaublich stolz, dass die Frühstückshelden ihren ersten Platz in einem Markt gefunden haben, der dieselben Werte vertritt wie ich: Qualität, echte Lebensmittel und ein bewusster Umgang mit Ernährung.”
Am 17.07. von 10 bis 14 Uhr ist Lena persönlich vor Ort. Besucher können einen Frühstückshelden-Kuchen probieren, Fragen stellen und mehr über das Frühstückshelden-System erfahren.
Denn ihre Vision reicht weit über einzelne Lebensmittel hinaus:
„Ich wünsche mir eine Generation von Kindern, die versteht, was ihrem Körper guttut – und die deshalb freiwillig gute Entscheidungen trifft.
Vielleicht wird dann irgendwann aus einem ‘Igitt, Brokkoli!’ ein neugieriges ‘Was kann Brokkie eigentlich?’ Genau diese kleinen Momente verändern langfristig den Blick von Kindern auf Ernährung.”
Kontakt: Instagram: natuerlich.gesund.lena
Der Name ist bewusst gewählt, denn Lena begeistert sich nicht nur für gesunde Ernährung, sondern auch für einen rundum natürlichen Lebensstil.



Tom Hieckmann