Mehr als ein Lieferservice

Wer kennt sie nicht, die roten Minivans mit der Aufschrift „Essen auf Rädern“, „Caritasverband Geldern-Kevelaer“ und „Klosterküche Kevelaer“? Insbesondere in den Vormittagsstunden und um die Mittagszeit sieht man neun Fahrzeuge durch den ganzen Südkreis und auch im Nordkreis Kleve, über Goch und bis Materborn fahren. Aber was steckt dahinter? Tobias Kleine­brahm, Pressesprecher der Caritas, Eva Heßeling, die Koordinatorin für „Essen auf Rädern“, und Küchenchef Heinrich Ruiters gestatten den Lesern des Kevelaerer Blattes einen Blick hinter die Kulissen.

„Ihr Wohlergehen ist unser Anliegen“, unter diesem Motto handelt der Caritasverband Geldern-Kevelaer. Er engagiert sich in vielen sozialen Fragen aus der Tradition christlicher Nächstenliebe für Menschen in Not. Für zahlreiche betagte Menschen und viele mit Handicap, die in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, sind Einkaufen und die Nahrungszubereitung zu schwierige Tätigkeiten, bei denen sie auf Hilfe angewiesen sind. „Essen auf Rädern“ des Caritasverband bietet Menschen, die trotzdem noch in ihren eigenen Wohnung leben, genau diese Hilfe an. Zusätzlich erhalten fünf Senioreneinrichtungen, das Hospiz in Wetten und die Tagespflege in Geldern, Mittagstisch geliefert.

Auch Seniorenhäuser, Hospiz und Tagespflegeeinrichtung erhalten die rollenden Speisen.

Bei der Essenszubereitung wird darauf geachtet, dass frische, regional verfügbare Lebensmittel verarbeitet werden. Bauernmarkt, Fleisch Abels, Geflügel Berghs und Kartoffelbauer Diepers sind nur einige der lokalen Lieferanten. Täglich sind zehn Mitarbeiter des Küchenteams im Einsatz, um das Essen (Produktion, kalte Küche, Verteilung und Portionierung sowie Spülküche) in der Klosterküche, dem ehemaligen Kloster der Clemensschwestern, zuzubereiten. Es gibt täglich vier Menüs, darunter ein vegetarisches und eines ohne Schweinefleisch.

Das Essen wird von den Köchen nur zu 80 Prozent gegart, so dass Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben. Dann wird das Essen auf zwei Grad herabgekühlt, auf dickwandiges Geschirr portioniert, und die Teller werden mit einem Deckel versehen. Beim Erhitzen und Endgaren in einem Konvektomaten – kurz vor der Auslieferung – bleiben so der Geschmack und die Konsistenz der Speisen bewahrt.

Für den Transport kommen die Teller oder Suppenschüsseln in eine Isolierverpackung, die die Wärme drei Stunden hält. Alle Kunden erhalten ihr Essen bis 13 Uhr Frühstück für den nächsten Tag oder das Abendessen können auf Wunsch gleich mit geliefert werden.

Nach dem Rechten sehen

Bei der Anlieferung sind die Mitarbeiter, die die Autos fahren, nicht nur die Lieferanten. Sie werden oft schon erwartet, denn sie sind auch Vertrauensperson, Ansprechpartner und oft einziger Kontakt des Tages. Nicht nur, dass viele von ihnen den Wohnungsschlüssel haben, damit die Kunden nicht mühsam zur Türe müssen, sie gewährleisten auch, dass die Kunden ein Sicherheitsgefühl verspüren, weil so jeden Tag einmal jemand „nach dem Rechten sieht“ und sie nach ihrem Befinden fragt. Im Notfall stellen sie auch Kontakt zu Ärzten oder Pflegediensten her und der Caritas-Pflegedienst hilft bei Bedarf kurzfristig aus.

Die Fahrer müssen an einer Hygieneschulung teilnehmen und neben einem Führerschein eine hohe soziale Kompetenz mitbringen, die durch regelmäßige Dienstbesprechungen validiert wird.

Knapp 300 Kunden dürfen darauf vertrauen, dass „Essen auf Rädern“ nicht nur das kulinarische Highlight des Tages ist, sondern dass professionelle Mitarbeiter der Caritas dafür sorgen, dass auf ihr Wohlergehen geachtet wird.