Marketingpreis 2018 verliehen

Mit einer launigen Rede begrüßte Bürgermeister Dominik Pichler am Freitagabend die Gäste der Marketingpreisverleihung 2018. So viele Anmeldungen wie nie verzeichnete der Kevelaerer Preis nach Angaben von Wirtschaftsförderer Bruns sowohl auf der Seite der interessierten Gäste, als auch der Vorschläge, aus denen die Jury die Gewinner ausgewählt hatten. Nach einem freien Vortrag zum Thema Wertschätzung durch Moritz Freiherr von Knigge und musikalischen Beiträgen durch Kevelaerer Künstler, wie die Gruppe Adesa, den Familienchor, die VFR-Showgirls und die Familie Birkhoff, wurden die Preise in den einzelnen Kategorien vergeben.

Die Gewinner:

Kategorie Unternehmensgründer

Wie Nanomaterialien nach individuellem Kundenwunsch optimal hergestellt werden, zeigt das Start-up HSWmaterials GmbH. Geschäftsführer Dr. Sebastian Hardt setzt auf Synthese nach Maß und baut verfahrenstechnische Anlagen für deren Herstellung. Dafür bekommt der Gründer nun einen der begehrten Marketing-Preise der Stadt Kevelaer verliehen.

„Zu sehen, dass die Schrauben, an denen du drehst, die richtigen sind, um das zu erreichen, was man wollte – das ist schon toll“, fasst Jungunternehmer Dr. Sebastian Hardt seine berufliche Leidenschaft zusammen. Gegründet im Jahre 2017, hat der Maschinenbauer aus Kevelaer sein Spin-off in weniger als zwei Jahren zu einem Unternehmen gemacht, das sich aus den eigenen Umsätzen trägt und wächst.

Die HSWmaterials entwickelt und produziert Materialsysteme im Kundenauftrag. Auf Basis der gleichen experimentellen und theoretischen Methoden wie bei der Materialentwicklung berät das Unternehmen Firmen bei der Optimierung ihrer eigenen Verfahrenstechnik, damit diese effizienter und ressourcenschonender produzieren können. Darüber hinaus werden bei HSWmaterials auch Anlagen und Anlagenteile zur Materialherstellung konstruiert und gefertigt. Dies geschieht in Kooperation mit der ayxesis GmbH, der ersten Unternehmensgründung von Hardt. Die ayxesis ist eine Gesellschaft für Maschinen- und Anlagenbau und hat zwei Standbeine: die Entwicklung von Pumpen (z.B. Zahnrad- und Schlauchpumpen) und den Bau von Sondermaschinen und -anlagen.

Momentan arbeiten Hardt und sein Team vor allem an der Technologie von Sprayflammenanlagen. In dieser werden Partikel mit ganz bestimmten Eigenschaften aus unterschiedlichen Stoffen hergestellt. Die benötigten Ausgangsmaterialien werden dabei in eine Flamme gesprüht. Bei der Verbrennung zersetzen sie sich und es entstehen Nanopartikel. Die Kunst liegt darin, die Zusammensetzung und Weiterverarbeitung der winzigen Teilchen so zu steuern, dass sie am Ende die gewünschten Eigenschaften haben. Zum Beispiel, um Auftraggebern dabei zu helfen, Schadstoffe aus dem Wasser zu entfernen oder um neue Materialien für die Energiespeicherung zu entwickeln. „Nanopartikel werden in der Industrie vor allem eingesetzt, um Eigenschaften von Produkten zu verbessern oder zu ändern. Zum Beispiel, um Sensoren zuverlässiger zu machen oder Speicherkapazitäten zu erhöhen“, erklärt Hardt.

Die erste, sehr erfolgreiche Anlage zur Herstellung solcher Partikel hat der Gründer während seiner Promotion an der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt und konstruiert „Bereits diese Anlage war sehr erfolgreich“, so Hardt, „Sie war klein, kompakt, konnte in kurzer Zeit relativ viel Material in hoher Qualität erzeugen und ist so zuverlässig, dass sie bis heute in Betrieb ist.“ Während seiner Promotionszeit forschte er am Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE). Mittlerweile hat er einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um die Zusammenarbeit an neuen Ideen auch langfristig weiterzuführen. Denn: „Was nutzt schon die ganze Forschung, wenn man sie nicht anwendet?“, so Hardt.

Der Erfolg basiert aber nicht nur auf der Qualität der Produkte und der großen Nachfrage. Maßgeblich ist auch das Engagement seiner Mitarbeiter, sowie die überaus gute Zusammenarbeit mit den anderen beiden Gesellschaftern. Gemeinsam mit Prof. Dr. Christof Schulz und PD Dr. Hartmut Wiggers vom Institut für Verbrennung und Gasdynamik an der UDE kommen gut und gerne 50 Jahre Erfahrung im Bereich Nanotechnologie zusammen. Beste Voraussetzungen für das junge Unternehmen, auch in Zukunft als wichtiger Treiber für wirtschaftliches Wachstum zu fungieren und zur Stärkung des Standorts beizutragen.

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Kategorie Unternehmerpersönlichkeit

Es war eine Entscheidung aus Überzeugung. Als Franz-Josef Schraven vor gut 15 Jahren sein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien gründete, waren die Themen Klima- und Umweltschutz tagespolitisch und medial nicht so populär besetzt wie heute. Doch für das ehemalige BUND-Kreisvorstandsmitglied sprachen die Zeichen der Zeit eine eindeutige Sprache.

2004 gab es im Vergleich zu heute noch wenig Photovoltaikanlagen in Deutschland, doch mit der ersten eigenen PV-Anlage waren die Weichen gestellt. Neben unzähligen kleinen und mittelgroßen PV-Anlagen installierte F.-J. Schraven mit seinem Team in der Folgezeit auf dem Zentrallager der Firma Kompernaß die seinerzeit größte PV-Anlage Bochums, stattete den Schalker Sportpark mit über 1.300 Solarmodulen aus und stellte dem Berufskolleg Uerdingen 10 PV-Vorführanlagen zu Unterrichts – und Anschauungszwecken mit entsprechender Fernüberwachungstechnik zur Verfügung. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Leistungsspektrum der Schraven Solar im Rahmen der ganzheitlichen Beratung stetig weiter.

F.-J. Schraven erkannte, dass der Unternehmensname für das breite Tätigkeitsfeld – welches das Unternehmen mittlerweile abdeckt – einfach zu eng war. Somit wurde die ESN Energiesysteme Niederrhein GmbH aus der Taufe gehoben. Dieser neue Name lässt zu dem bereits bekannten Angebot auch jede energieaffine Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios zu, die die rasante Entwicklung dieses Marktes zwangsläufig einfordert. Zugleich machen leistungsstarke Solarmodule, bezahlbare Stromspeichersysteme, professionelle Anlagenreinigung u. -wartung, innovative Heizungssysteme, Elektromobilität und die entsprechende Ladeinfrastruktur im öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich eine individuell auf den Kunden zugeschnittene Konzeptionierung notwendig, um eine möglichst große Unabhängigkeit zu erreichen.

Doch F.-J. Schraven will noch mehr. Er will nicht nur den einzelnen Kunden unabhängiger machen, er arbeitet ebenso an der Selbstversorgung und CO2-Neutralität des Kreises Kleve. Die eigens dafür gegründete Energiegenossenschaft Niederrhein eG entwickelt und realisiert entsprechende Großprojekte im gewerblichen und kommunalen Bereich und bietet im Rahmen des Genossenschaftsprinzips allen interessierten Bürgern die Möglichkeit, dieses Ziel aktiv zu unterstützen.

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Kategorie Marketingkonzepte

Hinter der Marke EcoChalet steht das 5 köpfige Team der Scholl & Grigoleit GbR. Mit ihrer über 20jährigen Berufserfahrung in der Chalet- und Mobilheimbranche sind sie mittlerweile Experten auf diesem Gebiet und garantieren mit ihrer Kompetenz und ihrem Engagement stets überzeugende Ergebnisse.

Mit größter Sorgfalt wählen Sie nur hochwertiges Baumaterial für ihre unterschiedlichen Modelle aus. Qualität und Innovation sind dabei die maßgeblichen Treiber.

Jedes Modell ist ein Unikat und wird in enger Kundenabstimmung unter nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Standards produziert. Hier wird Wert auf eine sparsame Nutzung der Ressourcen und Verwendung umweltfreundlicher Materialien gelegt. Aus ökologischer Sicht ist das EcoChalet deshalb ein echtes Vorbild.

Wir versuchen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen, um auch für die nachfolgende Generation einen gesunden Planeten zu hinterlassen,“ so der Inhaber und vierfache Vater Artur Scholl.

Wohngesund und naturverbunden ist unsere Philosophie für ein gesundes Raumklima ohne chemische Gerüche und schädliche Emissionen. Auf Wunsch kann ein EcoChalet barrierearm oder energieautark mit Photovoltaik-Anlage und eigener Wasseraufbereitung ausgestattet sein.

Für den Bau eines EcoChalets werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe und ökologisch abbaubare Materialien verwendet, die regional bezogen werden. Für den Boden kommen z.B. ausschließlich heimische Hölzer wie Fichte oder Douglasie zum Einsatz. Bei den Wandfarben wird zum Beispiel Lehm und Kalk verwendet. Das macht das EcoChalet zu einem wohngesunden Raum, ohne gefährliche und giftige Stoffe. Das Chalet kann darüber hinaus vollkommen autark geführt werden – unabhängig von Strom- und Wasserlieferanten.

Nach einem ersten Informationsgespräch wird der Kunde von der ersten Zeichnung bis zur „Schlüsselübergabe“ nach der Fertigstellung und Montage des Chalets begleitet, indem individuelle Wünsche und Vorstellungen hinsichtlich Außengestaltung sowie Inneneinrichtung ausführlich besprochen und verwirklicht werden. EcoChalet, das bedeutet nachhaltiges Wohnen zu fairen Preisen. Es sind „Wohnträume“, die komplett ökologisch ausgerichtet sind, dem Prinzip der sog. „tiny houses“ nachempfunden, lediglich mit dem Unterschied, dass ein Eco Chalet nicht zwangsläufig klein sein muss.

Die Wohnfläche kann immer individuell und optimal auf die Bewohnerzahl angepasst werden, denn ein EcoChalet gibt es in verschiedenen Größen und Schnitten. Das Haus passt sich also den Bedürfnissen der Bewohner an – und nicht umgekehrt.

Hergestellt werden die EcoChalets in Kervenheim und in der Niederlassung in Goch.

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Kategorie Sonderpreisträger

Seit 2016 lockt jährlich im Juni ein von lokalen Künstlerinnen und Künstlern selbst organisiertes Kunst- und Kulturerlebnis in die Wallfahrtsstadt Kevelaer: Die „Landpartie am Niederrhein“. Kunst, Kunsthandwerk, Kreatives und ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, das Ganze präsentiert im besonderen Ambiente von Werkstätten, Ateliers und Gärten. Diese vielversprechende Kombination begeistert ein großes und stetig wachsendes Publikum aus der Region, ganz Deutschland und den angrenzenden Niederlanden.

Drei Jahre Landpartie am Niederrhein – was für Viele jetzt schon eine schöne Tradition ist, begann mit einem offenen Treffen im Goldenen Löwen im August 2015. Die beiden Initiatorinnen, die Kevelaerer Fotografin Raphaele Feldbrügge und Kulturmanagerin Anne van Rennings, luden damals Interessierte ein, um ihre Idee vorzustellen. Inspiriert waren sie von der Kulturellen Landpartie im Wendland und den Atelierrouten in den Niederlanden. Ihre Idee traf auf viele offene Ohren und so beteiligten sich bereits bei der Premiere im Juni 2016 über 50 Künstler an 12 Ausstellungs- und Veranstaltungsorten. Die Veranstaltung wuchs in den Folgejahren und 2018 waren über 100 Künstler und Kreative an 18 Orten mit von der Partie. Inzwischen gehört die Landpartie am Niederrhein bereits zum festen Bestandteil des niederrheinischen Kultursommers, im kommenden Jahr wird sie am 22. und 23. Juni 2019 stattfinden. Zahlreiche neue und bekannte Aussteller und Orte werden dabei sein, die Vorbereitungen laufen bereits jetzt.„Die Vielfalt der teilnehmenden Menschen, Orte und Gewerke war und ist unser großes Anliegen, wir möchten die Besucher teilhaben lassen an der unglaublichen Schaffenskraft der lokal und regional aktiven Kunst- und Kulturschaffenden. Auch wir entdecken dabei immer wieder Neues, was uns großen Spaß macht,“ erklärt Raphaele Feldbrügge. „Wir sehen die Landpartie als Plattform für Künstler und kreativ aktive Menschen ihre Leidenschaft mit einem großen Publikum zu teilen“, beschreibt Anne van Rennings „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie auf diese Weise neue Ideen und gemeinsame Projekte entstehen. Begegnung, gegenseitige Inspiration und der offene Austausch sind eine Bereicherung für alle Beteiligten, das Publikum und für unsere Stadt.“

Das Interesse an einer Beteiligung ist auch für das kommende Jahr ungebrochen. „Immer wieder melden sich Künstlerinnen, Künstler und interessierte Gastgeberinnen bei uns,“ erzählt Raphaele Feldbrügge, „schon im zweiten Jahr haben die Menschen uns angesprochen und nicht wir sie.“ Dafür gibt es viele Gründe. „Ich schätze den direkten Austausch mit meinen Gästen“, erklärt Bettina Hachmann, die 2017 mit ihrem Atelier auf Schloss Wissen bereits das dritte Mal dabei war, „besonders hat mich gefreut, dass zur Landpartie viele Menschen den Weg in mein Atelier finden, die sonst wenig Berührungspunkte mit meiner Kunst haben.“ Auch Diana Valks-van Adrichem, Floristin aus Kevelaer, freut sich über das große Interesse des Publikums: „Gemeinsam mit befreundeten Künstlern und Kunsthandwerkern ist es mir eine große Freude, Gäste auf unserem Hof in den Niersauen zu begrüßen und gemeinsam mit ihnen eine gute Zeit zu haben“, erzählt sie. Viele Aussteller und Aktive nutzen die Landpartie, um aktuelle Arbeiten und Projekte mit dem Publikum teilen. Der Verkauf der Arbeiten ist für viele Beteiligte dabei willkommener Nebeneffekt. Die Aufgabenteilung hat sich über die Jahre nicht geändert. Die Initiatorinnen organisieren die Austauschtreffen, stehen hier und da beratend oder vermittelnd zur Seite. Sie machen die Pressearbeit, gestalten Flyer, Internetseite und das umfassende Programmfaltblatt mit Karte. Die ansprechende Vielfalt entsteht bei der Landpartie durch die Gastgeberinnen und Gastgeber: Die Programmgestaltung und die Auswahl der Aussteller an den zahlreichen Orten liegen von Beginn an vollständig in ihrer Hand. Durch die ganz individuelle Mischung von Menschen und Genres wird so jeder Ausstellungsort zu einem eigenen kleinen Kosmos mit einzigartigem Charme.

In den letzten drei Jahren konnten wir miterleben, wie die Landpartie am Niederrhein Menschen begeistert und auf die Räder lockt“, berichtet Michael Rütten, Geschäftsstellen Leiter der Volksbank an der Niers in Kevelaer. Er freut sich besonders, dass sich neben Touristen sehr viele Menschen aus Kevelaer und Umgebung von der Veranstaltung angesprochen fühlen und in Kontakt treten mit Künstlern und Kreativen hier vor Ort. Die Volksbank an der Niers unterstützte die Veranstaltung erstmals im Jahr 2018 und wird sich auch weiter als Sponsor für die Veranstaltung einbringen. Die Rückblicke auf die vergangenen Veranstaltungen und stets aktuelle Informationen für 2019 gibt es auf der Internetseite www.landpartie-niederrhein.de.

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