Macht und Verantwortung müssen neu verteilt werden

Initiatorinnen von Maria 2.0 im Gespräch mit Bischof Felix Genn

Initiatorinnen von Maria 2.0 im Gespräch mit Bischof Felix Genn. Foto: Bischöfliche Pressestelle

Die Initiatorinnen von Maria 2.0 sind mit dem Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, zu einem Gedankenaustausch und Gespräch zusammengekommen. An dem Treffen nahmen seitens der Initiative teil: Christiane Berg, Silvia Diemon, Sigrid Kammann, Lisa Kötter und Andrea Voß-Frick. Bischof Genn wurde von Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp begleitet.

Das Gespräch fand in einer angenehmen Atmosphäre statt, in dem unterschiedliche Standpunkte ebenso deutlich wurden wie gemeinsame Positionen und Haltungen. Dem Bischof von Münster war es vor allem ein Anliegen, sich persönlich mit den Frauen zu treffen und ihnen zuzuhören.

Die Initiative Maria 2.0 richtet sich nicht gegen die Kirche, sondern sie wünscht sich einen Neubeginn, damit die Frohe Botschaft Jesu Christi nicht nur verkündet, sondern auch gelebt wird. Die Initiatorinnen sind der Meinung, dass es mehr Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit geben muss, um unheilvolle Strukturen aufzubrechen. Im Zentrum der Initiative Maria 2.0 steht die Sorge engagierter Frauen und Männer um die Zukunft der Weitergabe eines lebendigen und befreienden Glaubens auch an die nächsten Generationen. Diese Sorge eint sie mit dem Bischof von Münster.

Das Vertrauen in die Kirche ist bei vielen Menschen stark erschüttert. Um Vertrauen zurückzugewinnen, müssen auch die Machtstrukturen in der Kirche verändert werden: Macht, Lei-tung und Verantwortung müssen neu verteilt werden; mehr Frauen müssen verantwortliche Positionen in der Kirche übernehmen. Auch im Außenbild muss dann stärker sichtbar werden, dass Kirche eine Gemeinschaft der Gläubigen ist, in der nicht vor allem Männer, sondern Frauen und Männer auf Augenhöhe Leitung und Verantwortung wahrnehmen und zu Entscheidungen befugt sind.

Die Initiatorinnen von Maria 2.0 und der Bischof von Münster wollen über einen zukunftsorientierten Weg für die katholische Kirche miteinander im Kontakt und im Gespräch bleiben. Ein weiteres Treffen gibt‘s noch in diesem Jahr.