Landwirte protestierten in Berlin

Die bundesweiten Bauernproteste haben eine neue Stufe erreicht: Mehrere 1.000 Trecker und rund 10.000 Bauern demonstrierten am Brandenburger Tor und forderten von der Politik, Gehör für ihre Anliegen zu finden.

Dabei waren auch wieder mehrere 100 Bauern vom Niederrhein, die sich schon tags zuvor an der Staffelfahrt der Traktoren durch NRW beteiligt hatten. 200 Landwirte hatten sich mit ihren Fahrzeugen von Wesel, 250 von Kerken aus auf den Weg gemacht, erklärte der Kevelaerer Georg Biedemann als Koordinator für die Region gegenüber dem KB. Die fuhren bis Essen mit – und machten sich dann in der Nachtmit dem Sonderzug auf in Richtung Berlin.

Landesweite Kolonne

Die landesweite Kolonne war am Morgen von Bonn aus über Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Hamm bis Bielefeld gefahren. Georg Biedemann hatte auf dem Düsseldorfer Messegelände vor gut 600 Berufskollegen und Politikern, unter anderem der Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, nochmal die Haltung der Landwirte für einen konstruktiven Dialog zwischen den Beteiligten deutlich gemacht.

Im Zuge der Veranstaltung wollte ein AfD-Mitglied mit einem Banner die vorgebliche Nähe seiner Partei zu den Zielen der Landwirte zeigen. „Ich habe in Düsseldorf öffentlich gesagt, dass wir uns ausdrücklich von der AfD distanzieren und damit nichts zu tun haben wollen“, stellte Biedemann klar. „Da haben wir nicht die geringsten Ambitionen zu. Das ist unsere Veranstaltung.“ Ansonsten sei man bereit, mit allen Parteien zu reden.

Auf der Demonstrationsstrecke wurden auch Briefe der Bauern für Bundeskanzlerin Angela Merkel gesammelt. „Die wurden bis Berlin noch transportiert und übergeben. Da hat jeder seine Sorgen und Nöte zum Ausdruck gebracht, Kinder haben Bilder gemalt, alles was jeder wollte.“

Biedemann und seine Mitstreiter hoffen jetzt, dass ihre Anliegen (Stichwort „Düngeverordnung oder gleichberechtigte Mitsprache“) von der Politik gehört werden. „Wir sind nicht gegen etwas, wir wollen auch Insekten- und Naturschutz. Wir wollen aber mitreden und suchen dazu den Dialog.“