Dass sich der Niederrhein für eine entspannte Radtour in besonderer Weise eignet, ist kein Geheimtipp. Dabei Kunst und Kreatives entdecken, großartige Menschen und Orte kennenlernen und gemütliche Pausen bei der ein oder anderen Leckerei einlegen, dass macht das Ganze zur unverwechselbaren „Landpartie am Niederrhein“. In Kürze findet das Ausstellungsformat der besonderen Art zum neunten Mal in und rund um die Wallfahrtsstadt Kevelaer statt. Die Kreativen hier laden am 8. und 9. Juni sowie am 15. und 16. Juni gemeinsam ein, insgesamt 24 einzigartige Ausstellungorte zu erkunden.

Das Programm ist so facettenreich wie die Menschen, die die Ausstellungsorte gestalten: Malerei, Fotografie, Arbeiten in Ton, Holz oder Beton sind ebenso vertreten wie Genähtes, Geschweißtes und Gestricktes. Konzerte, Mitmach-Angebote, Lesungen und Beiträge zur Geschichte der Ausstellungsorte machen die „Landpartie am Niederrhein“ zu einer besonderen Gelegenheit für eine Auszeit vom Alltag für alle Generationen.

Kostenloses Programmheft

Das kostenlose Programmheft mit innenliegender Radkarte umfasst in diesem Jahr rund 70 Seiten. „Diese `volle Packung´ Kultur in kurzen Worten zusammenzufassen ist kaum möglich“, so Anne van Rennings von „wirKsam e.V.“. „Jeder einzelne Ausstellungsort, jeder Programmpunkt wären es wert, Erwähnung zu finden!“

„Die Vielfalt der teilnehmenden Menschen, Orte und Gewerke war und ist uns ein großes Anliegen. Die Landpartie macht es möglich, an der unglaublichen Schaffenskraft der lokal und regional aktiven Kunst- und Kulturschaffenden ganz unkompliziert teilzuhaben. Auch wir entdecken dabei immer wieder Neues, was uns großen Spaß macht“, erklärt wirKsam-Projektleiterin Raphaele Feldbrügge. „Es ist immer wieder schön zu erleben, wie auf diese Weise – an den Veranstaltungstagen, aber auch in der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung – neue Kontakte, Ideen und gemeinsame Projekte entstehen. Begegnung, gegenseitige Inspiration und der offene Austausch sind eine Bereicherung für alle Beteiligten, das Publikum und unsere Region“, stellt wirKsam-Vorsitzende Anne van Rennings fest.

Feldbrügge und van Rennings von wirKsam e.V. hatten vor zehn Jahren die Idee, das Format hier in Kevelaer zu etablieren. Sofort konnten sie erste Menschen von der Idee begeistern und so fand vor neun Jahren die erste Landpartie mit zwölf Ausstellungsorten statt.

24 Ausstellungsorte

In diesem Jahr sind es 24 Ausstellungsorte. Von A wie „Amsterdamerstraße“ geht es über I „Inge Leenen“ und N „Nicoles Kreativwelt“ bis W wie „World House“. So verteilen sich die Ausstellungsorte über alle Kevelaerer Ortschaften, die Innenstadt und Weeze (Laar) – hier öffnet „Kunsthandwerk Weeze“ auf dem Wyckermannshof. Von klein aber fein im Vorgarten bei „Bunte Keramikwelt“, über versteckt im Hinterhof von „Dahinter steckt mehr“, bis groß und weitläufig unter anderem auf der „Burg Kervenheim“, bei „Flora Design“ oder auf dem „Naturhof Kevelaer“ sind die Ausstellungsorte schon von Größe und Gelände her sehr abwechslungsreich.

Einige der Ausstellungsorte sind von Beginn an, andere schon seit vielen Jahren mit dabei und beliebtes Landpartie-Pflichtprogramm der zahlreichen Stammgäste. Einige Orte öffnen nach einer Pause erneut und wieder andere sind in diesem Jahr erstmalig mit von der Partie. Unter ihnen das „Gut Berendonk“ im Außenbereich von Kevelaer-Wetten. Hier realisiert der Verein „Wir für uns e.V.“ seit kurzem ein Gemeinschaftswohnprojekt mit inklusivem Charakter und öffnet jetzt zur Landpartie die Türen für Interessierte. Es gibt Malerei der Gelderner Künstlerin Sabine-Ina Zilleckens zu entdecken und am Nachmittag des 8. Juni auch Musik. Als weiteres besonderes Wohnprojekt ist auch das „Quartier Klostergarten“ wieder mit von der Partie. Erstmalig öffnen zudem der liebevoll restaurierte Paßmannshof zwischen Kervenheim und Winnekendonk sowie die Cyperskate an der Wemberstraße in Kevelaer die Hoftore. Rund um den Paßmannshof gibt es Metallkunst zu sehen und Cyperskate lockt mit Malerei, Fotografie und allerlei Kreativem. Hier gilt es auch den hauseigenen Eseln guten Tag zu sagen.

Mit besonderen Leckereien und Fotografie öffnet zudem ein außergewöhnlicher „Rosengarten“ in Winnekendonk am Plockhorstweg. Eine seltene Gelegenheit für einmalige Einblicke in eines der ältesten Gebäude der Region bietet das „Haus Te Gesselen“ im Außenbereich von Wetten. Neben Führungen zum Gebäude gibt es die „Knekelkinder“ von Eduard Roijen zu sehen. Inmitten eines lebendigen Naturgartens öffnet am zweiten Wochenende nach längerer Zeit wieder die „Alte Feldscheune“ im Achterhoek, unter anderem mit exklusiven Führungen im Archiv des Künstlers Heinz Henschel. Nach längerer Pause ist auch die Keramikerin Susanne Stenmanns wieder dabei und lädt in den sehenswerten, weitläufigen Garten ihres „Ateliers für künstlerische Keramik“ in Kevelaer. Neben Keramik gibt es Malerei, Papierschmuck und Skulpturen zu sehen. Zum zweiten Mal mit von der Partie sind die „Ruhige Oase“ in Kevelaer und die „Blumenwiese“ in Wetten dabei. Zwei sehr verschiedene, liebevoll gepflegte Gärten, die sich im letzten Jahr bereits als Kulisse für Ausstellungen und Ort für Gemütlichkeit bewährt haben. Ein leider letztes Mal wird das Haus von Ursula Wiesemes für die Öffentlichkeit geöffnet. Kurz nach Veröffentlichung des ersten Flyers, verstarb die Künstlerin. Sie hat den Austausch mit dem Landpartie-Publikum sehr geliebt und ihre Familie öffnet, im Sinne der Verstorbenen, den Ausstellungsort in Erinnerung an sie.

An beiden Wochenenden gibt es neben den Ausstellungen ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Konzerten, Lesungen und Mitmachangeboten für alle Generationen. Die Poetin „Judith von Tora“ verzaubert mit „Wort-Konfekt“ aus ihrem Bauchladen die Besucherinnen und Besucher im „Dael-Garten“ in Twisteden. Für Familien lohnt sich der Besuch am „World House“ bei Wetten. Hier gestalten Marita Billaudelle und die Kinder des Tanztheaters „Die Bühnengestalten“ sowie Katja Plenzdorf-Weber, Andrea Barbulescu und Claudia Thiel ein kreatives Mitmachprogramm am ersten Landpartie-Wochenende. Auch der „Naturhof Kevelaer“ und „Kerkenkath“ sind bei Familien beliebte Orte.

Mit den Klängen von Handpan und Klarinette bereichern die Musiker Archer & Tripp die diesjährige Landpartie an verschiedenen Orten. Zum Gartenkonzert auf Kerkenkath laden die „Kriminellen Elemente“ am 8.6. und locken mit einer Hommage an Element of Crime. Vielfältiges Musikprogramm gibt es auch auf dem Burggelände in Kervenheim: Von kölschen Tönen bis zu stimmungsvollen Gitarrenklängen hat sich der Verein „Wir für Kervenheim“ wieder einiges für die Gäste einfallen lassen.

Am zweiten Landpartie-Wochenende sollten Besucherinnen und Besucher sich die Zeit nehmen, das Kulturprogramm im Goldenen Löwen in der Amsterdamer Straße zu genießen. Crischa Ohler und Sjef van der Linden vom Theater MiniArt präsentieren samstags „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“ – Tierfabeln von Toon Tellegen. Anschließend gibt Jazzklänge von Antje Witzler, Frank Schoppmann und Markus Maas. Am Samstagabend des zweiten Landpartie-Wochenendes ist dann „Party time“ auf dem Hof von „Flora Design“, die Band „RECALL“ verspricht ab 18 Uhr einen geselligen Abend bei „Rock´n Oldies“. Parallel lockt bei gutem Wetter die Scala Jazzband in den Garten von „Kreativ Hoch 3“. Zu guter Letzt lockt am letzten Sonntag ein lyrischer Ausklang mit Eva-Maria Zacharias (Texte), Hans-Werner Fassbender (Töne) und Elfriede Fassbender (Bilder) um 17 Uhr in den Löwen. Im Mittelpunkt stehen dabei Naturerscheinungen im Wandel der Jahreszeiten.

Das alles ist nur ein kleiner Einblick in das umfangreiche Programm der Landpartie am Niederrhein 2024. Den vollständigen Überblick über alle 24 Ausstellungsorte gibt das Programmheft und die Internetseite www.landpartie-niederrhein.de.

Begeisterung

„Die Begeisterung und das herzliche Miteinander der Aktiven überträgt sich schnell auf das Publikum.“, weiß Anne van Rennings aus eigener Erfahrung. „Die Landpartie ist für ihre besondere Offenheit bekannt. Das Ziel ist Kunst, Kultur und Kreatives für alle erlebbar machen.“ Die ansprechende Vielfalt der Veranstaltung entsteht durch die unterschiedlichen Gastgeberinnen und Gastgeber, die Veranstalter ihres Ausstellungsortes sind. Ihnen allein obliegt die Programmgestaltung und die Auswahl der Aussteller an ihrem Ausstellungsort. So bekommt jeder Ausstellungsort einen einzigartigen Charme.An allen Ausstellungsorten ist der Eintritt frei, die auftretenden Künstlerinnen und Künstler freuen sich über Hutkasse.

Ein Blick auf die Internetseite einen Tag vor der Veranstaltung gibt letzte aktuelle Infos zur Erreichbarkeit der Orte, die teils aufgrund von zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet eine kleine Herausforderung ist.