Auf dem großen Bildschirm erscheinen nach und nach in der Galerieansicht insgesamt 121 Malereien von Aquarellkünstlerinnen und -künstlern aus der ganzen Republik.

Vor einigen Monaten hatte die Deutsche Aquarell-Gesellschaft, „The German Watercolour Society“ (DAG/GWS), für ihre über 350 Künstlerinnen und Künstler den Wettbewerb zur Teilnahme an der Jahresausstellung 2025 ausgeschrieben. Jetzt hatte der Kevelaerer Künstler Paul Wans wieder die Aufgabe, alle eingereichten Arbeiten zu sichten, zu vergleichen und zu bewerten.

Zum vierten Mal in Folge gehört er zur fünfköpfigen Fachjury, die für die DAG diejenigen Kunstwerke auswählt, die der Öffentlichkeit in der jeweiligen Jahresausstellung präsentiert werden sollen.

Es wird kein Thema vorgegeben, es muss sich natürlich um eine komplett eigene Arbeit handeln und es darf nur Aquarellfarbe und kein Weiß eingesetzt werden. Bei der Bewertung geht es um die grundsätzliche künstlerische Qualität der Beiträge an sich.

Unabhängig voneinander vergeben die fünf Jurymitglieder (vier Künstlerinnen und Künstler, eine Museumsdirektorin) für jedes Werk entweder 2 Punkte (= soll in die Ausstellung), 1 Punkt (= kann in die Ausstellung) oder 0 Punkte (= soll nicht gezeigt werden). Alle Bewerberinnen und Bewerber, deren Malerei insgesamt mindestens 6 Punkte bekommen hat, können an der Ausstellung teilnehmen. Das sind in diesem Jahr 63 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland.

Auch die Tatsache, dass es sowohl bei den sehr guten und mittelmäßigen, als auch bei den weniger qualitätvollen Werken am Ende stets recht große Übereinstimmungen zwischen den Ergebnissen der Jurymitglieder gebe, mache deutlich, dass Qualität von Kunst natürlich nach etlichen Kriterien durchaus objektivierbar eingeschätzt werden könne und eben nicht Geschmacksache sei, so Wans.

„Bei der Bildauswahl fürs heimische Wohnzimmer mag das zutreffen, bei ernsthaften Aussagen über Werkqualität in der Bildenden Kunst jedoch nicht.“

Aber es wird ganz gezielt die Bewertung der Bilder auch aus der Sicht des Publikums angesprochen. Die Besucherinnen und Besucher entscheiden auch in diesem Jahr wieder über die Vergabe des mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreises (500.-/ 300.-/ 200.- Euro).

Nach Solingen und Borken in NRW in 2023 und 2024 geht’s in diesem Jahr nach Bayern, wo Bad Kissingen, das bayerische Staatsbad in Unterfranken, das zum UNESCO Welterbe gehört, die große Aquarellschau im Museum Obere Saline präsentiert.

Zur Ausstellung, die jetzt eröffnet wurde und noch bis zum 26. Oktober dort gezeigt wird, ist auch ein attraktiver Katalog erschienen.

Die Künstlerinnen und Künstler der Jury zeigen übrigens je eine Arbeit quasi außer Konkurrenz in einem separaten Ausstellungsbereich. Vom Kevelaerer Künstler ist dort sein neustes Aquarell „Radieschen brauchen viel Wasser“ (80 x 60 cm) zu sehen.

Doch für Wans ist nach der Show auch schon vor der Show. Vom 14.-17. November ist er auf der 35. Art Padova, der internationalen Messe für zeitgenössische Kunst in Padua, zum Beispiel mit seiner Malerei „Westphalian Family“ vertreten. Diese viertägige Kunstmesse, eine der renommiertesten in Italien, präsentiert wieder über 15.000 Werke auf über 28.000 Quadratmetern und zieht jedes Jahr mehr als 300 ausstellende Galerien und über 26.000 Besucherinnen und Besucher an.

Derzeit arbeitet der Kevelaerer bereits an einem größeren, für den Niederrhein typischen Winterbild.

Das Aquarell „Farmers first“, 80 x 120 cm, wird ab dem 5. Dezember anlässlich des 20. Jubiläums der LDX Art Gallery BW, die ihn seit vielen Jahren vertritt, in der Art Lounge von Bad Mergentheim gezeigt.