Klimaschutz weiterhin als primäres Ziel

Umweltbischof Rolf Lohmann äußert sich anlässlich des fünften Jahrestages der Enzyklika „Laudato Si“ zur Bedeutung des Klimaschutzes

Weihbischof Rolf Lohmann mahnt konkrete Schritte zur Schöpfungsbewahrung an. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer

Als „Impulsgeber“ bezeichnet Rolf Lohmann, Regionalbischof für den Niederrhein und Recklinghausen im Bistum Münster, die jungen Menschen, die sich für den Umweltschutz und die Schöpfungsbewahrung engagieren. Anlässlich des fünften Jahrestages der Enzyklika „Laudato Si“ im Juni sagt der Umweltbischof der Deutschen Bischofskonferenz (DBK): „Es ist richtig, dass die jungen Leute uns aufzeigen, dass es so wie bisher nicht weitergeht.“ Dabei hat er insbesondere die „Fridays for Future“-Bewegung im Blick. Gleichzeitig warnt er davor, dass der Umweltschutz angesichts der aktuellen Corona-Pandemie nicht von der Agenda verschwinden dürfe. „Derzeit könnte der Eindruck entstehen, dass der Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt zu einem sekundären Thema geworden sind. Aber das stimmt nicht. Klima- und Umweltschutz müssen das primäre Ziel aller Menschen bleiben“, betont Lohmann.

Die Enzyklika von Papst Franziskus, die am 18. Juni 2015 veröffentlich wurde, sei ein „wichtiger und starker Text, der die ganze Schöpfung in den Blick nimmt.“ Der Papst zeige auf, dass die Menschen neu denken und handeln müssen. Jedoch gelte, erklärt Lohmann: „Texte allein helfen nicht. Wir alle müssen uns fragen, was wir konkret tun können, etwa um den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren und die Artenvielfalt zu erhalten. Das müssen jetzt konkrete Schritte sein, die die Menschen umsetzen müssen.“ Das sei auch das Ziel der deutschen Diözesen, die unter seiner Leitung Handlungsempfehlungen erarbeitet haben. „Wir haben uns vorgenommen, dazu Rechenschaft abzulegen“, sagt der Umweltbischof. Es gelte zum Beispiel, die kirchlichen Häuser und Einrichtungen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz zu prüfen, bei der Verpachtung von Grundstücken möglichst auf die Einhaltung ökologischer Grundsätze zu achten und beim Einkauf auf Regionalität Wert zu legen. Lohmann ist zuversichtlich: „Ich meine, da sind wir schon auf einem guten Weg.“ So gebe es in den Bistümern „tüchtige Menschen, die zeigen, was möglich ist.“ Viele Ideen würden schon umgesetzt und beweisen, dass die Schöpfungsbewahrung ökonomischen Interessen nicht im Weg stehen muss.

„Zukunft einkaufen“

Im Bistum Münster etwa gebe es das Projekt „Zukunft einkaufen“, bei dem kirchliche Einrichtungen und Pfarreien für konkrete Maßnahmen zur Schöpfungsbewahrung zertifiziert werden. „Ich freue mich, dass es gerade auch auf Initiative der jungen Menschen nach vorne geht“, betont der Umweltbischof.

Die Enzyklika „Laudato Si“ ist das zweite päpstliche Rundschreiben von Papst Franziskus. Datiert ist es auf den 24. Mai 2015, veröffentlicht wurde es am 18. Juni desselben Jahres. Der Papst widmet sich darin insbesondere dem Umwelt- und Klimaschutz, zugleich setzt er sich mit den aus der Ressourcenausbeutung entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten auseinander. Der Titel „Laudato Si“ („Gelobt seist Du“) bezieht sich auf den sogenannten „Sonnengesang des Franz von Assisi, der mit den Worten „Gelobt seist Du, mein Herr, mit all Deinen Geschöpfen“ beginnt.