Klassentreffen in Twisteden war ein Jubiläum

Schüler, die 1946 eingeschult wurden, trafen sich 33 Jahre später wieder. Und jetzt erneut

Die Teilnehmer am Klassentreffen 2018 Foto: privat

Zu dem Klassentreffen der ehemaligen Volksschüler aus Twisteden schreibt Teilnehmer Bodo Behlau:
„Jakob, einfach Köb genannt, unser Klassenprimus aus längst vergangener Zeit hatte zum Klassentreffen eingeladen und den 26 abgeschickten Einladungen folgten 22 Personen zu dem Klassentreffen, welches ein Jubiläum war.
Zum 10. Mal trafen sich ehemalige Schüler des Jahrganges 39/40, welche 1946 eingeschult wurden. 33 Jahre später, am 31.3.1979 trafen sich die Schüler zum Tanz, Klönen und dem Wiedersehen zum ersten Mal, nachdem sie erfolgreich Kreise und Striche kreischend und kratzend auf die Schiefertafel bei Fräulein Nowinski malten und später bei G. Koenen die Volksschule in Twisteden verlassen hatten.
Klassentreffen bedeuten Wiedersehen, Geschichten erzählen und auch an die lieben verstorbenen Lehrer und Schüler in einer Schweigeminute zu denken.
Am Kopfende der reich gedeckten Kaffeetafel, hier hatte Angelika Braun eine Meisterleistung an Leckereien für uns bereitgestellt, saß, wie es sich für eine wichtige Person gehört, „Köb“ und verlas auszugsweise Erwähnenswertes der vergangenen Klassentreffen.
So auch einen Brief des Herrn Mustermann, wer es auch immer sein mag, es handelt sich um einen Brief von 1979, worin der Herr Mustermann um eine Teilnahme an einem Klassentreffen ersuchte.
Der Inhalt war schon interessant, aber dass es sich hier bei alias, Herrn Mustermann, um einen Brief von mir selber handelte, das konnte nur glaubhaft gemacht werden durch Vorlage des Schreibens und ich erkannte meine eigene Unterschrift; somit war Mustermann identifiziert. Es gab Lacher. Ja, ja das Alter!
Gespräche von einem auf das Katheder gelegten Kunstauge, der Pirouette des Messdieners am Altar, die zu schwungvoll ausgefallen war und das gesamte Meßbuch mit einem lauten Krachen die Stille der Andacht zerstörte. Oder gar die Kugel beim Segnen der Gemeinde vor dem Hochamt, als diese mit lautem Knall im Seitenflügel einschlug. Da hatte jemand die Kugel, die aus zwei Hälften bestand, auf den letzten Gewindegang geschraubt und Pastor Hegenkötter wähnte sich wohl bei der besonderen Einlage als Bösewicht, die Gemeinde war wohl hell wach.
Obwohl bei den ersten Klassentreffen, wie die Chronik zeigte, noch einige Lehrer anwesend waren, so konnten wir ihrer heute nur noch in Stille gedenken.
Ein Klassentreffen ohne Gruppenfoto ist wie Erdbeertorte ohne Sahne, also präsentierten sich die 22 teilweise gut gefüllten Personen, wie „große Käthi“ es bemerkte (es gibt auch eine kleine Käthi), zum trockengelegten Brunnen in Twistedens Mitte zum Gruppenfoto.
Der Nachmittag stand im Mittelpunkt von Ehrungen und Danksagungen. Ein aufrichtiges Dankeschön mit der Übergabe einer Orchidee ging an die Wirtin Angelika Braun, die, wie schon erwähnt, eine reichlich gedeckte Kaffeetafel mit allerlei Köstlichkeiten uns zum ausgiebigen Frühstück forderte.
Was ist ein Frühstück ohne „Krente Weck“ (für die nicht mehr Sprachbegabten des Twistedener Platts, ein Rosinenbrot) war auf dem Tisch, eine stille Hoffnung meinerseits.
Zum Andenken an das Jubiläums-Klassentreffen 2018 bekam jeder Teilnehmer eine liebevoll gefertigte Urkunde, dazu das schon gelieferte Gruppenfoto welches am Trocken-Brunnen aufgenommen wurde.
Zwischenzeitlich nahm der eine oder andere ein „winziges Schlöckchen“ und die Geschichten wurden immer bunter und nahmen manchmal groteske Formen an.
Damit die liebevolle Unverschämtheit von der „großen Käthi“ der guten körperlichen Füllung stattfand, gab es Kuchen vom Feinsten. Dafür gab es einen besonderen Dank an das Damen-Trio Mü-Ha-Ra, darunter verbirgt sich Mülders Käthi, Haas Käthi, und Rademacher Henni, welche die Backstube angeheizt hatten. Dafür gab‘s eine Orchidee für jeden.
Die Arbeit, die ein derartiges Treffen erst stattfinden läßt, ob eine Organisation für 22 Personen oder für eine größere Anzahl Teilnehmer stattfindet, ist dann nur geringfügig aufwendiger.
Dank dem Organisations-Team mit Jakob Mülders, seiner Frau Käthi (kleine Käthi) große Käthi Haas und Henni Rademacher. Ihnen gebührte jeweils eine schöne pinkfarbene Orchidee.
Damit unser „Köb“ auch in späteren Zeiten sich an das Jubiläumstreffen erinnert, bekam er eine Urkunde überreicht mit den Namen aller Teilnehmer.
Wie es kommen muß, endete, zumindest aus meiner Sicht, die Klassensause gegen 1600 Uhr mit allerlei Versprechungen und einem gesunden Wiedersehen in drei Jahren.“

Die Teilnehmer
Karl Grüntjens, Bodo Behlau, Ludwig Gastens, Peter Kaenders, Josef Hedwig, Gertrud Janssen/Kannenberg, Käthe Mülders/Winkels, Paul Lyssy, Maria Willems/Lenz, Margarete Scherders/Kannenberg, Maria Neumann/Grüntjens, Jakob Mülders, Sieglinde Schreurs/Hein, Mechtilde Hendrix/Dennesen, Mathias Maags, Henny Rademacher/Mülders, Rosemarie Bereth/Sabel, Erika Heckens/Roeling, Johann Jeuken, Marga Koenen/Lenz, Käthe Haas/Maas, Hilde Helmus/Roeling
Nicht auf dem Foto: Agnes Winkels/Ambrosius, Edeltraud Schagen/Oesterreich, Maria Vahl/Christians, Rita Breuer/Heuvens

Veratwortlich für Inhalt und Foto: Bodo Behlau