Spuren in Kevelaer

Johann Mühlhoff aus Uedem betrieb von 1903 bis 1916 gemeinsam mit Johann te Poel eine Kunstglaserei in Kevelaer; zugleich wohnte er nach den vorliegenden Angaben etwa von 1900 bis 1920 in der Stadt. Für Kevelaer ist das besonders interessant, weil Mühlhoff damit mitten in einer Phase aktiv war, in der in der Wallfahrtsstadt zahlreiche Kirchenfenster nachgefragt wurden. Ein von Johann Mühlhoff entworfenes und von der Kevelaerer Glasmalerei Derix ausgeführtes Fenster von 1912 ist heute noch als Bezugspunkt belegt.

Der Künstler

Mühlhoff wurde 1875 in Uedem geboren, besuchte die Kunstschule von Friedrich Stummel und arbeitete später als Maler sowie in der Glasmalerei. Laut dem übermittelten Text heiratete er 1906 Katharina Leukers aus Kevelaer; die Familie zog 1920 nach Uedem zurück. Der Kreis seiner Arbeiten reichte über Kevelaer hinaus, unter anderem bis nach Hommersum, ins Salesianerkloster Uedem und in die weitere Umgebung.

Warum der Aufruf wichtig ist

Der Heimat- und Verkehrsverein Uedem plant im Herbst eine Ausstellung über Johann Mühlhoff und sucht dafür Bilder oder Zeichnungen des Künstlers. Gerade für Kevelaer ist der Aufruf spannend, weil die Chancen gut stehen, dass in privaten Schubladen, Nachlässen oder Familienalben noch Fotos, Skizzen oder Dokumente aus seiner Zeit in der Stadt liegen. Der Verein bittet um Meldungen unter 02825/8629; die Kontaktadresse ist auch auf der Uedemer Ausstellungsseite genannt.

Was Kevelaer beitragen kann

Wer in Kevelaer alte Fotos von Kirchenfenstern, Ateliers, Häusern oder Familienaufnahmen aus der Zeit um 1900 bis 1920 besitzt, sollte genauer hinschauen. Besonders wertvoll wären Aufnahmen mit Bezug zur damaligen Kunstglaserei, zu kirchlichen Bauprojekten oder zu Mühlhoffs Wohnort in der Wallfahrtsstadt. Auch Hinweise auf beschriftete Rückseiten, alte Glasplatten, Zeichnungen oder Rechnungen könnten helfen, das Bild des Künstlers für die Ausstellung zu vervollständigen.

Aufruf an die Leser

Der Kevelaerer Blatt ruft seine Leserinnen und Leser in Kevelaer, Wetten, Twisteden, Kervenheim, Winnekendonk und Umgebung auf: Prüfen Sie bitte Familienalben, Nachlässe und alte Kartons auf Materialien zu Johann Mühlhoff. Wer etwas findet, kann damit ein wichtiges Stück regionaler Kunst- und Stadtgeschichte sichern und zugleich helfen, einen fast vergessenen Kevelaerer Abschnitt wieder sichtbar zu machen.[1][2]

Redaktionelle Einordnung

Für Kevelaer ist Mühlhoff mehr als nur ein Name aus Uedem: Er war ein Handwerker, Künstler und Zeitzeuge einer Epoche, in der Kirchenfenster, Malerei und lokale Netzwerke die Region prägten. Dass ein Teil seines Lebens und Wirkens direkt mit der Wallfahrtsstadt verbunden war, macht die Suche nach Bildern und Dokumenten auch für unsere Leserschaft zu einer echten Heimatangelegenheit.