Einleitung
Der offene Brief –>> hier klicken <<-- lokaler Unternehmerinnen und Unternehmer zur Fortführung von „Kevelaer im Licht“ macht deutlich: In der Diskussion um die Haushaltssicherung steht mehr auf dem Spiel als kurzfristige Euro-Einsparungen. Die Veranstaltung ist nicht nur kulturelles Ereignis, sie ist ein wirtschaftlicher Impulsgeber für Innenstadt, Gastronomie und Einzelhandel — und ein wichtiges Signal gegen das bundesweite Sterben von Innenstädten.
Warum „Kevelaer im Licht“ wichtig ist
- Besucherfrequenz und Umsatz: Lokale Händler berichten, dass Licht-Events spürbar Kundschaft und Umsatz bringen; solche Effekte reichen oft über das Veranstaltungswochenende hinaus.
- Image und Tourismus: Leuchtszenarien und Kulturprogramme stärken das Profil Kevelaers als regionales Besuchsziel und fördern Übernachtungen und Gastronomie.
- Soziale Funktion: Veranstaltungen erhöhen die Aufenthaltsqualität, schaffen Begegnungsräume und stärken bürgerschaftliches Engagement.
Haushaltssicherung — notwendige Maßnahmen, aber mit Augenmaß
- Pflichtaufgaben vor freiwilligem: In einer angespannten Haushaltslage müssen Pflichtaufgaben Vorrang haben; das ist sachlich richtig.
- Kurzsichtige Streichungen vermeiden: Einseitige Kürzungen bei Veranstaltungen und Innenstadtförderung können jedoch zu dauerhaften Einnahmeverlusten führen, weil sie die Attraktivität des Handelsstandorts schmälern.
- Transparenz und Beteiligung: Haushaltsentscheidungen sollten offen, datengestützt und unter Einbeziehung der lokalen Akteurinnen und Akteure getroffen werden.
Praktische Spar- und Finanzierungsoptionen
- Kosten-/Nutzen-Analyse: Vor Entscheidungen sollte eine einfache Wirkungsrechnung stehen — welche Einnahmen und Folgewirkungen erzeugt die Veranstaltung?
- Mischfinanzierung prüfen: Sponsoring, Fördermittel, private Partnerschaften und moderate Eintrittsmodelle (z. B. für Lichtshow in der Antoniuskirche) können den städtischen Zuschuss reduzieren, ohne das Event zu entwerten.
- Ehrenamts- und Vereinsbeteiligung stärken: Konkrete Aufgaben (Organisation, Betreuung, Service) können in Kooperation mit Vereinen und Gewerbe übernommen werden, um Personalkosten zu senken.
- Skalierbare Programmpakete: Ein gestuftes Konzept (Kernprogramm kostenlos, Zusatzprogramme kostenpflichtig oder gesponsert) erhält Zugänglichkeit und schafft Einnahmen.
Gegen das Sterben der Innenstadt — Strategien für Kevelaer
- Events als Hebel: Regelmäßig geplante, kleine bis mittlere Formate (Markttage, Kulturabende, Wochenend-Illuminationen) halten Frequenz und Wahrnehmung hoch.
- Leerstände aktiv nutzen: Pop-up-Shops, Co-Working in leerstehenden Ladenlokalen und Kulturflächen können Stadtkern belebende Effekte erzielen.
- Aufenthaltsqualität verbessern: Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Begrünung und Wegweisung machen Innenstadt zum Wohlfühlort — Besucher bleiben länger und geben mehr aus.
- Digital + Lokal verbinden: Einheitliche Online-Präsenz für Kevelaer (Veranstaltungskalender, virtuelle Schaufenster lokaler Händler) erhöht Sichtbarkeit und stärkt Omnichannel-Kaufanreize.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Rat und Verwaltung
- Auftrag: Beauftragen Sie kurzfristig eine kompakte Wirkungsanalyse zu „Kevelaer im Licht“ und zu Innenstadt-Effekten (Kosten: moderat; Nutzen: Entscheidungsgrundlage).
- Finanzplan: Entwickeln Sie ein städtisches Modell für Mischfinanzierung (Sponsorenpakete, Eintrittsoptionen, Kulturfördertopf).
- Innenstadtpakt: Starten Sie ein Bündnis aus Stadt, Handel, Gastronomie und Vereinen mit jährlichen Zielen zur Belebung (Leere Ladenlokale, gemeinsame Events, Marketingbudget).
- Kommunikation: Informieren Sie die Bürgerschaft transparent über Einsparnotwendigkeiten und die geplanten Schutzmaßnahmen für die Ortsmitte.
Schnelle Fakten
Maßnahmen-Check (Kurz)
- Kurzfristig: Wirkungsanalyse beauftragen; Gespräche mit Sponsoren und Händlern; skaliertes Programm 2027 planen.
- Mittelfristig: Pop-up-Pilotprojekte; digitales Innenstadt-Portal; Marketingkampagne „Kevelaer erleben“.
- Langfristig: Strategisches City-Management etablieren; jährlicher Veranstaltungskalender; Förderprogramme für Umnutzung leerstehender Immobilien.
Schlusswort
Kevelaer steht vor einer echten Zäsur — aber kein Sparzwang darf dazu führen, dass der städtische Kern austrocknet. Mit kluger Priorisierung, transparenten Entscheidungen und kreativen Finanzierungsmodellen lässt sich „Kevelaer im Licht“ nicht nur erhalten, sondern als Baustein für eine widerstandsfähige, lebendige Innenstadt weiterentwickeln. Politik, Handel und Bürgerschaft sind jetzt gefordert: Gemeinsam kann aus Sparzwang ein Zukunftsprojekt werden.


Niederrheinisches Museum Kevelaer
Niederrheinisches Museum Kevelaer