Nach dem diesjährigen Entfall des Ballon-Festivals und angesichts wachsender Herausforderungen für Handel und Gastronomie möchte die FDP Kevelaer ein neues Veranstaltungsformat in die Innenstadt bringen. Mit einem Antrag an den Bürgermeister setzt sich die Fraktion für die Einführung eines regelmäßigen Streetfood-Festivals oder Feierabendmarkts ein, als Signal für Aufbruch und Belebung.

„Kevelaer braucht neue, zeitgemäße Impulse, um als Stadt attraktiv und lebendig zu bleiben“, sagt FDP-Fraktionsmitglied Felix Naber. Der Vorstoß zielt auf ein Format ab, das über klassische Stadtfeste hinausgeht. „Streetfood-Märkte verbinden kulinarische Vielfalt mit städtischer Atmosphäre. Sie schaffen Aufenthaltsqualität, die man heute einfach erwartet.“

Von der Idee zur Initiative

Die Liberalen verweisen auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Kommunen wie Kempen, Düsseldorf und Uedem. Dort seien Streetfood-Formate längst etablierte Publikumsmagneten. „Wir glauben, dass auch Kevelaer das kann, wenn man es professionell anpackt“, so der stellvertretende Fraktionschef Jens Auerbach.

Geplant ist zunächst ein Pilotprojekt im Jahr 2026, idealerweise an einem Freitagabend oder Samstag. Perspektivisch könnte sich daraus ein saisonaler Rhythmus entwickeln. Veranstaltungsorte sollen zentrale Flächen in der Innenstadt sein, vom Luxemburger Platz über die Marktstraße bis hin

zum Peter-Plümpe-Platz. Auch die Nutzung der kürzlich erworbenen Hütten des Weihnachtsmarkts ist Teil des Konzepts.
Gerade nach der Absage des Ballon-Festivals sieht die FDP Handlungsbedarf. „Die Menschen vermissen Orte der Begegnung. Wir möchten ein niedrigschwelliges Angebot schaffen, das Familien, Jugendliche, Touristen und Einheimische gleichermaßen anspricht“, so Fraktionsvorsitzender Jan Itrich. Die Idee: kulinarische Vielfalt, lokale Anbieter, Musik, Kunsthandwerk – kurzum: ein stimmiges, urbanes Erlebnis.

Ressourcen nutzen, Partner einbinden

Die Umsetzung soll in der Verantwortung von Kevelaer Marketing liegen, unterstützt durch den Bauhof, das Bühnenhaus und lokale Partner. Auch Beteiligungsmodelle für Gastronomen, Manufakturen oder Start-ups sind vorgesehen. Naber betont: „Wir wollen nicht nur ein Event schaffen, wir wollen ein Format, das Kevelaer langfristig prägt und neue Zielgruppen erreicht.“
Der Antrag betont auch die ökonomische Komponente: Mit einem Streetfood-Festival könne die Stadt gezielt die Kleingastronomie stärken, neue Besuchergruppen ansprechen und Kaufkraft binden. Nach dem Pilotversuch soll die Veranstaltung umfassend evaluiert und dem Ausschuss für Marketing, Tourismus und Kultur zur Entscheidung vorgelegt werden.

„Kevelaer hat viele Stärken, aber wir müssen sie auch zeigen“, fasst Auerbach zusammen. „Wir wollen mit diesem Antrag nicht einfach nur ein neues Fest, sondern ein neues Erlebnis für unsere Stadt.“