Ein Festtag für das ganze Dorf
Am Sonntag, 31. Mai 2026, feierte die Bäckerei Kürvers ihr 200-jähriges Bestehen mit einer festlichen Jubiläumsfeier, zu der neben vielen Kervenheimer Kunden auch geladene Gäste gekommen waren. Im Mittelpunkt standen Rainer Kürvers, seine Familie und das gesamte Team, die den Besuchern einen warmen und offenen Empfang bereiteten. Bei belegten Brötchen, Kaffee, Sekt und auf Wunsch auch einem Bier entwickelte sich schnell die vertraute Atmosphäre, die viele mit einem echten Dorfjubiläum verbinden.
Anerkennung für zwei Jahrhunderte Handwerk
Der Kreishandwerksmeister Ralf Matenaer überreichte im Beisein eines Vertreters der Bäckerinnung, Reinhard Winkelmann, eine Ehrenurkunde zum 200-jährigen Bestehen und würdigte das außergewöhnliche Jubiläum als besonderes Zeichen für das Handwerk. Solche Momente machen deutlich, wie sehr ein Familienbetrieb über Generationen hinaus zu einer Region gehören kann. Auch der Unternehmerverband Handwerk NRW überbrachte durch Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Wackers seine Anerkennung und Glückwünsche.
Worte mit Augenzwinkern
Für ein besonderes Lächeln sorgte Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, der in doppelter Funktion anwesend war: als Vertreter des verhinderten Ortsvorstehers Martin Brands, dessen Rede er verlas, und zugleich in seiner offiziellen Rolle als Bürgermeister. Mit seinem Einstieg, dass der Bürgermeister bei Jubiläen oft zu älteren Menschen komme, dies auf Rainer Kürvers aber noch nicht zutreffe, brachte er die Gäste herzlich zum Lachen. Auch Rainer Kürvers selbst zeigte bei seiner Dankesrede den trockenen Humor, der vielen in Kervenheim vertraut ist. Es habe ihm dann doch soeben einen kleinen Stich ins Herz versetzt, dass auf der Urkunde vermerkt sei „Bäckerei Kürvers Kevelaer“. Er möchte klar stellen, dass er nicht in Kevelaer, sondern ganz eindeutig in Kervenheim zu Hause ist. Sollte er jemals seinen Todestag wissen, dann würde er vorher nach Kevelaer umziehen, da es dann mit seinem Tode „nur“ einen Kevelaerer weniger gäbe, aber keinen Kervenheimer! Die Anwesenden konnten darüber herzlich lachen.
Geschichte einer Dorfbackstube
Der angehängte Geschichtsbrief des Heimat- und Verschönerungsverein / Geschichtsgruppe Kervenheim – Kervendonk zeichnet die Entwicklung der Bäckerei von den Anfängen im Jahr 1826 bis in die Gegenwart nach. Er berichtet von der Gründung durch Johann Kürvers, von Generationenwechseln, Verlegungen und Erweiterungen des Betriebs sowie von der langen Tradition handwerklicher Backkunst in der sechsten Generation. Besonders deutlich wird darin auch, wie eng die Bäckerei mit dem dörflichen Leben verbunden war – vom Verkauf über Kirmesmärkte bis zu Fahrten mit Pferdefuhrwerken in die Umgebung.
Der Geschichtsbrief
des Heimat- und Verschönerungsverein / Geschichtsgruppe Kervenheim – Kervendonk
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privat
Rudolf Beerden