Altweiber, Mechel, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber ich glaube, da haben eher die jüngeren Frauleute noch Spaß dran. So einmal im Jahr in den Kneipen das Sagen haben und die Männer an der Nase herumführen, das muss doch riesig Laune machen.

Es geht allerdings das Gerücht, bei der Demaskierung um Mitternacht sei es vorgekommen, dass der ein oder andere mit Schrecken feststellen musste, dass sich hinter der Möhnemaske nicht das erhoffte hübsche Mädchen, sondern die eigene Schwiegermutter verborgen hätte, deren Schadenfreude dann um so größer gewesen sein muss.

Im Laufe der Zeit hat der Kevelaerer Karneval ja einigen Wandel erfahren. Wenn ich mich recht erinnere, soll der Lehrer Philipp Bergmann den ersten Karnevalszug nach dem Krieg organisiert haben. Ich kann mir vorstellen, dass es schon die ersten Bonbons für die Kinder gegeben hat, so die Zuckerhimbeeren, zu einem Pfennig das Stück. Für die Kleinen waren die eine begehrte Kostbarkeit.

Die Kirche stand diesem ausschweifenden Treiben wohl erst sehr reserviert gegenüber. War es ein Zufall, dass ausgerechnet zur Karnevalszeit das „Ewige Gebet“ stattfand? Da mussten die Messdiener eine geschlagene Stunde lang vor der Monstranz knien. Aber einer soll sich zu helfen gewusst haben: Die „Karl-…