Kampfsport „Kendo“ vereint Technik, Körper und Geist

Am 30. Mai 2018 waren sie auf der Rückseite der 22. Ausgabe des Kevelaerer Blatt abgebildet, die Mitglieder (zur Zeit sind es etwa 50) des Kendo-Verein Kevelaer e.V.. Aber was ist eigentlich Kendo und wie kommt es, dass es einen Kendo-Verein in Kevelaer gibt?
Um Kendo zu beschreiben reichen keine einfachen Erklärungen. Es ist keine Selbstverteidigungstechnik, sondern ein Schwert-Kampfsport mit viel philosophischen Inhalten. Sensei (bedeutet so viel wie der Lehrer, der Senior, der den Weg vorlebt und seinen Schülern vermittelt) Herbert Cürvers besitzt den 5. Dan Kendo, 1. Dan Iai-Do, ist ehemaliger Landesmeister, Deutscher Mannschaftsmeister und lizenzierter Prüfer im nordrhein-westfälischen Kendoverband, gründete 2002 mit weiteren Interessierten den Kendo-Verein Kevelaer. In Japan, wo es 1,8 Millionen aktive Kämpfer gibt, ist Kendo Pflichtfach in der Schule und der Übende bekommt nicht nur die Bewegungsabfolgen einer perfekten Schwerttechnik, sondern auch Verhaltensweisen wie Mut, Ehrlichkeit, Offenheit und Geduld vermittelt.

Kendo, der Weg des Schwertes, hat seinen Ursprung in Japan und ist die sportliche Fortsetzung der traditionellen japanischen Schwertkampfausbildung der Samurai. Für die Samurai galt „Handeln und Denken sind eins!” und so entwickelte sich das moderne Kendo zu einer nicht geschlechts- oder altersgebundenen Kampfsportart, die gleichsam Kondition, Beweglichkeit des Körpers, sowie Konzentration fördert. Es steht nicht der Sieg über den „ehrenwerten“ Gegner (dessen Erfahrungen durch die neutrale Kleidung aller Kämpfer nicht zu erkennen ist) im Vordergrund, sondern die gemeinsame Vervollkommnung von Technik, Körper und Geist. Erfolg ist kein Zeichen für Sieg, sondern dafür, dass der Weg richtig ist. Der Erfolg über einen vermeintlich fortgeschrittenen Gegner ist kein Triumph über ihn, den man mit geballter Faust und einem „tschakka“ feiert (dies würde zur Aberkennung des Erfolges führen), sondern ein Fortschritt auf dem eigenen Weg.

Auch wenn man die „Alljapanische Kendomeisterschaft“ gewonnen hat, was als höchste Ehre angesehen wird, so ist der Weg zur eigenen Vervollkommnung nicht abgeschlossen, sondern geht weiter. Das Erreichen des Zieles ist dabei nicht möglich (dann wäre man übermenschlich). Zuversichtlich und unbekümmert (wie die Kinder) immer weitergehen, dabei Eitelkeiten hinter sich lassen, immer wieder aufstehen und sein gesamtes Verhalten kontrollieren machen den Kondo-Kämpfer aus. Im Kampf mit einem Gegner, dem man Respekt erweist, geht man nicht nur in eine technische und körperliche Auseinandersetzung, sondern tritt man in eine soziale Arbeit, in der man zum Beispiel neben der Durchsetzungsfähigkeit lernt sich zu beherrschen, durchzuhalten, Niederlagen zu bewältigen und eigene Fähigkeiten zu akzeptieren.

Cürvers resümiert: „Durch Kendo wird man kein besserer Mensch, aber man strebt eine Charakter-Ausbildung an, bei der man immer mehr `meistern´ kann“

Das Training findet mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr und freitags von 19 bis 21 Uhr in der Turnhalle der St. Hubertus Grundschule, Hubertusstraße 46, statt. In den Schulferien wird das Training nur nach Absprache und außerhalb von Kevelaer angeboten. Weitere Informationen zum Verein gibt es unter www.kendo-verein-kevelaer.de