Einsatz aus Kevelaer: Drei Projekte, sechs junge Forschende

Die Gesamtschule Kevelaer war mit insgesamt drei Arbeiten beim Regionalwettbewerb vertreten, der am 19. Februar im Seidenweberhaus und im Theater Krefeld stattfand. Sechs Jugendliche haben über Monate hinweg geforscht, experimentiert, verworfen und neu gedacht, um ihre Ideen in den Bereichen Biologie, Chemie und Technik zur Wettbewerbsreife zu bringen.

In der Rubrik Biologie traten Sarah Bollen (17), Jessica Rothoff (17) und Julia Koppers (17) mit ihrem Projekt „Zahnbürste unter der Lupe: Wege zur Bakterienreduktion“ an und gingen der Frage nach, wie sich Keime im Alltag wirksam verringern lassen. Im Fachgebiet Chemie suchten Alexander Hartmann (16) und Leo Weinreich (15) mit ihrer Arbeit „Der perfekte Apfel für die Zahngesundheit“ nach Zusammenhängen zwischen Sorten, Inhaltsstoffen und gesunden Zähnen. In der Sparte Technik entwickelte Luca Cassandra Sanderse (18) unter dem Titel „Füllstandmessung Trinkblase“ eine technische Lösung, mit der Outdoor-Fans und Sportler*innen jederzeit den Restinhalt ihrer Trinksysteme im Blick behalten können.

„Maximale Perspektive“ – was die Kevelaerer daraus gemacht haben

Unter dem bundesweiten Wettbewerbsmotto „Maximale Perspektive“ sollten die Teilnehmenden neue Blickwinkel einnehmen, Grenzen hinterfragen und kreative Lösungen finden. Genau das ist den Kevelaerer Schüler*innen gelungen: Sie haben selbstständig Forschungsfragen entwickelt, Daten erhoben, Ergebnisse ausgewertet und ihre Projekte vor der Fachjury präsentiert.

Im Wettbewerb gilt: Wer teilnimmt, arbeitet über Wochen nach wissenschaftlichen Standards, lernt, Informationen kritisch zu prüfen, im Team zu kooperieren und die eigenen Ideen überzeugend vorzustellen. Damit erwerben die Jugendlichen Fähigkeiten, die weit über den Wettbewerbstag hinausreichen – von Präsentationskompetenz über Durchhaltevermögen bis hin zur Freude an MINT-Themen.

Regional starke Konkurrenz – Kreis Kleve mit neun Projekten

Beim Regionalwettbewerb Niederrhein traten rund 300 Kinder und Jugendliche mit 149 Projekten an, ein Rekord, der die enorme Strahlkraft des Wettbewerbs in der Region zeigt. Aus dem Kreis Kleve kamen insgesamt neun Projekte – von der Realschule Kalkar über das Friedrich-Spee-Gymnasium Geldern bis hin zu Ausbildungsbetrieben wie der Firma Spectro in Kleve.

Besonders im Rampenlicht stand in diesem Jahr ein Auszubildender aus Kleve, der im Fachgebiet Technik einen Regionalsieg holte und sich damit für den Landeswettbewerb qualifizierte. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, in welchem anspruchsvollen Umfeld sich die Kevelaerer Schüler*innen mit ihren Arbeiten bewegt haben – und wie wertvoll allein der Schritt auf diese Bühne ist.

Schule, die ermutigt: Gesamtschule Kevelaer als Talentförderer

Ein starkes Signal setzte die Jury mit einem zusätzlichen Preis: Die Gesamtschule Kevelaer erhielt den „Preis für neue Talentförderer“, gestiftet vom Science College Overbach. Ausgezeichnet werden damit Schulen, die sich in besonderer Weise für die Förderung junger Forscher*innen engagieren und ihnen den Weg in Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ eröffnen.

Lehrer*innen, die betreuen, motivieren und zusätzliche Zeit investieren, und Jugendliche, die nachmittags weiter experimentieren statt einfach nach Hause zu gehen – dieses Zusammenspiel macht „Jugend forscht“ am linken Niederrhein überhaupt erst möglich. Für die Kevelaerer Teilnehmenden ist „Jugend forscht“ damit weniger eine einmalige Veranstaltung als vielmehr ein Startpunkt: für weitere Projekte, für Studien- und Berufsentscheidungen – und für das Gefühl, dass ihre Fragen und Ideen eine Bühne bekommen.

Ausblick: Kevelaer bleibt neugierig

Die Verantwortlichen des Wettbewerbs betonen, wie sehr Jugend forscht von engagierten Schulen und Lehrkräften lebt – ohne sie wäre ein Wettbewerb mit dieser Breite nicht denkbar. Dass die Gesamtschule Kevelaer mit drei Projekten einstieg und zugleich als neue Talentförderin ausgezeichnet wurde, darf deshalb als Auftakt verstanden werden: als Einladung an weitere Klassen, Fachschaften und Jahrgänge, sich in den kommenden Jahren ebenfalls zu trauen, die „maximale Perspektive“ einzunehmen.

Für die sechs Kevelaerer Jungforscher*innen steht fest: Sie haben in Krefeld gezeigt, dass Forschergeist und Durchhaltewillen keine Frage der Schulform sind – und dass sich auch ohne Pokal ein großer Schritt nach vorn machen lässt.