Inklusion bleibt eine Generationenaufgabe

Feierlicher Abschluss des Caritas-Projektes Inklusionsförderung

Als Zeichen für eine bunte und vielfältige Gesellschaft im Sinne der Inklusion hielten alle Netzwerkpartner zum Projektabschluss bunte Luftballons in die Höhe. (Foto: T. Kleinebrahm)
Als Zeichen für eine bunte und vielfältige Gesellschaft im Sinne der Inklusion hielten alle Netzwerkpartner zum Projektabschluss bunte Luftballons in die Höhe. (Foto: T. Kleinebrahm)

Kaum ein Thema wird so vielschichtig und kontrovers diskutiert, wie das Thema Inklusion. Dass in unserer Region dieses Thema und damit die Frage nach einem vielfältigen Zusammenleben in einer Gesellschaft überhaupt mit großer Beteiligung diskutiert wird, ist nicht zuletzt das Verdienst der intensiven Netzwerkarbeit im Projekt Inklusionsförderung. Seit drei Jahren bringen Caritas und Aktion Mensch in diesem Projekt Menschen zusammen, die sich dieses großen Themas annehmen. Gestern wurde der Abschluss des Projektes im Klostergarten Kevelaer gefeiert.

„In den vergangenen drei Jahren sind Beziehungen und Netzwerke entstanden. Damit haben wir nachhaltig etwas bewegt“, sagte Caritas-Vorstand Andreas Becker bei der Begrüßung der 50 Netzwerkpartner im Klostergarten. Damit sprach er zugleich auch ein Lob an die Projektmitarbeiter, Adele Hoff, Ina Martens und Ernst Heien aus, die in Geldern, Kevelaer und Straelen das Thema Inklusion vorangebracht haben. Auf Workshops und Fachtagungen wurde viele Informationen – nicht nur für Fachleute – zusammengetragen, in Netzwerk- und Arbeitsgruppen wurden konkrete Lösungen und Projekte erarbeitet.

Unter anderem wurden inklusive Freizeitangebote initiiert und gezielte Fortbildungsangebote für Fachkräfte angeboten. Dies alles gelang vor allem deshalb, weil sich viele Beteiligte anstecken ließen von der Idee einer Gesellschaft, die auf Teilhabe und Chancengleichheit für jeden, fußt.

Diesen Ansatz bestätigte auch Dr. Maria Lüttringhaus vom Institut für Sozialraumorientierung, Quartier und Casemanagement in Essen. In ihrem Fachvortrag beschäftigte sie sich mit der Frage, wie der Gedanke der Inklusion tatsächlich vor Ort gelebt und verankert werden kann. „Inklusion ist nur zu fünf Prozent Arbeit mit behinderten Menschen, und zu 95 Prozent Arbeit mit allen anderen Menschen da draußen. Dort muss das Bewusstsein für Inklusion wachsen“, sagte Maria Lüttringhaus.

Zum Abschluss dankte Projektleiterin Adele Hoff allen Anwesenden für die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Es war für uns alle eine sehr spannende Zeit und wir würden uns freuen, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft im Sinne der Inklusion weiterzuführen.“ Damit warf sie bereits den Blick voraus, denn die nächsten Ideen sind bereits konkret. In einer gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal durchgeführten Umfrage unter 500 Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern im Südkreis Kleve zeigte sich, dass ein großer Bedarf an professioneller und unabhängiger Beratung besteht. Daraus ist der Plan entstanden, in naher Zukunft Inklusionsbüros in Geldern, Kevelaer und Straelen einzurichten. Denn bei allen Schritten, die bereits erfolgreich gegangen wurden, bleibt trotzdem noch ein weiter Weg bis zu einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion ist und bleibt eine Generationenaufgabe.