Im Glanz des Barock

Fayencen des 17. und 18. Jahrhunderts im Museum zu sehen

Fayencen, vielfältig bemalt und kunstvoll gestaltet. Foto: Museum

Im Glanz des Barock präsentieren sich niederländische und deutsche Fayencen ab dem 1. März im Niederrheinischen Museum Kevelaer. Vielfältig bemalt und kunstvoll gestaltet dienten sie im 17. und 18. Jahrhundert der Repräsentation. Als Zierrat füllten unter anderem Vasen und Teller die Wände und Borden sowohl des Adels als auch des wohlhabenden Bürgertums und bereicherten so manches Kunstkabinett. Das blau-weiße zinnglasierte Steingut zeigt vorrangig asiatische Motive, die von importierten fernöstlichen Porzellanen übernommen wurden.

So war auch die Ostindienkompanie ursprünglich am Transport des in Europa populär gewordenen Guts beteiligt. Als die Lieferungen aus Fernost durch Unruhen unterbrochen wurden, versuchten niederländische Fayencebäcker dies durch Eigenproduktion auszugleichen.

Insbesondere in Delft entstanden zahlreiche Manufakturen, die später auch deutsche Produktionsstätten wie zum Beispiel in Frankfurt am Main beeinflussten. Doch nicht jedes zinnglasierte Stück kann heute einer Manufaktur oder gar einem Künstler zugeordnet werden, da derartige Quellen zu den einzelnen Objekten oft nicht überliefert sind.

Die ausgestellten Exponate sind durch die Eheleute Wolfgang und Marie-Luise Posten liebevoll gesammelt und ausgewählt worden. In ihrem Umfang zeigen die hochwertigen und besonderen Ausstellungsstücke die Entwicklungen der Motivik und die Einflüsse aus dem asiatischen Raum in ihrer barocken Zeit.

Die einzelnen Fayencen schaffen es, den Betrachter in eine opulente Zeit zurück zu versetzen und die damalige Bedeutung dieses nachgefragten Steinguts aufzuzeigen. Eine Handarbeit, die es heute nur noch selten zu bestaunen gibt. Ein umfangreiches Programm begleitet die Ausstellung und ein Katalog erscheint zur Ausstellungseröffnung.