Hochschul-Präsident zu Besuch in Kevelaer

Am frühen Morgen war der Saal prall gefüllt: Über 70 Menschen waren gespannt darauf, was Dr. Oliver Locker-Grüntjen den Unternehmern zu sagen hat. Der neue Präsident der Hochschule Rhein-Waal war anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Hochschule beim Unternehmerfrühstück im Konzert- und Bühnenhaus zu Gast. Bürgermeister Dominik Pichler eröffnete die Veranstaltung mit ein paar Einstiegsworten. Pichler erwähnte zudem, dass durch den Bau des neuen Rilano-Hotels die Übernachtungszahlen einen neuen Aufschwung finden sollen. Ebenfalls war Pichler darüber erfreut, dass die Gewerbesteuer eine positive Entwicklung genommen hat.
Anschließend hatte den Unternehmern noch der Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers etwas zu mitzuteilen. Kuypers erwähnte den Mann, ohne dessen Akribie und Schaffenskraft dieser zentralitätssteigernde Treffpunkt inmitten des Kreisgebietes kaum in der Weise realisiert worden wäre. Die Rede war von Heinz Paal, dem früheren Stadtdirektor und Bürgermeister der Stadt Kevelaer. Kuypers wollte an den ersten Bürgermeister dieses Jahrtausends erinnern. Heinz Paal war beispielsweise für die Verwirklichung der Luxemburger Galerie zuständig und das daran angeschlossene Parkhotel.
Dann kam Locker-Grütjen zu Wort. Er hatte eine Präsentation vorbereitet über die Hochschule Rhein-Waal, die Locker-Grütjen den Teilnehmern etwas näher bringe wollte. Der Präsident erwähnte erfreut, dass die Hochschule Rhein-Waal seit der Eröffnung im Jahre 2009 jedes Jahr immer einen großen Sprung an Studentenwachstum hatte. Mittlerweile besteht die Hochschule Rhein-Waal aus ca. 7.300 Studenten. Ebenfalls erfreulich sei die Mitarbeiteranzahl. Diese beträgt mittlerweile über 440 Mitarbeiter in Wissenschaft und Verwaltung. Außerdem hoffte der 48-Jährige auf gutes Miteinander zwischen Hochschule und Unternehmerschaft. Locker-Grütjen bat um Plätze für ein Praxissemester in den Betrieben und unterstrich, dass eine Förderung von erfolgreichen Studierenden in Form der Mitfinanzierung von Deutschland-Stipendien einen besonders guten Weg zur Partnerschaft darstelle. Er erwähnte auch, dass man in Zukunft das Thema duales Studium intensiver verfolgen wolle. Abschließende Worte fand der Präsident darin, die Teilnehmer nochmal darauf hinzuweisen: ,,Ich lade Sie alle ein zu Mut und Zuversicht, uns als Hochschule auf Ihre Probleme anzusprechen.“
Nach dem Vortrag von Locker-Grütjen begann eine Gesprächsrunde, die Nathalie Tekath-Kochs von der Kreis-Wirtschaftsförderung leitete. Heinz-Josef van Aaken von der gleichnamigen Tischlerei, der auch das 300-jährige Bestehen seines Hauses feierte. Van Aaken hat in Kevelaer den Wiederaufbau der St.-Antonius-Kirche leisten dürfen, bei Maria Magdalena in Goch war er nach deren Einsturz dabei und auch den Turmhelm auf Schloss Moyland habe er „aufsetzen dürfen“. Nathalie Tekath-Kochs Frage an van Aaken war, ob das alles so einfach sei, wie es klinge. Darauf antwortete van Aaken: „Das Leiten eines Handwerksbetriebes kommt einem Hürdenlauf gleich: Ab und zu tritt man auch in den Wassergraben.“
Der zweite Unternehmer war Georg Bors, der Geschäftsführer der Nacke Logistik GmbH. Als Bors damals das Unternehmen übernahm, war es alles andere als einfach. 36 Mitarbeiter habe man damals den Arbeitsplatz gerettet. Heute hat das Unternehmen auch viele große Kunden wie C&A. Bors kritisierte, dass Leute heute öfter mal ans Studium denken und weniger an handwerkliche Berufe. Bors erwähnte darauf: „Wem hilft es, wenn wir sieben Ingenieure haben, die uns bestätigen, dass eine Birne richtig eingeschraubt ist, aber keiner von ihnen kann sie selbst einbringen.“
Als letzte Unternehmerin stand dann da noch Nadine Ruelfs, die Geschäftsführerin der Stahlbau Porath GmbH & Co. KG. Das Unternehmen Porath suche dringend Schlosser. Im Unternehmen habe man über die letzten Jahre immer mal wieder Praktikanten aus der Hochschule Rhein-Waal gehabt. Das Unternehmen ist ein klassischer Familienbetrieb, denn Ruelfs erwähnte, dass sie den Betrieb schon kenne, seit sie laufen kann. Mit diesen Worten war auch das Unternehmerfrühstück beendet.