Vom „Künstler“ Henschel zu schreiben, hätte den Kunstschaffenden selbst sehr verwundert. Er hat sich nicht so gesehen und schaffte doch Werke in vielen Facetten und probierte immer wieder Neues aus mit verschiedenen Materialien. Seine Werke öffentlich zu machen, war ihm nicht wichtig. Doch bei der Betrachtung seiner Werke, die sehr detailliert ausgearbeitet sind, meint man, Geschichten zu lesen, die feinfühlig poetisch in Szene gesetzt sind. Wer sich mit dem Werk Henschels befasst, scheint in eine unbestimmte Endlosigkeit zu fallen. Wo anfangen, wo aufhören? Das hat sich auch der Verleger Matthias David gefragt, als er Erbe der Kunst Henschels wurde.

So ist es gut, dass David während seiner Führungen einzelne Besonderheiten der Werke Henschels pointiert vorstellt. Im Rahmen der Kreis Klever KulTourtage bei der Ausstellung im Achterhoek ging es am vergangenen Wochenende auch besonders um die Kaltnadelradierung Henschels, die der Künstler unter mikroskopischen Bedingungen akribisch ausführte und zeichnete. Das fiel schon auf bei Werken, die in einigen Ausstellungen im Niederrheinischen Museum gezeigt wurden (das KB berichtete). Viele der Materialien, die Henschel zum Arbeiten benötigte, suchte er im eigenen Haushalt und bastelte sich Werkzeuge, die für seine Ausführungen genau richtig waren.

Der Verleger David versteht es, während der zwei Führungen, die er an den beiden Tagen in der Kulturscheune anbietet, seine Gäste mitzunehmen. Auch Gästen, die die Führungen verpassen, gibt er freudig Auskunft und beantwortet Fragen. Seine Ausführungen und Darstellungen über Henschel sind oft se…