Heimatverein weiter sehr aktiv

Die Freundlichkeiten verteilte der alte – und später auch neue – Vorsitzende Horst Neisius gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verschönerungsvereins Kervenheim. Vor dem offiziellen Beginn hob er diejenigen Personen hervor, die 2017 und in diesem Jahr besondere Mitgliedsjubiläen feiern. Dazu zählten 2017 Johann van Zadelhoff, Helmut Puhs und Arnold van Elst (30 Jahre) und sechs weitere Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft, für 2018 Franz van Dongen (35 Jahre), Christel Leurs, Helmut Seerden und Heinz-Anton Schmitz (30 Jahre) sowie weitere sechs „25-Jährige“.

„Insgesamt haben wir nach aktuellem Stand 225 Mitglieder – wir haben leider nur zwei Neuzugänge“, stellte Neisius sachlich fest, bevor nach der Verlesung des Protokolls vom vergangenen Jahr dann die einzelnen Gruppen des Heimatvereins ihre Arbeitsbilanz 2017 vorstellten.

Für die Geschichtsgruppe verwies Joachim Bracke auf die regelmäßigen Treffen jeden Montag von 9.30 bis 12 Uhr und das offene Archiv jeden zweiten Donnerstag. Es habe nach langer Zeit mit Hilfe von Bernd Kibilka mal wieder einen Geschichtsbericht gegeben, ein weiterer sei in Vorbereitung. Auch die Aufarbeitung der Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg stehe kurz vor ihrem Abschluss, auch wenn das eine Menge Arbeit sei, ergänzte Horst Neisius.
Außerdem sei man sehr an alten Heften und Schulklassenfotos für das Archiv interessiert. Das habe man im „Quakblatt“ bereits angesprochen, auf den Appell habe sich aber keiner gemeldet, merkte er kritisch an.

Die Internetseite sei noch nicht erneuert, das werde aber in Angriff genommen, wenn im Archiv die Glasfaser liegen werde.

Für den Hauptauschuss verwies Willi Maes auf die 639 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die sich im Wesentlichen auf 27 Menschen verteile. Einige seien mit vollem Einsatz dabei: „Da gibt es einen ganz harten Kern von drei bis fünf Leuten, die immer bereit sind mitzuwirken.“
Maes nannte als Projekte unter anderem die Abnahme der Weihnachtsbeleuchtung, die Begutachtung und Versetzung des „Schüsterken“-Denkmals, das Maifest, die Weihnachtsbeleuchtung Ende September und den Budenzauber im November. „Es wäre schön, wenn wir einen breiteren Stamm an Hilfskräften zur Verfügung hätten“, formulierte er noch vorsichtig.

Deutlicher wurde die Kritik, als Karl Gesthuysen als Verantwortlicher für die Radwandergruppe wie schon im letzten Jahr deutlich machte: „Ich kann es nicht mehr, aber ich mach‘ es dieses Jahr noch.“ Das Ehrenamt müsse „schon sehr weh tun“, machte Horst Neisius aus seinem Frust an der Stelle keinen Hehl. Er appellierte wie schon 2017 erneut an die Solidarität der Mitglieder. „Er hat das jetzt schon zweimal gesagt – und wenn sich kein Nachfolger findet, ist die Radwandergruppe gestorben.“

In seiner Jahresbilanz verwies Neisius auch auf das Positive wie die neu konzipierte, erfolgreiche Kirmes, die Durchführung des Karnevals zusammen mit den Geselligen Vereinen oder das Stockbrotessen beim verregneten Osterfeuer, wo die Eltern statt der Pfadfinder aktiv geworden waren.

Er nannte auch das „Interreg“-Projekt „Starke Dörfer“ und die Interviews mit den Studenten der Kamp-Lintforter Hochschule, die nach den Bedürfnissen vor Ort gefragt hatten. Beim Maifest sei allerdings „nur Regen“ gewesen und entsprechend „viel zu wenig Leute“. Das habe erstmals seit Jahren zu einem Minus geführt – und zur Absage des Kindertrödelmarktes.
Neisius richtete den Blick auf das aktuelle Jahr mit dem „LEADER“-Burgprojekt, dem Osterfeuer im April und „hoffentlich besserem Wetter“ beim Maifest, der Restaurierung der Gedenksteine am alten Friedhof, „wenn es trockener ist“, und der Aufarbeitung der Ortseingangsschilder und dem „Aufhübschen“ der Tafeln am Marktplatz.

Nach dem Kasssenbericht stand dann die Wahl des Vorstands an. Einstimmig wiedergewählt wurden Horst Neisius als Vorsitzender für drei Jahre und für ein Jahr Michael Holtmann als 2. Vorsitzender. Für den ausscheidenden Geschäftsführer Hans-Gerd Ripkens fand sich kein Nachfolger.

Diese Position wird Neisius kommissarisch bekleiden, bis sich jemand meldet.
Zum Abschluss gab es vom Ortsvorsteher Martin Brandts neben dem Dank für das Engagement als Geschenk das alte Ortsschild, das durch das Neue mit der Aufschrift „Kervenheim – Wallfahrtsstadt Kevelaer“ ersetzt worden war.