Großes Singen zum Abschluss des Adventsmarkt

Es war ein imposantes Bild, das sich dem Betrachter zum offiziellen Ende des Advents- und Krippenmarktes auf dem Kapellenplatz darbot. Gut 600 Menschen – darunter die Sängerinnen und Sänger zahlreicher Chöre aus Kevelaer und Umgebung – sorgten dort mit Liedern wie „Macht hoch die Tür“, „Laudate omnes gentes“, „Es kommt ein Schiff geladen“, „Tochter Zion“ und „Meine Hoffnung und meine Freude“ für Gänsehaut-Feeling und vorweihnachtliche Stimmung bei den Anwesenden.
„So muss das sein, der ganze Platz muss singen“, meinte Dirigent Tom Löwenthal danach. „Das muss das jetzt Traditionen werden – jedes Jahr.“
Zuvor hatte er die Sängerinnen und Sänger im großen Saal des Petrus-Canisius-Hauses für eine knappe Dreiviertelstunde zu einer Probe zusammengeführt, in der er die einzelnen Gesangsblöcke einteilte, die Partien durchging und auf den besonderen Moment vor der Basilika vorbereitete. „Wenn der Markt schon größer ist, soll auch der Abschluss größer sein“, fand Josef Lipka vom Männergesangverein die Idee „total gut“.
Franziska Maier war sogar ganz spontan zu der ganzen Sache gestoßen. „Ich suche eigentlich hier eine Wohnung, war bei der Großtante und da hat mir der Vermieter davon erzählt“, sagte die 29-jährige Uedemerin, die dann genauso ergriffen von der Atmosphäre war wie alle anderen. „Das ist genau die richtige Veranstaltung für den Abschlusstag“, fand Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns.
Die beiden Pianisten Christoph Sprenger und Elmar Lehnen begleiteten die Sänger mit ihrem Vortrag. Anja Rossmann und Birgit Lehnen verliehen „Meine Hoffnung, meine Freude“ einleitend den entsprechenden Glanz.
Für Kevelaer etwas bewegen
Zwischen den Liedern trugen der theologische Referent der Wallfahrt, Batian Rütten, und die evangelische Pfarrerin Karin Dembek nachdenkliche Texte unter anderem von Hanns-Dieter Hüsch und Gedanken vor wie: „Advent ist das Einüben in Hoffnung und Freude und Zuversicht, die stark macht.“ Diese leiteten zu den jeweiligen Stücken über und setzten einen eigenen Akzent.
„‚Wir wollten für Kevelaer etwas bewegen.‘ Das hat Olaf Reinders zu Beginn des Advents-marktes an dieser Stelle gesagt“, wandte sich Benedikt Mayer vom Organisationskomitee des Adventsmarktes an die Sänger sowie die Advents- und Krippenmarktbesucher vor der Basilika. „In der großen Anzahl euch hier so zu sehen, ist ein Geschenk für uns – und ein Geschenk für Tom Löwenthal, der die Vision zum größten Adventschor heute Abend hatte“, gab es für den Angesprochenen großen Beifall.
„Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz zur Veränderung des Adventsmarktes als Ergänzung zum einmaligen Krippenmarkt“, führte Mayer weiter aus. „Das gibt uns Kraft und Mut, die Neuauflage für das Jahr 2018 zu organisieren.“ Neben dem großen Zuspruch habe man auch gemerkt, „dass viele Mitbürger die Bereitschaft zeigen, sich ehrenamtlich zu engagieren.“
Erfreulich sei zudem gewesen, „dass sich auch viele junge Leute in die Organisation mit eingebracht haben“, dankte Mayer allen Beteiligten für ihren Beitrag – von Schirmherr Dominik Pichler und der Stadt über die Krippenmarkt- und Adventsmarktstandbetreiber im Forum, in der Busmannstraße, am Museum und auf dem Mechelner Platz, bis zu den Mitarbeitern des Bauhofs, des Priesterhauses sowie allen Moderatoren, Künstlern, Musikern und Schulklassen.
Tradition und neue Wege
„Der Advents- und Krippenmarkt sowie die Kerze sind für mich ein Symbol für Kevelaer“, machte Mayer deutlich. „Ein Symbol für Tradition bewahren und neue Wege wagen – auch wenn nicht alle Veränderungen am Anfang perfekt umgesetzt werden konnten.“
Er drückte seine Freude auf das kommende Jahr aus und lud alle ein, sich „in den Ideenpool mit einzubringen, positiv über den Markt zu reden, dafür Werbung zu machen und uns wieder besuchen.“
Danach brachen viele der Sänger und Gäste in Richtung des Mechelner Platz auf, um dort bei einem Glühwein, weiteren Köstlichkeiten und der Musik von Karl Timmermann und dem Duo „Phantasia“ den Abschluss des diesjährigen Marktes in neuer Form zu begehen.
Appell des Bürgermeisters
Auf dem Mechelner Platz wurde viel gelacht,  geredet – und der  Gelderner Chor „1847 e.v.“ feierte sogar tanzend mit einer fröhlichen Polonäse.
Auch Dominik Pichler nutzte die Gelegenheit, sich nach der Verlosung der letzten Preise auf der Bühne am Mechelner Platz an die Bürger zu wenden. „Ich kann nicht garantieren, dass der Bundespräsident und der Ministerpräsident wieder beim Adventsmarkt in Kevelaer vorbeischauen“, scherzte er, wurde aber schnell wieder ernst. „Viel wichtiger ist, dass Sie alle wiederkommen und die Veranstaltung weiter unterstützen, indem sie den Organisatoren zeigen, dass es sich lohnt, das immer wieder zu machen.“ Es sei wichtig, so Pichler, „dass Sie dafür sorgen, dass es hier belebt ist, dass die Leute gerne hierherkommen und sich treffen, weil sie auch andere Leute treffen. In dem Moment sorgen Sie dafür, dass die Veranstaltung am Leben bleibt.“
Man sei froh, dass man die Tradition des Krippenmarktes am Forum Pax Christi habe fortsetzen können. „Aber wir sind auch sehr froh, dass wir das Ganze mit etwas Moderne beleben konnten und hoffen im eigenen Interesse, dass die Organisatoren nächstes Jahr wieder alles geben, damit es wieder schön wird.“