Große Stimmen ernten viel Applaus

Mit dem Namen Peter Orloff wird mancher zunächst den früheren Schlagerstar verbinden, der in den 70er Jahren mit Liedern wie „Ein Mädchen für immer“ oder „Ein klasse Girl ist Monika“ in der ZDF-Hitparade vertreten war.

Doch bereits seit 25 Jahren ist der 75-Jährige musikalischer Leiter des Schwarzmeer-Kosakenchores, in dem er bereits als 14-Jähriger sang und dessen Vater Nikolai fast 30 Jahre Gesamtleiter war. Peter Orloff tourt seit 50 Jahren mit dem Chor durch die Welt. Diesmal machte das Ensemble in Kevelaer Station.

„Ich wünsche Ihnen und uns ein unvergessliches Konzerterlebnis“, begrüßte der Sänger die Gäste im vollbesetzten Bühnenhaus. Mit Stolz fügte der Ensembleleiter hinzu, dass er und seine Sänger diese Situation, vor ausverkauften Häusern zu spielen, immer wieder mit Dankbarkeit erleben dürfen.

„Wir wollen trotzdem, dass es das beste und schönste Konzert unserer Tournee  wird“, legten sich Orloff und seine Sänger aus Russland und der Ukraine dann mächtig ins Zeug. „Russland und Ukraine – das geht doch“, bemühte er sich, auch in diesen Zeiten das Verbindende über die Kunst zu unterstreichen.

Begleitet von Slava Kripakov (Bassbalalaika und Baritongesang), Irina Kripakova (Domra) und Ilya Kurtev (Bajan) zeigten die neun Sänger die ganze Palette an russischen, ukrainischen und altslawischen Liedern. Dabei schreckten sie auch vor ausgewählten Perlen der klassischen Musik nicht zurück.

Neben der „Legende von den zwölf Räubern“, die Orloff als Solist intonierte, dem herzzerreißenden „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder dem „Glorreichen Baikal“ mit Solist Nasko Kirtcheff intonierten die Sänger auch den Gefangenenchor aus „Nabucco“ und „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“.

Dabei rührte Fjodor Kunitsky das Publikum mit seinem Tenor so, dass er danach lang anhaltenden Applaus erhielt. Begeisterung bei den Besuchern löste auch die Darbietung des zuletzt mit einem Verdienstorden in seiner Heimat ausgezeichneten Sopran Igor Ischak aus Kiew aus, dessen Stimme bei „Eintönig klingt das Glöckchen“ gefühlt bis in den Himmel aufstieg.

Nach der Pause setzten die Sänger ihren beeindruckenden Weg durch die Volkslieder des Ostens weiter fort. Von der „Marusja“ über den „Kosaken-Reitermarsch“ bis zur „Ballade des Kosaken-Hauptmanns Stenka Rasin“ und der „Kalinka“ reichte die musikalsiche Vielfalt. Musiker und Sänger unterstrichen, dass sie ihre Kunst hervoragend zu vermitteln wissen. Das Publikum nahm ihren Gesang mit der angemessenen Begeisterung an.