Schmeicheleien von falschen Ärzten, mithin Erbschleichern, und einer intriganten Stiefmutter, eine anfangs hoffnungslose Liebe, ein freches Dienstmädchen, das alles durchschaut, und mittendrin und über allen thronend ein Mann im Krankheitswahn, ein Hypochonder allemal.
Dies alles sind die Figuren und somit Zutaten für eine Charaktersatire schlechthin, und eben jene kam am vergangenen Freitagabend im Forum der Öffentlichen Begegnungsstätte Kevelaer zur Aufführung: „Der eingebildete Kranke“ von Moliére, grandios im Rahmen der Puppentheaterreihe 18+ gespielt von Heike Klockmeier, die nicht nur bei allen Rollen ihre Finger im und am Spiel hatte, sondern ihre Handpuppen und Marionetten gleichermaßen ganz allein zum Leben erweckte, und das auf eine Art, die kaum einen der Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Stuhl ruhig sitzen ließ.
Urkomisch, wie sie mit sächselndem Zungenschlag, Berliner Schnauze, französischem Akzent, mitleiderregenden Hustenanfällen und dem Tode nahe klingendem Röcheln die (Be-)Handlung der Komödie gleichsam spannend, liebenswert und amüsant bis zum für alle glücklichen Ende vorantrieb, das schließlich mit zum Teil stehenden Ovationen vom Publikum unterm Dach des Forums frenetisch bejubelt wurde.
Alles beginnt damit, dass Ludwig XIV. – heute…



