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Für drei Tage zum Leben erweckt

24. Juli 2019/in Kevelaer, Premium/von Elena Gavriil

Früh morgens um sechs Uhr bildete sich ein Stau Richtung Weeze. Feiernde Menschen, laute Musik und gute Laune bestimmten die Situation auf den Straßen rings um Weeze. Denn am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Zum fünften Mal öffnete die Festivalstadt „Parookaville“ ihre Tore für 85.000 Besucher aus über 40 Ländern.

Am Donnerstag, 18. Juli 2019, reisten die ersten Campingbesucher an. Insgesamt wurden 40.000 Campingkarten verkauft – vor allem verteilt auf die zwei Hauptcampingplätze „Baseground“ und „Mellow Fields“. Am Donnerstag heizten an der Desert Valley Stage und am Penny Tower einige DJs, darunter der Weezer „FRDY“ (Frederik Schax) sowie 1Live Moderator und DJ Jan-Christian Zeller den Campingbesuchern ein.

Neben den beiden Hauptcampingplätzen gab es erstmalig das „Caravan Empire“, wo ein Bereich für Wohnwagen, Wohnmobile, Caravans und Co. vorgesehen war. Lief man zwischen den Schlafplätzen umher, hatte man beinahe das Gefühl, man befinde sich auf einem herkömmlichen Campingplatz: Wohnwagen, Pavillons und Sitzmöglichkeiten hatten die Besucher mitgebracht, um das Wochenende am Festival zu verbringen. Hier war sogar die Möglichkeit gegeben, Strom hinzu zu buchen.

Deluxe Camp mit richtigen Betten

Die wohl komfortabelsten Camps auf dem Parookaville Festival sind das Comfort und das Deluxe Camp. Auf dem Comfort Camp können die Besucher direkt nach ihrer Ankunft in bereitgestellten Zelten einchecken und es stehen separate Duschen sowie Parkplätze zur Verfügung. Wem das nicht reicht, kann im Deluxe Camp einchecken. Hier warten richtige Betten auf die Besucher sowie kleine Überraschungen.

Große Partys neben dem Festival feierten die Besucher auf jeden Fall auf den beiden Hauptcampingplätzen. Wer hier seine Nachtruhe haben wollte, musste wohl einen tiefen Schlaf haben. Zur Stärkung der Camper standen zwei Pennymärkte zur Verfügung, die zusammen so groß waren wie sechs herkömmliche Märkte. Rund 30.000 Kunden pro Tag kauften dort unter anderem 40.000 Pizzen, 68 Tonnen Eiswürfel und circa 13.000 Bananen.

Der Ansturm auf’s Festivalgelände war groß. Foto: Rossumedia

Ab Freitag wurde das Festivalgelände schließlich auch für die Besucher geöffnet, die das Wochenende nicht auf dem Campingplatz verbrachten. Ab da an legten über 300 DJs für die Besucher der fiktiven Festivalstadt auf. Besonders gegen Abend füllten sich die Mainstage (Hauptbühne), vor der bis zu 45.000 Personen Platz hatten, und die übrigen Bühnen mit vielen Feierwütigen. Die Mainstage wurde wieder neu gestaltet und zeigte in diesem Jahr ein großes Luftschiff mit vielen umliegenden Details. Nach Einbruch der Dunkelheit kamen dort vor allem die spektakulären Lichteffekte zur Geltung, die in sämtlichen Farben im Rhythmus zur Musik leuchteten.

Mit Steve Aoki, Armin van Buuren, Yelloclaw und vielen anderen Künstlern hatten die Veranstalter des Festivals wieder Weltstars nach Weeze geholt. 85.000 Menschen feierten an drei Tagen bis spät in die Nacht hinein ausgelassen zur Musik. Auch das Wetter ließ ein entspanntes Feiern zu: Während am Samstag kurzer Regen für eine Abkühlung sorgte, zeigten sich die übrigen Tage trocken und mit viel Sonnenschein.

Zehn Heiratsanträge in drei Tagen

Die Liebe kam an diesem Wochenende definitiv nicht zu kurz. Zehn Heiratsanträge wurden gestellt, umgeben von einer atemberaubenden Kulisse. Eine Premiere fand am Freitag in der „Warsteiner Parooka Church” statt, der festivaleigenen Kirche. Dort gab sich zum ersten Mal ein gleichgeschlechtliches Paar das Jawort – André und Tobias. Der Rapper MC Fitti war Trauzeuge – denn normal gibt es wohl bei Deutschlands größtem Electronic Music Festival nicht.

André und Tobias gaben sich in der „Warsteiner Parooka Church“ das Jawort. Foto: Sven Siebel

Über 2.000 Menschen fanden sich im Laufe des Wochenendes für Freundschaftshochzeiten zusammen, nach der man zwar nicht offiziell getraut ist, aber einen Stempel mehr in seinem Parookaville-Pass vorweisen kann. Diesen Pass kann sich jeder Bürger der Stadt im „Rathaus“ ausstellen und jedes Jahr mit einem neuen Stempel versehen lassen. Für verschiedene Aktionen auf dem Festivalgelände erhält man als Bürger extra Stempel im Pass – so zum Beispiel für das Verschicken von Postkarten oder fürs Absolvieren vom Seepferdchen im Pool, dem „Bermuda Viereck“.

Die fiktive Stadt bot den Bürgern also viele Möglichkeiten, die auch in einer realen Stadt vorzufinden sind. Neben den genannten konnte man sich im Jail (dt. Gefängnis) tätowieren lassen oder bei Dr. Bling ein Steinchen auf den Zahn gesetzt bekommen. Besonders in den Abendstunden wurden die einzelnen Bühnen durch spektakuläre Lichtshows in Szene gesetzt. Neben der Mainstage sorgte vor allem die Bill‘s Factory, vor der bis zu 15.000 Menschen Platz fanden, für atemberaubende Shows mit Künstlern wie Lost Frequencies, den 257ers und Alan Walker.

Beim Gang über das Festivalgelände zeigte sich vor allem eines: glückliche „Bürger“ mit viel guter Laune und der Lust zu feiern. Vor der Mainstage ballte sich vor allem abends die Menge, auf dem Rest des Geländes hatte man jedoch nicht den Eindruck, dass sich dort 85.000 Menschen befanden. Dank der zahlreichen Bühnen und der umgestalteten Bunker zum Feiern, verteilte sich die Menschenmenge auf dem 155.000 Quadratmeter großen Festivalgelände sehr gut.

Sehr gutes Feedback

„Wir sind schlicht überwältigt von den vergangenen Tagen! Parookaville hat sich in kürzester Zeit so unglaublich entwickelt und das Feedback von Künstlern, Bürgern, Partnern und Behörden ist einfach grandios. Wir werden einige Wochen brauchen, bis wir das alles verarbeitet haben“, beschreibt Bernd Dicks, Mit-Organisator von der Parookaville GmbH, die Freude über das Ergebnis des Festivals.

Auch die Polizei zieht eine positive Bilanz: Am Donnerstag und an den drei folgenden Tagen wurden insgesamt 36 Strafanzeigen aufgenommen, darunter waren ein Widerstand gegen Polizeibeamte, elf Körperverletzungsdelikte, fünf Verstöße gegen die Betäubungsmittelkriminalität, elf Diebstähle und zwei Sachbeschädigungen. Eine Person wurde vorläufig festgenommen, zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen, 16 Personen erhielten einen polizeilichen Platzverweis und eine Blutprobe wurde angeordnet. Bei zwei Personen wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Bei der An- und Abreise ereigneten sich insgesamt an allen Tagen 13 Verkehrsunfälle. Es kam lediglich während der Hauptanreisezeiten zu Beeinträchtigungen im Verkehr.

Großes Interesse der Medien

Über 7,5 Millionen Menschen weltweit erreichte der Livestream von der Mainstage und der Bill‘s Factory. ProSieben taff sendete aus einem eigenen Studio auf dem Gelände ins Netz und 1Live war insgesamt 18 Stunden vom Festival aus auf Sendung.

Ab Freitag, 26. Juli 2019, beginnt die neue „Afterseries“. Dort werden über elf Episoden verschiedene Facetten der Festivalstadt gezeigt. So können die Besucher das Wochenende noch einmal Revue passieren lassen, bevor der Ticketverkauf für das sechste Parookaville Festival startet und alle alteingesessenen und neuen Bürger vom 17. bis zum 19. Juli 2020 die Festivalstadt erneut stürmen können.

Schlagworte: Festival, Leben, Musik, Parookaville
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https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/WWW_PV19_Mainstage-Cermony-SATURDAY_©Maxime-Byttebier.jpg 537 850 Elena Gavriil https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Elena Gavriil2019-07-24 00:00:002021-03-08 11:03:00Für drei Tage zum Leben erweckt
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