Fragestunde mit Bischof Lohmann

Jugendkirche Münster überträgt „Ask the Bishop“

Weihbischof Rolf Lohmann stellte sich in der Aula der Gaesdonck den Fragen von Schülern, die stellvertretend für das Publikum im Livestream auf dem Podium saßen. Foto: Bistum Münster

Judith Simons, Sara Stenmans, Veronika Hartmann, Merle Dankwart und Jakob Verhaeg hatten in der Aula der Gaesdonck die Gelegenheit, mit Weihbischof Rolf Lohmann über das Thema „Glaube ja – Kirche nein?“ zu diskutieren, stellvertretend für viele Jugendliche, die über den Instagram-Kanal der Jugendkirche Münster live zuschauen konnten.

Mit ihrem Format „Ask the Bishop“ („Frag‘ den Bischof“), in dem sich sonst Bischof Dr. Felix Genn den Fragen Jugendlicher stellt, war die Jugendkirche Münster an den Niederrhein ekommen. Da aufgrund der Pandemie die sonst üblichen Jugendgebetsabende nicht durchführbar sind, wurde auf diese Weise die Möglichkeit geschaffen, mit dem Weihbischof über aktuelle Themen zu sprechen. Dass dies auch über Instagram gelang war unter anderem ein Verdienst der bestens vorbereiteten Moderatorin Laura Hofer und von Sam Jesurasa, der den Abend mit moderner Klaviermusik und Gesang musikalisch gestaltete.

Die Schülerin Judith Simons trug ein selbst geschriebenes Gebet vor. Foto: Bistum Münster

Gleich zu Beginn wurde aus der Runde der Jugendlichen deutlich, dass einige zwar auch immer mal wieder gerne in die Kirche gehen, ihr Glaube an Gott davon aber ziemlich unabhängig sei. Dies umso mehr, als die Institution Kirche oft den Eindruck vermittele, Regeln aufstellen zu wollen, die heute von vielen Menschen nicht mehr als zeitgemäß empfunden würden.

Die Kirche brauche eine „schnellere Entwicklung“ und sie müsse „moderner werden“, forderten die Schülerinnen und Schüler vom Weihbischof. „Es ist wichtig für die Kirche, gut hinzuhören, wie Ihr den Glauben seht, wir brauchen die Ideen der Jugendlichen“, antwortete Lohmann den Schülerinnen. „Ich sage ganz ehrlich, dass wir viel Jugendliche verloren haben“, betonte der Weihbischof, „wir brauchen neue Zugänge und müssen jungen Menschen die Gelegenheit bieten, gute Erfahrungen machen zu können.“ Da sei, fügte er selbstkritisch weiter aus, „in vielen Pfarreien noch Luft nach oben“.

Die Möglichkeit, sich frei und offen über den Glauben austauschen zu können sei entscheidend, um Jugendlichen zu ermöglichen, einen eigenen Glauben zu entdecken. Zudem müsse die Kirche Räume schaffen, um Jugendarbeit zu ermöglichen. „Es mangelt an einigen Stellen, manchmal ist es wirklich schwierig“, gab Lohmann zu.

Doch er ermunterte sowohl die Schülerinnen vor Ort als auch die Zuschauerinnen und Zuschauer im Livestream, sich zu engagieren und Stellung zu beziehen: „Es ist wichtig, dass Ihr mit Eurem Bild von Glauben in der Kirche zum Zug kommt.“