Fleißige Zweiradfahrer beim dritten Stadtradeln

Deutlich mehr Kilometer, mehr Teilnehmer und zwei Kreis-Sieger – so lautete die Bilanz des dritten Kevelaerer „Stadtradelns“. Zur Ehrung der besten Radler im Zuge des Wettbewerbs hatte die Klimaschutzmanagerin Nina Jordan die Vertreter der Gruppen und die Einzelradler in den Ratssaal der Stadt eingeladen. „Es ist eine etwas andere Siegerehrung, es hat ein anderes Stadtradeln gegeben – und trotzdem sind die Zahlen gut“, lobte Jordan die insgesamt 278 Teilnehmer für ihren Fleiß auf dem Zweirad. Damit konnte die Klimaschutzmanagerin zugleich auch einen neuen Teilnehmerrekord vermelden -  stolze 71 Prozent mehr als im Vorjahr. Und mit der „Stiftung Wadentest“ fand sich auch der ihrer Meinung nach originellste Team-Name.   

Die Corona-Pandemie habe dazu sicher ihren Beitrag geleistet, vermutete sie. „Das hat natürlich nochmal ‚Rückenwind‘ gegeben dieses Jahr. Es haben deutlich mehr Leute das Rad lockdown-bedingt wiederentdeckt. Das Radfahren war eines der wenigen Dinge, die man während dieser Zeit so machen konnte.“ Und unter den Teilnehmern seien auch „erfreulich viele Parteien und Parlamentarier“ – insgesamt 14 – gewesen, sagte Jordan. Der positive Effekt für die Umwelt zeigte sich dementsprechend in der hohen Zahl der Kilometer, die die Teilnehmer in den drei Sommerwochen vom 15. Juni 2020 bis zum 5. Juli 2020 absolviert hatten.

67.412 Kilometer bedeuteten unter dem Strich eine Einsparung von zehn Tonnen Kohlendioxid, die man sonst mit dem Auto verbraucht hätte. „Das ist eine Strecke zweimal von hier aus nach Australien und wieder zurück – und die zehn Tonnen entsprechen zwei Millionen gefüllter Luftballons“, verdeutlichte Jordan die Dimension, die das Ergebnis der Aktion hat. Im vergangenen Jahr hatte die Quote noch bei 56.302 Kilometern und 7,995 Tonnen gelegen.

Die Belohnung: 41 Kevelaer-Taschen

Maik Thesing nahm mit einem Mitstreiter die insgesamt 41 Kevelaer-Taschen als „Belohnung“ für die Leistung als radelaktivstes Team in absoluten Kilometern entgegen. „Wahrscheinlich werde ich jetzt eine Rundmail schreiben und die Sachen dann gleich verteilen“, griffen sich die beiden die Beutel und schwangen sich nach der Ehrung damit tatsächlich auf ihre Räder. Als Team „the different“ hatten die 41 Mitglieder seiner Gruppe stolze 12.438 Kilometer zurückgelegt und 1828 Kilo Co2 eingespart.

„Ich mache jedes Jahr ein Team – das sind Freunde und Verwandte, vom KSV welche, einige von der Leichtathletik. Und es kommen immer mehr Leute“, stachele man sich da auch ein gutes Stück gegenseitig an. „Ich glaube schon, dass einige schon mehr Rad fahren, wenn man denen sagt, du musst mehr Kilometer machen als ich. Das kommt da zum Tragen.“

Bester Pendler wurde in diesem Jahr Klaus Beckers mit insgesamt 753 Kilometern und einer Einsparung von 109 Kilogramm Co2. Erfolgreichstes Firmenteam waren die Stadtwerke Kevelaer mit elf Teilnehmern und 2225 Kilometern, was 237 Kilo Co2 entspricht.

Kilometer pro Kopf

Christina und Gerhard Paplinski aus Kervenheim durften bei der Ehrung gleich zweimal nach vorne kommen – einmal, weil sie in Kevelaer mit 1551 Kilometern und 228 eingesparten Kilo Co2 das radaktivste Team gemessen an den Pro-Kopf-Kilometern waren, und dann noch, weil sie in einer Auswertung für den Kreis Kleve auch die Nase vorn hatten.

Was sie dazu bewogen hatte, an dem Wettbewerb teilzunehmen? „Weil wir Zeit hatten – und mit Corona waren wir halt zu zweit immer allein unterwegs“, erzählte Gerhard Paplinski. Dementsprechend „haben wir uns halt so ein paar Ziele vorgenommen“, ergänzte seine Frau. Und so traten die beiden mächtig in die Pedale, um in der Umgebung eine Reihe von Orten abzufahren – von Kervenheim ging es nach Venray, Nijmegen, Anholt, Xanten bis nach Menzelen.

In der kreisweiten Auswertung lagen die Kevelaerer Einzelpendler, die für das „Stadtradeln“ zusammengezählt wurden, vorn.