Festival im Festival

Zauberer, Feuerkünstler, Musiker, Tänzer und eine Lichtshow im KUK-Atelier

Zauberer Tobias zog die Zuschauer magisch an. Foto: JvdH

So eine Bandbreite und Dichte an künstlerischen Darbietungen hat es in Kevelaer wohl noch nicht gegeben. Anlässlich der Landpartie am Niederrhein hatte Frederike Wouters in das KUK-Atelier eingeladen, das sie zusammen mit Roberto Carlos Trevino Rodriguez betreibt. Was die über 100 Gäste erwartete, war eine geballte Kunsterfahrung, bei der es nicht nur beim Zuschauen blieb. Man konnte es getrost als ein KUK-Festival im Festival der Landpartie am Niederrhein bezeichnen, in dessen Rahmen es stattfand.
Zunächst verzauberte Zauberer Tobias (Tobias Velmer) das Publikum, das sich, um die Kühle unter den Bäumen zu nutzen, auf dem Johannes- Stalenus-Platz eingefunden hatte. Er begeisterte die Zuschauer, die natürlich alle Kunststücke versuchten zu ergründen, dabei aber erfolglos blieben. Wie jeder gute Zauberer brauchte Tobias Assistenten und dies waren abwechselnd nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. „Warum mache ich das hier? Nicht um zu flirten! Es ist ja auch ein wenig daneben, wenn ich an einer Bar zu einer Dame sage: Guten Abend, ich bin der Tobias, soll ich Ihnen mal meinen Seiltrick zeigen“. Aber den zeigte er dann den Gästen und überraschte noch mit Wahrsagen, Zauber-Ringen und Kartentricks. Ein Meister seines Fachs.
Die Feuerkünstlerin Kalan (Sonia Rosillo) zog nach Eintritt der Dunkelheit die Zuschauer mit einer atmosphärischen Feuerperformance in ihren Bann. Zu feurigen Klängen tanzte sie mit brennenden Fackeln und zeigte dabei immer wieder neue Figuren, die in einer Leichtigkeit wirkten, als ob das lodernde Feuer nur eine Illusion sei.
Daniel Wouters und Christian Pipers spielten dann Elektro-Beats und Synthesizerklänge zu einer Lichtershow von Janes de Mür und Philipp Krause. Die Muster, die sie auf die Wand des KUK-Ateliers projizierten, erinnerten dabei an Tapeten der 60er- Jahre.
Die Basilika wurde auch in die Kunsterfahrung des Abends mit einbezogen. Über einen Overheadprojektor wurden (natürlich mit Genehmigung der Wallfahrtsleitung) immer wieder verändernde Muster auf die Außenmauern und die Fenster projiziert, was einen besonderen Eindruck hinterließ.
Ein weiteres besonderes Event des Abends war eine spontane Tanzeinlage auf der Fläche vor der Baustelle an der Hauptstraße. Zu den Klängen einer Geige tanzten einige Frauen und verliehen so ihrer Freude an künstlerischer Bewegung Ausdruck. Es kam auch zu einem „Berührungspunkt“ zur Gnadenkapelle, denn die Schatten der Tänzerinnen reichten bis zur Consolatrix Afflictorum.
Die Gäste des Abends waren begeistert und ein Gast meinte sogar: „Kevelaer ist das neue Berlin!“