Familie Baaken will der Natur eine Chance geben

20 Jahre lang lag das etwa 4.000 Quadratmeter große Grundstück in einem tiefen Dornröschenschlaf. Meterhohe Tannen, Fichten und Kiefern, die von dichten Brombeersträuchern umzingelt waren, ließen kaum einen Blick auf das Naturareal im Achterhoek zu.

„Der Besitzer konnte sich altersbedingt nicht mehr darum kümmern“, sagt Johannes Baaken, der diesen in einer aufwendigen Suche ausfindig machen konnte. In einer gemeinsamen Beratung mit seiner Frau Petra und seinem Sohn Raphael, entschloss sich die Familie Baaken das unmittelbar gegenüberliegende und brach liegende Landschaftsschutzgebiet, was allerdings keiner Kleingartenstreberanlage gleicht, dauerhaft zu pachten. „Wir möchten dieses Gebiet der Natur wieder zurückzugeben, eine Oase der Ruhe für die Natur schaffen“, erklärt der Betriebshofleiter der Stadt Kevelaer.

Das bedeutete aber auch, die Ärmel hochkrempeln und ran an Spaten und Heckenschere. Denn das ziemlich verwahrloste Grundstück benötigte eine intensive Bearbeitung. „Da mussten wir schon mit starkem Gerät ran“, verrät Johannes Baaken, der zuvor die untere Landschaftsschutzbehörde über sein Vorhaben informierte. In Absprache mit dem Kreis konnte dann Anfang des Jahres mit den Arbeiten am „Biotop“ beginnen. „Wir haben eine komplette Rodung vornehmen müssen“, berichtet Baaken.

Orkantief „Friederike“ erledigte den Rest. Für die weiteren Aufräumarbeiten konnte schließlich der starke Wintereinbruch genutzt werden. Freigelegt wurde dabei auch ein 1.500 Quadratmeter großer Wasserteich. „Darin konnten wir schon Fische und Frösche beobachten“, schwärmt der Familienvater, der auch schon Kopfweiden und Sträucher am neuen Feuchtgebiet einpflanzte.

Rat zur Naturerhaltung am Biotop holte sich die naturliebende Familie zusätzlich bei den Mitgliedern vom NuK (Natur und Kultur im Achterhoek). „Das sind wertvolle Ratschläge und Tipps“, bedankt sich Johannes Baaken für die Vorschläge, der sich zudem auch über die eingesetzte Handarbeit freut. Die erfolgte in der vergangenen Woche. Denn die ersten warmen Frühlingsstrahlen lockten Familie Baaken, Bernd Richter und Horst van Lier zur Bepflanzung am Biotop. Dabei wurden Habichtskraut, Sumpfprimeln, Bärlauch und Co. in einer Gemeinschaftsaktion eingepflanzt. Alleine das gefleckte Knabenkraut sieht Horst van Lier bald schon wachsen. „Die Orchidee dürfte an diesem Standort, da ungedüngt, sehr gute Chancen zur Ansiedlung und Fortpflanzung haben“, erklärt der Liebhaber und Züchter heimischer Orchideen.

Im nächsten Schritt wird noch eine ausgesuchte Wildblumensamenmischung eingebracht. „Und dann schauen wir mal, wie sich alles entwickelt“, so Johannes Baaken, der diesem neu erschaffenen Biotop Zeit, Raum und Ruhe schenken möchte. Er will der Natur eine Chance geben. Für Spaziergänger ist diese Naturperle von außen einsehbar, jedoch nicht zu betreten, da dieses wertvolle Biotop nicht gestört werden sollte.