Wie man sie interpretiert, gerade bei einer Europawahl, die zudem noch mit einigen Besonderheiten (z. B. Wahlberechtigung ab 16 Jahren) aufwartete, bleibt Wahlanalysten, Siegern oder Verlierern und schlussendlich jedem Wählenden selbst überlassen. Blickt man jedoch auf die nackten Zahlen der Europawahl in Kevelaer, gibt es mit der AfD (+4,09%) eine deutliche Gewinnerin und mit den Grünen (-10,41%) deutliche Verlierer in der Wallfahrtsstadt.

Die Trends aus Bund und Land werden im Prinzip auch in Kevelaer deutlich: Die Ampel-Parteien aus der Regierung, Grüne und SPD (-1,37%), verzeichnen in Kevelaer Verluste. Die FDP kann im Gegensatz zu Bundes- und Landestrend (jeweils leichte Verluste) in Kevelaer jedoch einen minimalen Zuwachs von 0,10% verbuchen. Für die größte Oppositionspartei im Bund, die CDU, die auf Bundesebene bei der Europawahl im Vergleich zu 2019 leicht hinzugewinnt (+1,1%), fallen die Ergebnisse in NRW (+3,3%) und in der Wallfahrtsstadt (+3,25%) durchaus respektabel aus.
Die Ergebnisse in Kevelaer (in Klammern die Zahl der Stimmen):

CDU: 40,21% (5.447)
GRÜNE: 11,85% (1.605)
SPD: 14,31% (1.939)
AfD: 09,77% (1.324)
FDP: 07,71% (1.044)

Insgesamt waren 21.356 Menschen in Kevelaer wahlberechtigt. 13.641 Wählerinnen und Wähler gingen zur Urne oder stimmten per Briefwahl ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 63,87%. Bei der Europawahl 2019 hatte sie bei 63,07% gelegen.