Sonntag, Mechel, ist es soweit. Dann stehen wieder Wahlen an. Diesmal geht es um Europa.

Ja, zugegeben, darunter konnte sich der gemeine Kevelaerer zur Kaiserzeit gar nichts so richtig vorstellen. Theodor Bergmann hat das in seinem Gedicht über eine Gemeinderatssitzung genüsslich beschrieben.

Ich gebe dir das mal auf Hochdeutsch wieder: Sie sitzen zusammen im Sonntagsstaat, beraten, beschließen und tun ihre Pflicht, die Herren von dem Gemeinderat; alle zufriedenstellen – leicht ist das nicht. Fürwahr, die halbe Menschheit ist verrückt, und das beste Leinen hat noch seine Noppen. Was kommt denn jetzt? Für die Jungenschule eine Karte von Europa. – Sie schütteln die Köpfe. „Was sagt man denn dazu?“ sagen Mattes und Maan, „Lass Kobes mal reden, der weiß, was er will.“ Und alle schauen sie Kobes an; der putzt sich die Nase und alles ist still. „Eine Karte von Europa, die brauchen wir nicht, ich weiß nicht, was sich der Lehrer da erträumt; ob denn von unseren Jungen in der kommenden Zeit wohl jemals einer nach diesem Europa kommt?“

Heute wissen wir, dass die Welt nicht, wie damals, h…