Erntedank unter dem Gesichtspunkt „Klimaschutz“

Im Rahmen des monatlichen Seniorentreffs war die Klimaschutzmanagerin der Wallfahrtsstadt Kevelaer, Dr. Nina Jordan, zu Gast. Aufmerksame Senioren ließen sich über Aspekte und Fragen des Klimaschutzes informieren und diskutierten mögliche Antworten mit der Referentin.

Für Lebensmittel dankbar zu sein, möge in Zeiten des Überflusses und der Verschwendung altmodisch klingen. Doch es sei sinnvoll, sich die Leistungen und Opfer, die für die Lebensmittel erbracht würden, ins Gedächtnis zu rufen.

Hierzu wurden die Stichpunkte „Acker“ und „Boden“ näher betrachtet. Der Boden sei die Lebensgrundlage, „denn auf ihm wächst alles, was wir essen“, so die Referentin. „Somit ist er für uns überlebenswichtig. Er ist außerdem voller Leben: nur ein Gramm enthält mehr Bakterien und Organismen als es Menschen auf der Erde gibt! Dennoch tun wir ihn oft als Dreck ab.“

In der modernen Landwirtschaft würde er außerdem malträtiert; einerseits durch die Zufuhr von Giften wie Glyphosat, andererseits durch die Verdichtung durch schwere Maschinen. Dies zerstöre das natürliche chemische und biologische Gleichgewicht und führe langfristig zum Verlust des Bodens.

Da in der Landwirtschaft außerdem große Mengen an Treibhausgasen entstehen würden, machte es Sinn, sich als Verbraucher mit dem Thema zu beschäftigen. Als Lösungsansätze für jeden Einzelnen wurden der Kauf von ökologisch hergestellten Lebensmitteln, das Kochen von regionalen und saisonalen Produkten sowie die Reduktion von Fleisch- und Milchprodukten genannt. Mit dem Einkauf vor Ort, möglichst direkt beim Produzenten, hätte die kleinbäuerliche Landwirtschaft weiterhin eine Chance im Wachstumsdruck gegen die internationalen Konzerne.

Die wertvollen Informationen und Tipps müssten einen größeren Personenkreis erreichen, war ein Votum der Teilnehmer. Sie würden ab jetzt persönlich noch mehr darauf achten, was sie einkaufen und die regionalen Produzenten und Händler unterstützen. Es sei nicht notwendig Lebensmittel zu essen, die hunderte bis tausende Kilometer transportiert würden. Andreas Nitsch erinnerte daran, dass Noah und seine Leute nach der „Sintflut“ von Gott den Auftrag bekommen haben, sich um Menschen, Pflanzen und Tiere zu kümmern und sie Verantwortung dafür haben: „Das gilt auch noch heute. Diese Verantwortung haben wir geerbt.“