Es sind nicht nur die Verkaufsstände oder Angebote der Händler und Händlerinnen, die auffallen, wenn das alljährliche „Jubiläumshoffest“ stattfindet, am Altwettener-Weg 12 in Wetten. Es geht um Aktionen in und mit der Natur, um das gemeinsame Tun. „Hier kannst du was erleben“, ist hier nur positiv zu verstehen.

„Wann fangen die Geschichten an?“, fragt ein Junge seine Mutter.„Dort hinten müsste es sein.“ Einmal um das Haus herum, steht dort der Kursraum, der früher einmal eine Scheune war. Ein Wegweiser führt dorthin. Angekündigt sind „Wildkräuter – Klangmärchen“ für Kinder und für Erwachsene. Geht man in die andere Richtung am Haus vorbei, gibt es ein Angebot, um sich Henna-Tattoos machen zu lassen. Ein Stück weiter ist die Strohburg gut besucht.

Viele Bastelaktionen laden Klein und Groß ein. Eine Großmutter freut sich, mit ihrer Enkelin zusammen eine Seife herzustellen. Markus Nießen (Holz-Kunst-Wein) von der Busmannstraße hat eine kleine Werkstatt mitgebracht und erstellt mit interessierten Kindern kleine Holzkreisel. Nicht nur Jungen, auch die Mädchen wollen einmal das Bogenschießen ausprobieren. Auch das ist hier möglich, alles meistens nur gegen eine kleine Spende.

Nicht nur die Natur wird hier auf dem Naturhof großgeschrieben. Hier gesellen sich an vielen Ständen die Kunst und das Handwerk dazu. Auch Lennart und Marla, die Kinder der Familie Berendsen, kümmern sich um das, was zu machen ist. Denn hier gibt es während der zwei Tage des Festes nochmal besonders viel zu tun, wenn die Gäste eingetroffen sind. „Ich muss mal eben neue Kartoffeln holen“, sagt Dunja Berendsen, die Hausherrin.

Und dann ist sie auch schon unterwegs. Vor dem Grill stehen die Menschen und warten nicht nur auf eine leckere Wurst oder Fleischkäse, sondern eben auch auf die Schmörkes.

Hier auf dem Hof verändert sich viel, immer wieder Neues kommt hinzu. Mittlerweile gibt es eine hölzerne Theke vor dem Grill. Diese haben die Berendsen-Kinder selbst gebaut. Selbst bauen oder besser gesagt sägen, das tut Lennart Berendsen neben den vielen Aufgaben, die immer zu erledigen sind, auf dem Hof. Seine Skulpturen entstehen mit einer großen Kettensäge. Man kann es kaum glauben, wenn man dabei zusieht. Es sind inzwischen so viele sehenswerte Werke entstanden, dass er seine Holzkunst ‚LennArt‘ benennt.

Und dann gibt es endlich auch die Märchen, auf die die Kinder gewartet haben. Die Märchenerzählerin Jennifer Yahiaoui und die Musikerin mit ihrer Bassgambe, Heike Wieboldt, möchten den Menschen die Natur näherbringen. Durch die Musik werden die erzählten Geschichten lebendig. Yahiaoui kommt aus Neukirchen-Vluyn, Wieboldt aus Unna. Sie haben sich während einer Ausbildung zur Wildnispädagogin kennengelernt. Jennifer Yahiaoui hat inzwischen auch ein eigenes Märchen geschrieben.

Bei bestem Wetter darf man das hier erleben und möchte nicht mehr weg, so schön ist es auf dem Naturhof. Vielleicht strahlt deshalb an diesem ersten Wochenende im September hoch oben am blauen Himmel die Sonne besonders hell hier am Niederrhein.