Eine Kreuzung mit trauriger Bilanz
Die Kreuzung Schloss-Wissener-Straße/Et Grotendonk in Kervenheim hat über Jahre hinweg immer wieder für Schlagzeilen gesorgt – und das aus den falschen Gründen. Mehr als 20 schwere Verkehrsunfälle wurden seit 2018 an dieser Stelle registriert. Markierungen, neue Beschilderungen, Behelfsmaßnahmen – all das blieb letztlich wirkungslos. Die Kreuzung blieb ein Unfallschwerpunkt, der Anwohner und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen in Sorge versetzt.
Ein Tiefpunkt war der schwere Unfall vom 4. April 2025, bei dem erneut Menschen verletzt wurden – darunter auch Kinder. Der Vorfall gab der seit Jahren schwelenden Debatte über die Verkehrssicherheit an dieser Stelle neue Dringlichkeit.
Ein Ortsvorsteher, der nicht locker ließ
Für Kervenheims Ortsvorsteher Martin Brandts war die Situation am Grotendonk kein abstraktes Verwaltungsproblem, sondern gelebte Realität in seiner Gemeinde. Seit Jahren hat er das Thema immer wieder auf die Tagesordnung gebracht – im Rat der Stadt Kevelaer, in Gesprächen mit der Stadtverwaltung und mit der zuständigen Straßenbaubehörde Straßen.NRW.
„Die Unfälle, die Verletzten, die Sorgen der Menschen – all das war kein abstraktes Zahlenmaterial, sondern bittere Realität”, sagt Brandts. Sein Engagement mündete in wiederholte politische Vorstöße, zuletzt gemeinsam mit der CDU-Ratsfraktion, die nach dem Unfall im April einen förmlichen Antrag im Stadtrat stellte und auf sofortiges Handeln drang.
Baubeginn steht bevor
Der beharrliche Druck zeigt nun Wirkung: Der Baubeginn des lang geforderten Kreisverkehrs an der Kreuzung steht unmittelbar bevor. Der Umbau soll die chronische Vorfahrtsproblematik dauerhaft lösen, den Verkehrsfluss verbessern und die Unfallgefahr deutlich reduzieren.
Für Brandts ist das ein wichtiger Moment – wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack: „Dass der Kreisverkehr nun tatsächlich gebaut wird, ist ein wichtiger Schritt, auch wenn er für uns leider erst nach zu vielen schweren Unfällen kommt.”
Ein Signal für Bürgeranliegen
Der bevorstehende Baustart ist zugleich ein kleines politisches Lehrstück: Lokale Beharrlichkeit, über Jahre hinweg und auf verschiedenen Ebenen, kann am Ende auch gegen bürokratische Trägheit ankommen. „Es zeigt, dass sich Beharrlichkeit lohnt. Vor allem aber zeigt es, dass die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden”, so Brandts. „Das war und bleibt mein Antrieb als Ortsvorsteher.”
Baubeginn
Nach Aussagen von strassen.nrw.de sollen die Arbeiten Im ersten Quartal 2027 starten und ca. fünf Monate dauern.

