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Ein Lichtermeer im Achterhoek

13. November 2018/in Achterhoek, Premium/von Alexander Florie-Albrecht

Stolz trug der zehnjährige Johann seine Laterne vor sich her. „Ich habe eine Flasche als Recycling-Material benutzt“, beschrieb er seine originelle Variante, um beim Achterhoeker Martinszug für Aufsehen zu sorgen. Seine Kreation war nicht das einzig schöne Lichtermodell, das am vergangenen Freitagabend im Achterhoek zu entdecken war. Von der Sankt-Josef-Kapelle in klein über Herbstblattmotive bis zur Darstellung der Martinsgeschichte reichte die Fantasie der Kinder, die mit ihren Eltern und „Sankt Martin“ Franz Josef Pellander den Achterhoeker Schulweg entlang zogen.

Auch die Landjugend trug ihre große Laterne wieder gemeinsam. „Das ist Tradition, das gilt immer noch etwas“, meinte der 18-jährige Jan Rademacher. Das sah auch Fackelträger Johannes Baaken so, der die Bedeutung der Martinsgeschichte unterstrich. „Wir alle leben im Überfluss.“ Denen etwas abzugeben, denen es schlecht geht, sei die kluge Botschaft, die hinter dem Ganzen stehe.

Und so marschierte ein schöner Zug hin zu dem Feuer, das auf dem Feld angezündet worden war. Dort fand nicht nur die sichtbare Übergabe der Mantelhälfte an den armen Bettler, sondern auch die Übergabe der Präsente an die Sieger des Laternen-Wettbewerbs statt.

Auch Pellander erinnerte an Sankt Martin, der so viel Gutes getan hatte. „Ihr Kinder könnt mit guten Taten vorangehen, indem ihr Euren Mitmenschen und Nachbarn helft und mit Freunden Spielsachen und Süßigkeiten teilt“, gab er ihnen mit auf den Weg. „Wenn Euch das gelingt, dann freut sich der heilige Sankt Martin auch über den heutigen Tag hinaus und wird mit Wohlgefallen vom Himmel herabsehen.“ Die Erwachsenen forderte er auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Danach zog das Lichtermeer wieder zurück zum Gemeinschaftsraum. Dort übergab Sankt Martin an Kinder und Senioren die insgesamt 120 Tüten. „Das gleicht sich immer weiter an“, wies Johanes Otten, der Vorsitzende des Martinskomitees, auf die immer kleiner werdende Schere zwischen Kindern und Senioren bei den Präsenttüten hin.

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Schlagworte: Brauchtum, Freizeit
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