Ein Kevelaerer Original – Opa kehrt zurück

Wer kennt ihn nicht, den freundlichen älteren Herrn, der seinen verträumten Blick in den Himmel gerichtet hat und auf seinen Bus wartet. Viele Kevelaerer haben den Opa richtig lieb gewonnen und ihn sehr vermisst. Lange war er, an seinem angestammten Platz an der Bürgerbushaltestelle in der Friedenstraße, nicht mehr gesehen worden und viele Kevelaerer sorgten sich, ob er überhaupt jemals wieder käme.
Ganze fünf Jahre war er nicht mehr gesehen worden, denn ihm wurde mehrfach böse mitgespielt und man hatte ihm Schaden zugefügt. Zuletzt in 2012, damals rissen ihn geistige Tiefflieger aus der Verankerung und fügten ihm dabei gleich mehrere Frakturen zu. Trude und Rainer Bodenstein, die den Opa bereits 1997 vor ihrem Haus in der Friedenstraße aufstellten, beschlossen, dass Opa erst einmal von der gefährlichen Straße musste. Lange war nicht klar, wie es mit „Willi“ oder „Werner“ (so wird er von Kevelaerern auch genannt) weitergeht, oder ob er überhaupt nochmals wieder kommt.
„Eigentlich wollten wir vor 20 Jahren ein Betonschaf haben, aber als wir bei der Künstlerin ‚meinen Opa‘ sahen, da war es um uns geschehen“, erinnert sich Trude Bodenstein.
Heute war es dann endlich so weit, Opa ist zurück. Er wurde von der Nachbarschaft Friedenstraße und Freunden gebührend empfangen.
Auf Nachfrage des KB, konnten wir erfahren, dass Opa nach seiner langen Rekonvaleszenz auch auf Reisen war. Und das hat ihm richtig gut getan. So erspähten ihn Kevelaerer vor kurzem noch auf dem Flachsmarkt Burg Linn, wo er in Begleitung einer älteren
(Beton-)Dame mit Flamingos gesehen wurde. Opa wurde in vielen Stunden hingebungsvoller Pflege aufgepäppelt, neu eingekleidet, mit einer schicken Brille versehen und ein wenig geschminkt. Jetzt erstrahlt er in neuem Glanz und schaut wieder gedankenverloren in den Kevelaerer Himmel.