Zum Umbau des Peter-Plümpe-Platzes schreibt der ehemalige Kevelaerer Frank Heystermann
„Ein fragwürdiges Projekt“

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Zum Umbau des Peter-Plümpe-Platzes schreibt der ehemalige Kevelaerer Frank Heystermann:
Obwohl ich seit vielen Jahren nicht mehr in meinem Heimatort Kevelaer lebe, bin ich diesem Ort weiterhin eng verbunden und besuche ihn regelmäßig.
Überrascht hat mich die Nachricht, dass der zentrale große Parkplatz stark verkleinert und für rund 9 Mio. EUR umgebaut wird. Hinzuzurechnen sind die Kosten der dort entfallenden und einer auf dem Postgelände geplanten Busankunft von ca. 3 Mio. EUR.
Hat man hier nicht bedacht, dass ein großzügiger zentraler Parkplatz in einer Kleinstadt ein wichtiges Gut ist? Er ermöglicht den Bürgern, unkompliziert Besorgungen zu erledigen, Ärzte aufzusuchen oder das gastronomische und kulturelle Angebot wahrzunehmen.
Bei meinem jetzigen Besuch musste ich feststellen, dass diese Funktion nun stark eingeschränkt worden ist, und ich frage mich: War das wirklich notwendig?
Wenn dann noch darüber nachgedacht wird, die entfallenen Parkplätze durch ein durch einen Investor finanziertes Parkdeck zu ersetzen und die Busankunft in den Bereich des Basilikaparkplatzes zu verlegen, muss nicht mehr gefragt werden, ob hier vorrausschauend geplant wurde.
Die jetzige Haushaltslage der Stadt zeigt deutlich, dass man hier weit übers Ziel hinausgeschossen ist und der Bürger nun ungefragt zur Kasse gebeten werden wird!
Auch die jetzt schon nicht mehr vorhandenen Parkeinnahmen, die dann einem Investor zugute kommen, werden die Stadtkasse weiter belasten!
Aufgrund der vielfachen Planungsänderungen und Kostensteigerungen stellt sich die Frage, ob die Meinungen und Bedürfnisse der Bürger in diesen Entscheidungsprozess ausreichend einbezogen wurden.
Auch ob dieser Platz sich vom Erscheinungsbild harmonisch in die vorhandene Struktur eines beschaulichen Wallfahrtsortes einfügt und auch angenommen wird, muss die Zukunft zeigen.
Eine Veränderung sollte das Ziel haben, das Leben der Bürger zu verbessern – nicht es komplizierter zu machen.
Für mich sieht es eher nach einem Prestigeprojekt aus, das weit an der Lebensrealität der Menschen vorbeigeht. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen in Zukunft sensibler und transparenter mit solchen Entscheidungen umgehen, denn ein Heimatort lebt von der Zufriedenheit seiner Bewohner, den Besuchern und der Verbundenheit derer, die ihn immer noch als ihre Heimat betrachten.
Bellheim, 15.12.2024
Frank Heystermann


