Ein Fest des Lebens für Theo Keysers

Der Tag des Abschieds von der Festkette begann für Theo Keyers mit dem Empfang der Vereine auf seinem Grundstück in Keylaer. Gemeinsam mit dem Vorstand der Geselligen Vereine und seinem Adjutanten Georg Bors verweilte Keysers im Wohnzimmer, während draußen die Musikgruppen abwechselnd für Stimmung sorgten.
„Er sagt es nicht, aber die vielen Menschen, die ihn beachten – das tut ihm wohl. Und wenn der Alltag zurück kommt, wird es ihm bewusst werden“, formulierte Keysers Ehefrau Beate, was in ihrem Mann vorging. „Es war ein Fest des Lebens.“
Nach zweistündiger Geselligkeit machte sich der lange Tross auf Richtung Altes Rathaus, wo Bürgermeister Pichler die Beteiligten zur Rückgabe der Festkette in den Alten Sitzungssaal führte. Dort schien es, als wolle sich die Festkette nicht von ihrem Besitzer verabschieden. Es brauchte einige Sekunden, ehe Dr. Pichler die Kette von den Schultern des Hubertusgilden-Vorsitzenden bekam. Als dann noch die Ehrennadel der Stadt mit dem alten Kevelaerer Wappen nicht richtig sitzen wollte, gestand Pichler ein: „Dazu hat man ein gutes Büro“, und ließ sich unterstützen.
Zuvor hatte Pichler beim Empfang im Alten Rathaus von einer „schönen Zeit“ der Kirmes gesprochen, den „gelungenen Heimatabend und den Schaustellerabend“ hervorgehoben. „Breakdancer fahren bei Nacht“ sei schon was Besonderes, plauderte er aus dem Nähkästchen. „Und Samstag war et schon wat lang“, erwähnte er eine „Entführung“ des Festkettenträgers durch vier junge Frauen. Pichler bilanzierte: „Eine durch und durch gelungene Kirmes.“ An Keyers gerichtet meinte er: „Ich freue mich, dass Sie Festkettenträger geworden sind. Das haben Sie gut hingekriegt.“ Danach verehrte er ihm noch eine Glasmalerei von Lucia Jaobs mit dem Alten Rathaus und der Hubertusgilde im Schriftzug.
Ein echtes Leitpferd
„Jeder Herde braucht ein Leitpferd und da lebt er in vorbildlicher Weise vor. Mehr geht nicht“, hob Peter Tenhaef die Rolle von Keysers für die Hubertusgilde hervor. „Theo – kannst du, Theo – hast du schon, heißt es immer – und Theo macht“, charakterisierte er den scheidenden Fetkettenträger als Macher. Er bezeichnete sein Engagement als „spektakuläre Leistung“ und bezeichnete ihn als „leicht bekloppt, das kommt von einem, der ähnlich gestrickt ist.“ Letztendlich zähle die Leistung. Deshalb habe niemand die Kette so sehr verdient gehabt wie Theo Keysers.
Der Beifall im Zelt habe gezeigt, mit wieviel Sympathie er von der Bevölkerung aufgenommen worden sei. Er und sein Adjutant Georg Bors hätten „außergewöhnlich und leidenschaftlich Kevelaer repräsentiert“, galt der Dank auch den  beiden Ehefrauen Beate und Elke. „Die Gilde hat das nicht nur hingekriegt, sondern die Erwartungen voll und ganz erfüllt“, meinte er mit Blick auf ein Keysers-Zitat im KB.
Wie Theo Keysers später dankte er Rolf Lohmann, dessen Berufung zum Weihbischof für alle „ein Schock“ gewesen sei. „Wir lassen sie nur ungern ziehen“, sprach er die „Drohung“ aus, dass die Einladungen für Anlässe jedweder Art kommen werden. Lohmann reagierte schlagfertig: „Und ich spreche die Drohung aus, dass ich kommen werde.“ Er schenkte dem scheidenden Festkettenträger jeweils eine Plakette mit dem Konterfrei „375 Jahre Wallfahrt Mit Maria“ und machte deutlich, dass die eigentliche Festzeit, wo man die Vereine brauche, jetzt erst noch kommt.
Bewegende Reden
„Ich bin kein guter Redner“, dankte ein sichtlich angefasster Theo Keysers mit brüchiger Stimme seinem Festausschuss, der „über sich hinaus gewachsen“ sei – und vor allem sehr bewegend und persönlich seiner Frau Beate: „Wir haben vier Elternteile verloren. Ich habe selbst ums Leben gekämpft, immer warst Du da.“
Auf dem Tanzpakett zeigte später auch der scheidende Vize-Vorsitzende der Geselligen Vereine, Heinz Goemans, mit seiner Frau nochmal sein Bewegungstalent, genauso wie der scheidende Platzkommandant Ferdi Ditzhuysen. Der ergriff im Alten Rathaus und später am Kapellenplatz nochmal das Wort: „Es waren für mich wunderbare Jahre, die ich nie vergessen werde. Alles Schöne geht zu Ende“, bat er die Beteiligten: „Bleibt einig – es lebe das Gesellige.“ Und er tätigte seinen letzten Ausruf: „Ab marsch in die Quartiere.“
https://www.kevelaerer-blatt.de/fkt-umzug-und-kettenabgabe-2017-in-kevelaer/