Ein außergewöhnliches Manöver in Twisteden

Es war ein Erlebnis, das man nicht alle Tage sieht: Eine 28 Tonnen schwere Lok schwebte in luftiger Höhe nahe der Dorfstraße über die Hecke auf die Erlebnisfläche des „Irrland“. „Wir legen da noch Stahlplatten an“, erläuterte Timo Kayser vom Kevelaerer Kranvermieter Boll. Am Morgen war das riesige Kranfahrzeug  der niederländischen Verleihfirma Herpertz angefahren worden. Und die Experten ließen sich Zeit, um das Fahrzeug entsprechend zu sichern und auszurichten, damit es auf dem Untergrund die entsprechende Stabilität mitbrachte.

Auf der anderen Seite der Hecke an der Dorfstraße stand der Transporter mit der Lok, die dann mit den entsprechenden Trageseilen versehen wurde, um dann langsam Stück für Stück hoch, über die Hecke und dann auf die andere Seite gewuchtet zu werden.  Im Zuge der Aktion wurde später eine bereits auf dem Gelände stehende, immerhin 24 Tonnen schwere Diesellkok auf ein anderes Gleis gehievt, damit der neue Koloss seinen Platz auf dem Gleis dort erhalten konnte. 

Die Aktion ist ein Bestandteil des Planes, auf der „Irrland“-Fläche zwischen Dorf- und Kuhstraße einen Bahnhof im Stil des 19. Jahrhunderts zu entwickeln. „Und was braucht man dafür? Eine echte Dampflok“, freute sich „Irrland“-Chef Johannes Tebartz-van Elst nach Minuten des bangen Schauens und Hoffens mit seiner Familie und den anwesenden Mitarbeitern über den sicheren Transport des Fahrzeuges, das bis vor wenigen Wochen sogar noch gefahren war. Das gut hundert Jahre alte Exemplar hatte man über den Paderborner Eisenbahnverein aufgetrieben. „Wir hatten Glück, dass der Kessel kaputtgegangen ist und es für den Verein zu teuer war, einen Neuen zu kaufen“, berichtete Tebartz-van Elst.

Die Lok wird begehbar sein

Es ging hoch hinaus.

Mit neuem technischen Equipment will man dann die Illusion einer fahrenden Dampflok erzeugen. „Die Lok wird einfach zwei Zentimeter über die Schienen gesetzt. Unsere Werkstatt baut dann ein elektrisches Getriebe da rein – und dann sieht es so aus, als würde sie richtig laufen.“ Dazu komme noch „Disco-Qualm“ und die passende Akustik. „Dann sieht es so aus, als würde sie in den Bahnhof hinein fahren. Der Wagen da vorne ist 100 Jahre alt, den haben wir restauriert. Ein zweiter steht noch am Parkplatz, den müssen wir auch noch restaurieren. Und dann können die Leute da auch richtig reingehen.“

Dazu soll noch ein entsprechendes Bahnhofsgebäude kommen. „Das haben wir aber wegen Corona gestoppt.“ Denn trotz dieser aktiven Maßnahmen für die Zukunft des „Irrland“-Parks besteht die Unsicherheit, ob man im März wegen des Virus überhaupt schon öffnen kann.