Kevelaer bekommt erneut Besuch einer Geschichte, die tief ins Herz der Wallfahrtsstadt zielt. Dr. Melanie Dammann aus Nörvenich will in der Basilika über ihre MS-Erkrankung, ihre Familie, ihren Glauben und ihre Hoffnung sprechen; in einem Schreiben an den Herausgeber verknüpft sie ihr eigenes Erleben ausdrücklich mit der bekannten Kevelaerer Heilungsgeschichte von Maria Offermanns.
Schicksal, Krankheit und neuer Halt
Dammann beschreibt einen dramatischen Einschnitt: 2020 sei sie plötzlich erblindet und habe zeitweise kaum auf einer Linie gehen können. Die Diagnose Multiple Sklerose habe sie tief erschüttert, weil sie nicht nur ihren Körper, sondern zunächst auch ihr Vertrauen verloren habe. Gleichzeitig erzählt sie von einem Weg zurück in die Zuversicht, getragen von medizinischer Behandlung, Familie und Religion.
Ihre Beziehung zu Kevelaer sei dabei nicht zufällig entstanden. Schon ihre Eltern hätten die Wallfahrtstradition gepflegt, später sei sie mit ihren Söhnen regelmäßig wiedergekommen, seit 2019 mit wachsender familiärer Beteiligung. Für viele Menschen in der Region ist genau dieser Bezug typisch für Kevelaer: persönliches Leid wird nicht abstrakt verhandelt, sondern an einem Ort, der seit Jahrhunderten für Trost und Hoffnung steht.
Die Erinnerung an Maria Offermanns
Besonders eng wird die Verbindung zu Kevelaer durch den Namen Maria Offermanns. Das Kevelaerer Blatt schildert, dass die schwerkranke Pilgerin im Mai 1949 nach einem Geschehen an der Gnadenkapelle die berühmten Worte „Bin geheilt. Eure Mutter“ per Telegramm an ihre Familie sandte. Der Archivtext beschreibt, dass sie damals an Multipler Sklerose litt und nur unter großen Mühen an der Wallfahrt teilnehmen konnte. — >> hier geht es zum Archivbericht <<--
Genau diese Geschichte habe Dammann nach eigenen Angaben 2022 auf der Fahrt nach Kevelaer gelesen. Sie nennt diesen Moment einen Gänsehautmoment und beschreibt, wie sie die Nachricht sofort mit ihrer Familie teilte. Das zeigt, welche emotionale Kraft lokale Erinnerung haben kann, wenn sie auf eine persönliche Lebenskrise trifft.
Zwischen Glauben und Medizin
Für eine seriöse Berichterstattung ist dabei eine saubere Trennung wichtig. Die Patientenleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie weist darauf hin, dass es bei MS spontane Rückbildungen von Symptomen geben kann, besonders in frühen Krankheitsphasen. Eine Verbesserung ist also medizinisch erklärbar, ohne dass daraus automatisch eine endgültige Heilung folgt.
Dammann selbst formuliert ihren Weg vorsichtiger und zugleich sehr persönlich. Sie spricht von modernstem Krankheitsmanagement, Glauben an sich selbst und an Gott sowie von einer neuen inneren Freiheit, die sie als wegfahrenden „Rollstuhl im Kopf“ beschreibt. Genau das macht die Geschichte menschlich: Sie ist weniger eine medizinische These als ein sehr subjektiver Bericht über Hoffnung, Entlastung und Dankbarkeit.
Was in der Basilika geplant ist
Nach ihrem Schreiben wird Dammann von Jannes Hamacher, Geiger/Violinist, begleitet; mit Pfarrer Dördelmann sei ein Interview vorgesehen. Außerdem sollen klassische Werke und „What a Wonderful World“ zu hören sein. Der Rahmen deutet darauf hin, dass der Abend bewusst als Mischung aus Zeugnis, Musik und geistlicher Reflexion angelegt ist.
Für Kevelaer ist das auch ein lokales Thema, weil sich in solchen Veranstaltungen die Rolle der Stadt als Wallfahrtsort immer wieder neu zeigt. Hier geht es nicht nur um Religion, sondern auch um Menschen, die mit Krankheit, Familie und Glauben ringen und in Kevelaer einen Ort suchen, an dem ihre Geschichte gehört wird.
Schnelle Fakten
- Anlass: Persönliches Glaubenszeugnis von Dr. Melanie Dammann in der Basilika
- Wann: Samstag, 25.7.2026 um 18:30 Uhr in der Basilika
- Bezug: MS-Erkrankung, Kevelaer-Wallfahrt und Maria Offermanns
- Rahmen: Interview mit Pfarrer Dördelmann, musikalische Begleitung
- Medizinischer Hinweis: Bei MS sind spontane Verbesserungen möglich, eine Heilung ist daraus nicht automatisch ableitbar
- zur Person:
Dr. Melanie Dammann
Patienten- & Jobcoach
für neurosensible MenschenFür stabile Vereinbarkeit von Gesundheit, Familie & Beruf
Gründerin
1.Mobile Multiple Sklerose School für Patient*innen & Angehörige
Kevelaer, MS und Maria Offermanns: Dr. Melanie Dammann will in der Basilika über ihren Krankheitsweg, ihren Glauben und die Hoffnung sprechen, die sie in Kevelaer gefunden hat.



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