Philipp Bergmann zog mit Schülerinnen und Schülern am Rosenmontag durch die Stadt

Dorfschullehrer und Karnevalist


In lockerer Serie stellt KB-Autorin Delia Evers Kevelaerer Persönlichkeiten vor. Die Wallfahrtsstadt beheimatet viele engagierte Menschen – früher wie heute. Ob zum Geburtstag, Jubiläum oder anderen Anlässen werden wir auf bewegte Leben blicken. Heute auf das von…

Philipp Bergmann als Karnevalsprinz 1954. Foto: Archiv Delia Evers

Philipp Bergmann

Er war einer der letzten Vertreter der aussterbenden Generation von Dorfschullehrern, und das mitten im gar nicht so dörflichen Kevelaer. Im Juli jährt sich der Geburtstag von Philipp Bergmann zum 120. Mal und im August der Todestag zum 40. Mal.

Er war 1904 in das Kaiserreich hineingeboren worden, erlebte als Kind und Jugendlicher den Ersten Weltkrieg, den Aufstieg und Fall der Weimarer Republik, in der er studierte – und dann die Nazi-Zeit. Er wurde Lehrer, unterrichtete streng und mitunter „handfest“ an der St.-Antonius-Schule und wurde 1935 als Nachfolger von Konrektor Platzer zum stellvertretenden Schulleiter ernannt. Vier Jahre später brach der Zweite Weltkrieg aus. Philipp Bergmann musste an die Front.

Erst 1949 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in seine Heimat und an seine Schule zurück. Eine schwere Zeit. Er stand wie seine Kolleginnen und Kollegen vor Klassen mit rund 60 Kindern. Es gab zu wenig Räume und zu wenig Lehrmaterial. Die Gebäude waren notdürftig in Ordnung gebracht worden. Immer …