Die Liebe im Heimatdorf gefunden

Vor rund 20 Jahren, als Marie-Christin Idahl und Robin van Afferden den gleichen Kindergarten besuchten, konnten beide wahrlich nicht ahnen, dass ihnen der zukünftige Ehepartner bereits gegenüberstand. Erst viele Jahre später, Ende 2014, traten die gebürtigen Wettener über das Internet in Kontakt. Von da an verloren die beiden keine Zeit mehr. Das erste Treffen? „Da habe ich ihr Auto repariert“, lacht der Bräutigam. Nach dem ersten richtigen Date im Kino folgten einige weitere Treffen, bis die beiden schließlich einen Monat nach dem richtigen Kennenlernen am 24. Januar 2015 ein Paar wurden. Als die gelernte Hotelfachfrau dann aus einem gemeinsamen Urlaub mit einer Freundin zurückkehrte, stellte sie die Koffer bei ihrem Liebsten ab… und blieb. Das Thema „Zusammenziehen“ war damit auch erledigt. Und nun gab sich das junge Paar am vergangenen Samstag in Kevelaer das Jawort.

Wenn die Braut vom Heiratsantrag erzählt, macht sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht breit. Als der Tag gekommen war, ahnte die 24-Jährige jedoch nichts. Denn eigentlich war am 4. August vergangenen Jahres die ganze Aufmerksamkeit auf ihren Cousin gerichtet, der seine Hochzeit feierte. Im Hotel, im familiären Kreis fragte der gelernte Kfz-Mechatroniker seine Marie-Christin dann, ob sie seine Frau werden möchte. „Mit einem Blackout“, lacht die Braut. „Ich hatte mir vorher schön Stichpunkte zurechtgelegt“, gesteht der 25-jährige Bräutigam, der vor lauter Aufregung vergessen hatte, was er seiner Liebsten eigentlich sagen wollte. „Und dann gab‘s warmen Sekt“, erinnert sich Marie-Christin van Afferden zurück, die mit ihrem Mann heute darüber lachen kann, dass nicht alles nach Plan lief. Und dieses „Lachen, weil nicht alles nach Plan läuft“, sollte im Laufe der Zeit noch ordentlich auf die Probe gestellt werden.

Hochzeit mit dem „Extra-Flair“

„Bis Februar waren wir noch voll drin“, sagt Robin van Afferden mit Blick auf die Hochzeitsplanungen. Als dann allerdings klar war, dass unter Corona-Auflagen nur eine Hochzeit im Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus ohne Gäste möglich wäre, entschied sich das Paar, die Feierlichkeiten zu verschieben. Kurz vor der neu geplanten standesamtlichen Hochzeit am 20. Juni kam dann sogar die Lockerung, dass Hochzeiten mit bis zu 50 Gästen erlaubt sind. Eingeladen hatte das Paar die rund 40 Gäste ins Trauzimmer des Niederrheinischen Museums in Kevelaer. Dass dort eine Ausstellung zur Adelsfamilie van Afferden zu sehen ist, fanden die beiden passend. „Es war wie in einem Wohnzimmer“, fand die Braut die gesamte Atmosphäre dort „schöner als in einem normalen Standesamt.“ „Das hatte den Extra-Flair“, pflichtet der Bräutigam ihr bei.

Auf der Hauptstraße in der Kevelaerer Innenstadt wartete dann eine große Überraschung auf die frisch Vermählten. Dort hatten sich seine Kollegen der Feuerwehr und ihre Kollegen des THW versammelt – eine Geste, mit der das Paar erst bei der kirchlichen Trauung gerechnet hatte. Und auch sonst sind Marie-Christin und Robin van Afferden dankbar für die Unterstützung der Familie und Freunde. „Auch die Trauzeugen haben uns echt den Rücken freigehalten“, berichtet die Braut. „Wir hatten einen viel schöneren Tag, als wir uns erdacht haben.“ Nach einem Essen im Goldenen Schwan – dort arbeitet die Braut – ging es bei Kaffee, Kuchen und Snacks in den Garten. Ganz unverhofft wurde das Brautpaar dort zum Hochzeitstanz aufgefordert. „Leichter Wiegeschritt und alles ist gut“, lacht der Bräutigam rückblickend beim Gedanken an die spontane Performance.

Die kirchliche Hochzeit haben die Wettener, die gerne für immer in ihrem Heimatdorf bleiben wollen, auf Juli nächsten Jahres verschoben. Das Paar hofft, dass es bis dahin über die Planänderungen und erforderlichen Maßnahmen lachen kann. Doch schon heute, nur einige Tage nach dem Fest, erzählen beide lächelnd und positiv über die standesamtliche Hochzeit. „Trotz Corona hatten wir eine wunderschöne Hochzeitsfeier“, sagt Marie-Christin van Afferden.